Michael Schrank, Trainer von Westfalenligist TuS 05 Sinsen.
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Michael Schrank, Trainer des TuS 05 Sinsen, hat seinen Spielern einen Plan an die Hand gegeben.

Fußball

Lockdown auch in der Westfalenliga: So will der TuS 05 Sinsen die gute Form halten

  • Thomas Braucks
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Westfalenligist TuS 05 Sinsen hätte die Saison gerne fortgesetzt. Im „Homeoffice“ gibt es nun einen umfangreichen Trainingsplan. Das hat Trainer Michael Schrank seinen Spielern als Hausaufgaben aufgegeben.

Der eine oder andere Klub wird tief durchgeatmet haben, als der westfälische Fußballverband vor einer Woche den Corona-Pausenknopf gedrückt hat. Beim TuS 05 Sinsen hielt sich die Begeisterung über die Unterbrechung der Saison in Grenzen. Nach dem 4:0-Erfolg über Grün-Weiß Nottuln in der Westfalenliga 1 hatten alle „Nullfünfer“ Lust auf mehr.

„Pause kommt im falschen Moment“

„Für uns kam die Pause im falschen Moment. Die Mannschaft war richtig gut drauf“, sagt Trainer Michael Schrank. Mit Kapitän Emre Köksal und Angreifer Mirko Grieß standen zwei wichtige Kräfte nach Verletzung vor der Rückkehr ins Team. Mit ihnen, so der Fußball-Lehrer, wäre der TuS 05 auch in den Derbys gegen die Spvgg. Erkenschwick (Liga und Kreispokal) nicht chancenlos gewesen. Die waren für den November geplant.

Chips und Netflix sind der Albtraum des Trainers

Trainiert wurde beim TuS 05 noch bis zum letzten Wochenende, auch wenn das Spiel beim Delbrücker SC am vergangenen Sonntag längst abgesagt war. Michael Schrank: „Die Spieler waren richtig heiß darauf.“ Jetzt geht nichts mehr. Die Gefahren, die nun drohen, sind vom Lockdown aus dem Frühjahr bekannt. Fußballerisch verbessert hat sich da niemand, und beim einen oder anderen gab danach auch in Sachen Fitness Nachholbedarf. In seinen schlimmsten Träumen sieht Fußball-Lehrer Schrank „die Jungs mit einer Tüte Chips auf dem Sofa liegen und Netflix gucken“.

„Kampfgewicht“ wird kontrolliert

Damit es dazu nicht kommt haben der Trainer und seine Assistenten Timo Koscholleck und Tobias Hötte den Sinsener Spielern einen umfangreichen Trainingsplan mit ins „Homeoffice“ gegeben: mit Übungen für Kraft und Beweglichkeit in den eigenen vier Wänden und drei Laufeinheiten pro Woche an der frischen Luft. Per Handy übermitteln die Spieler jeweils im Anschluss ihre Fitnessdaten an den Trainer. Und nicht nur die: Einige seiner Pappenheimer hat Schrank außerdem verdonnert, regelmäßig ein Foto vom Gang auf die Waage zu senden – damit der Trainer das „Kampfgewicht“ der Sinsener Kicker kontrollieren kann.

So sieht der Trainingsplan aus: Dienstag/Donnerstag: 6 km im Joggingtempo (12 - 14 km/h) und 2 km in schnellem Tempo (15 - 20 km/h); danach: Fußball typische Sprints über 200 m (10 x 6 m, 10 x 8 m und 5 x 12 m); Sonntag: 8 km Jogging und 2 km schnelles Tempo. Zeitvorgabe: maximal 50 Minuten. Nach dem Laufen zur Regeneration: 1 km gehen und dehnen

Als Zehnter aktuell „über dem Strich“

„Derzeit weiß niemand, wie es im Amateurfußball weitergeht. Aber wenn der Verband im Dezember plötzlich doch einen Spieltag ansetzt und wir nach Delbrück müssen, dann sollten wir auch bereit sein“, sagt der Marler.
Aktuell steht der TuS 05 Sinsen „über dem Strich“: Rang zehn, drei Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz. Dabei soll es bleiben. Im Frühjahr 2021 auf einen Endspurt im Kampf um die Klasse zu setzen, könnte fatal sein. Wie viele Spieltage in der Westfalenliga tatsächlich noch absolviert werden, ist wegen der Pandemie offen. Möglicherweise endet die Saison früher als geplant. Sollten dann 50 Prozent der Spieltage absolviert sein, wird gewertet. Und wer dann seine Hausaufgaben nicht erledigt hat, findet sich im Fahrstuhl wieder – in Richtung Landesliga.

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