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Vorläufig bleiben die Plätze gesperrt. Die Vereine sollen abstimmen, wie es weitergeht.

Fußball

Eine klare Mehrheit der Vereine stimmt für den vorzeitigen Saisonabbruch

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Die Mehrheit der Amateurvereine ist für einen Abbruch der laufenden Fußball-Saison. Das ergab eine erste Übersicht, die der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen veröffentlicht hat.

  • 88,4 Prozent für einen Abbruch
  • Uneinigkeit beim möglichen Szenario
  • Genclikspor befürchtet Katastrophe

Noch sind nicht alle Rückmeldungen gekommen, doch der FLVW hat schon eine erste Auswertung des Stimmungsbildes bei den Vereinen veröffentlicht: 88,4 Prozent der Klubs plädieren für einen Saisonabbruch, 11,6 Prozent sind dagegen. 1.596 Klubs hatte der FLVW angeschrieben, 1.149 hatten bis Dienstagnachmittag ihre Stimmen abgegeben. Die Entscheidung, was passieren wird, will der Verband zeitnah treffen. Der FLVW muss jedes Szenario juristisch absichern – ganz gleich welche Entscheidung folgt, dürfte es Klagen geben. 

Der Verband ist mittlerweile dabei eine Strategie zu entwickeln, wie ein Abbruch vollzogen werden kann. 

Uneinigkeit gab es bei einem möglichen Abbruchszenario. Für Abbruch und den aktuellen Tabellenstand werten (nur Aufsteiger) votierten 24,2 Prozent der Klubs (278), für Option drei, Abbruch und Hinrunde werten (nur Aufsteiger) stimmten 30 Prozent (345), für eine Annullierung der Saison ohne Auf- und Absteiger waren 34,2 Prozent der Vereine (393). 

Stimmungslage im Kreis ist ähnlich

Eine ähnliche Stimmungslage brachte eine Umfrage bei den Vereinsverantwortlichen im Kreis Recklinghausen, bevor der FLVW seine Zahlen veröffentlichte. Für Uwe Schirrmeister, Vorsitzender des Westfalenligisten TuS 05 Sinsen steht fest: „Die Saison muss weitergehen und sportlich entschieden werden.“ Andernfalls befürchtet er – wie in Österreich und England – Klagen einiger Vereine. 

"Nach den Ferien bei Null anfangen"

Erhard Korinth, Geschäftsführer von BW Westfalia Langenbochum, dem Tabellenletzten der Landesliga, plädiert für eine Annullierung der Saison: „Dann kann man nach den Sommerferien vielleicht wieder bei Null anfangen.“ Das sieht Marco Gürbüz, Geschäftsführer des Tabellenführers der Kreisliga A 2, Genclikspor Recklinghausen, völlig anders: „Seit fünf, sechs Jahren kämpfen wir um den Aufstieg und sind immer knapp gescheitert, so nah wie jetzt waren wir noch nie dran.“ Verständlich, dass man bei Genclikspor für Abbruch bei jetzigem Tabellenstand gestimmt hat. "Alles andere", so Gürbüz, "wäre eine Katastrophe."

Ganz normal die neue Saison planen

Bezirksligist FC Marl votiert für eine Annullierung. „Dann können die Vereine und die Spieler ganz normal für die neue Saison planen“, sagt Vorsitzender Claus Lanczek. B-Kreisligist VfB Waltrop steht derzeit an der Tabellenspitze, stand dort aber auch zum Ende der Vorrunde. „Wir haben Abbruch und Hinrunde wird gewertet, gewählt“, sagt der 1. Vorsitzende Friedhelm Finzel.

Für den Abbruch mit Wertung der aktuellen Tabelle stimmte man beim VfB Hüls. „Annullieren und die ganze Serie vergessen“, meint hingegen Roger Thiedecke vom Ligarivalen Teutonia SuS Waltrop. Für eine Annullierung stimmte auch der A-Kreisligist SW Meckinghoven. „Die sportlich fairste Entscheidung“, meint Vorsitzender Klaus Herrmann. 

"Wort eines Kreisligisten gilt nicht so viel"

Eine andere Befürchtung hat Marcel Peters, Trainer von SV Borussia Ahsen: „Ich fürchte, dass dem Willen der unterklassigen Vereine keine große Beachtung geschenkt wird. Das Wort eines Kreisligisten wird nicht so viel gelten wie das eines Oberligisten.“

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