Fußball TSV Marl-Hüls, Gründungsvorstand TSV 2019 Stephan Beckmann, René Frece, Sebastian Nowak, Udo Lichtenstein, Kunstrasen,
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Im Juli 2019 bildeten (v.l.) Stephan Beckmann, René Frece, Sebastian Nowak und Udo Lichtenstein den Gründungsvorstand des TSV Marl-Hüls 2019.

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Zwei Jahre nach der Insolvenz: Das hat Udo Lichtenstein beim TSV Marl-Hüls noch vor

  • vonOlaf Nehls
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Corona macht es vielen Vereinsfunktionären schwer. Da bildet auch der TSV Marl-Hüls 2019 keine Ausnahme. Der Vorsitzende Udo Lichtenstein plant eine Jahreshauptversammlung und befindet sich aktuell auf der Suche nach einem neuen Trainer für die Fußball-Senioren, die in der Kreisliga B spielen.

Udo Lichtenstein (66) hat mit seinem TSV Marl-Hüls schon einiges mitgemacht. In seiner Jugendzeit kickte er selbst mal bei den Blau-Weißen, erlebte im Jahnstadion als junger Bursche auch die glorreichen Zeiten in der Oberliga, Ende der 1980er-Jahre aber auch den Niedergang, mit dem Abstieg in die Bezirksliga 1990. In Marl fand zu der Zeit ein fußballerischer Machtwechsel statt. Erst löste die SpVg. Marl, später der VfB Hüls den deutschen Amateurmeister von 1954 an der Spitze der Stadt ab.

Insolvenz und Zwangsabstieg

Der heute 66-jährige Udo Lichtenstein war aber auch noch dabei, als ab 2010 der Erfolg plötzlich mit voller Wucht zum Loekamp zurückkehrte, freute sich über die sportliche Renaissance mit der Rückkehr in die Oberliga 2015. Es folgten turbulente Jahre. „2017 hatte die Steuerfahndung den kompletten Verein auf links gedreht“, erinnert sich Udo Lichtenstein. Kurz darauf trat der komplette Vorstand zurück. Lichtenstein, damals Jugendleiter, blieb. Natürlich. „Ich bin Hülser“, sagt er und übernahm Verantwortung. „Wir wollten den Verein retten“, erzählt er. Das Vorhaben misslang. Zu groß war die Schuldenlast, die auf dem Traditionsverein lastete. Am 14. Januar 2019 schließlich stellte der TSV einen Insolvenzantrag. Zwei Monate später zog der Verein seine Mannschaft aus der Westfalenliga zurück, was den Zwangsabstieg in die Kreisliga C und nach abgelehntem Insolvenzplan schlussendlich die Auflösung des 1912 gegründeten Vereins bedeutete.

Nachfolgeverein hat heute noch 430 Mitglieder

Im Juli 2019 wurde umgehend ein Nachfolgeverein, der TSV Marl-Hüls 2019, gegründet. „Wir hatten in der Fußballabteilung schließlich eine erfolgreiche Jugend. Diese und auch die anderen Abteilungen wie Kanu, Turnen, Schwimmen, Volleyball oder Trampolin wollten wir erhalten“, sagt Lichtenstein, selbst einer der „Geburtshelfer“ des Nachfolge-Klubs und seit zwei Jahren dessen erster Vorsitzender. Nicht alle 650 Mitglieder von damals konnten vom „Umzug“ in den neuen Verein überzeugt werden. Die Tischtennis-Abteilung beispielsweise machte sich selbstständig und geht heute als TTC Marl-Hüls an die Platten. Auf rund 430 Mitglieder kommt der Verein aktuell noch. Corona hat daran nicht viel geändert, wohl aber den Zeitplan für 2021 etwas durcheinander geworfen.

Dreier-Spitze soll den Vorstand bilden

„Eigentlich wollten wir in diesem Jahr alle Mitglieder in die Mensa des Gymnasiums am Loekamp zur Jahreshauptversammlung einladen“, sagt Lichtenstein. Der Termin stand bereits. „Jetzt müssen wir gucken, wann das alles wieder möglich ist.“ Alternativ sei eine Veranstaltung in digitaler Form denkbar, denn es gebe schließlich viele Entscheidungen, die getroffen werden müssen, sagt der 66-Jährige. Eine neue Satzung soll die noch geltende Mustersatzung des LSB ersetzen. Die Abteilungen sollen gewählte Abteilungsleiter bekommen. Auch der Hauptvorstand, in dem neben dem Vorsitzenden Lichtenstein noch Kassierer René Frece und Jugendleiter Sebastian Nowak sitzen, will sich in Zukunft anders aufstellen. „Mir schwebt da eine Art Dreier-Spitze vor“, sagt Udo Lichtenstein. Er selbst würde sich wieder zur Verfügung stellen. Und wo sieht der Vorsitzende die sportliche Zukunft der Fußballer? „Mittelfristig muss die Bezirksliga das Ziel sein. Bis dahin wartet aber noch viel Arbeit auf uns alle.“

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