Fußball

„Das kann nur ein Omeirat“

Recklinghausen - Wenn wir gewusst hätten, was wir damit anstellen – würden wir es immer wieder machen! Aber so ehrlich müssen wir auch sein: Als hier am vergangenen Dienstag die Aufstellung des SV Herta III mit insgesamt 14 Omeirats im Kader erschien, hielten wir diese noch für eine Besonderheit mit recht geringer Haltbarkeitsdauer, doch was dann geschah, kann man eigentlich nur mit dem Begriff „Mediale Explosion“ beschreiben.

Und diese fand am gestrigen Abend ihren bisherigen Höhepunkt – und zwar genau da, wo alles begann: Auf der Platzanlage des SV Herta am Recklinghäuser Bruchweg. Ein Kamerateam von SAT.1 interessierte sich für die geballte „Omeiratschaft“, zudem hatten der WDR und das ZDF Mitarbeiter ihrer Online-Redaktionen entsendet.

Beim SV Herta hatte man mit hoher Professionalität spontan ein Testspiel arrangiert, um dem Fernsehen das zu liefern, was es am liebsten hat: Bewegte Bilder. Doch bevor es zum vereinsinternen Kick zwischen dem SV Herta II und dem SV Herta III kam, mussten die Omeirats ganz viele Fragen zum Thema Omeirat beantworten. Was sie mit ganz viel freundlicher Geduld dann auch taten: „Ist doch lustig, dieser Hype“, sagte Libero Kamal, dessen Nachnamen wir an dieser Stelle ja nun wirklich nicht nennen müssen.

Begonnen hatte die mediale Verbreitung der ungewöhnlichen Familienangelegenheit jedoch schon am Tag des Erscheinens in dieser Zeitung. Auch bei uns im Internet wurde die Aufstellung ein paar tausend Mal angeklickt, doch wirklich an Rasanz gewann die ganze Angelegenheit erst, als die Omeirats den Weg in die sogenannten „neuen Medien“ fanden. Allein beim Facebook-Auftritt des Fußballmagazins „11Freunde“ sagten weit über 4000 Nutzer „Gefällt mir“, was nach der Facebook-Arithmetik bedeutet, dass in kürzester Zeit mehrere hunderttausend Menschen Kenntnis von der außergewöhnlichen Besetzung des SV Herta III erhielten.

Und so wurden natürlich auch die TV-Sender auf die Omeirats aufmerksam, bereits am Samstag tauchte die Aufstellung in der Bundesliga-Vorberichterstattung von Sky auf – der Rest schaute dann gestern eben am Bruchweg vorbei. Und der SV Herta III hatte sich entsprechend herausgeputzt, auf allen Spielerbrüsten prangte ein einheitliches „Omeirat“. Auf diese Schreibweise hatte man sich mehrheitlich geeinigt, zumal die anderen Versionen ja ohnehin nur der lautmalerischen Kreativität der Beamten in den zuständigen Einwohnermeldeämtern entstammen.

So hatten sie gestern ihren Spaß – die Omeirats, und plauderten von den Vorteilen der engen familiären Bande: „Wir kennen uns eben alle, und deswegen ist der Zusammenhalt auch so groß“, erklärte Kamal O., während Mahmut O. vielleicht zum ersten und letzten Mal in seinem Leben den Ball vor einer TV-Kamera jonglieren durfte. Was er im Übrigen richtig gut machte: „Das kann eben nur ein Omeirat“, strahlte er die SAT.1-Zuschauer an, die sich heute ab 17:30 Uhr selbst ein Bild davon machen können.

Und ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil wurde gestern auch offenbar: Die gut 50 Zuschauer am Rand entstammten auch der weitläufigen Verwandschaft: „Wir sind alle Omeirats“, tönten sie und zückten ihre Personalausweise. Wir haben‘s stichprobenartig überprüft: Es stimmt!

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