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Alles auf Anfang: Nach seinem Ausflug in der Westfalenliga ist Moritz Isensee (links) wieder in der Hülser U19 gefragt.

Fußball

Die Konzentration gilt nun dem Nachwuchs

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MARL - Am Ende war die Westfalenliga für den TSV Marl-Hüls nur noch eine Bürde. Nun, nach Abmeldung der ersten Mannschaft vom Spielbetrieb, will sich der Verein auf seine Junioren konzentrieren.

Sebastian Nowak mach keinen Hehl aus seiner Erleichterung. „Eine Last ist abgefallen“, sagt der 2. Vorsitzende der Fußballabteilung und Jugendleiter über die Abmeldung der ersten Mannschaft aus der Westfalenliga. „Kriegen wir das hin oder doch nicht? Dieses Problem hat alles überlagert“, berichtet Nowak. „Endlich haben wir Zeit, uns um die Basis, die Jugendabteilung, zu kümmern.“ Allerdings: Ganz los ist der Klub das Thema Seniorenfußball nicht. Nach dem Rückzug der ersten Mannschaft lautet die Frage: Wie geht’s in der kommenden Saison weiter? Nimmt der TSV seinen Startplatz in der Landesliga wahr? Stellt der Klub einen Antrag auf Eingruppierung in die Bezirksliga? Oder zieht sich der Traditionsverein gar auf die Kreisebene zurück? Basis soll jedenfalls die aktuelle zweite Mannschaft werden. Noch ist die Entscheidung nicht endgültig gefallen. Aber dass der TSV in der kommenden Saison in der Landesliga antritt, erscheint derzeit sehr unwahrscheinlich. Seniorenfußball, der viel Geld kostet: Daran mag in Hüls im Zeichen der Insolvenz niemand denken. Bezirksliga – oder gar ein Rückzug in den Kreis? Laut Spielordnung muss sich der Klub bis vier Wochen vor Ende der Saison (der letzte Spieltag findet am 26. Mai statt) gegenüber dem Verband erklären. In Fußball-Westfalen wird die Entscheidung mit Spannung erwartet: Verzichtet der TSV auf die Landesliga, ist eine Aufstiegsrunde der Bezirksliga-Vizemeister programmiert. In Hüls ist der Schritt mit Fragen verbunden. Wie diese: Muss man sich nun auch Sorgen um die Nachwuchsarbeit machen? „Wichtig ist, dass wir nun erst mal unseren jungen Fußballern und den Eltern diese Sorgen nehmen“, sagt Sebastian Nowak. Der Verein nehme mit der ersten Mannschaft zwar nicht mehr am hochklassigen westfälischen Fußballbetrieb teil, so der Jugendleiter. Aber das habe keine Auswirkungen auf die Arbeit der Junioren. „Wir hören nicht auf, Kinder und Jugendliche fußballerisch gut auszubilden“, versichert Nowak. „Dafür stehen schon unsere Trainer.“ Profitieren würden davon im Seniorenbereich künftig andere. „Ich will die Situation nicht schönreden“, sagt Nowak. „Aber wir müssen uns zunächst damit abfinden, ein Ausbildungsverein zu sein.“ So wie der VfB Waltrop, dessen Juniorenabteilung seit Jahren damit lebt. Beim TSV Marl-Hüls haben die Probleme der ersten Mannschaft zuletzt die sportlichen Ambitionen der Nachwuchsteams belastet. Den Kampf um den Aufstieg in der U19-Landesliga etwa. Dort sind die Hülser A-Junioren von Gejagten zu Jägern geworden. Mit den Talenten, die aus der ersten Mannschaft wieder zum Kader stoßen, ist die Mannschaft zwar stark aufgestellt. Aber um die Tabellenspitze von Westfalia Soest zurückzuerobern ist der TSV auf Schützenhilfe angewiesen. B- und C-Junioren dagegen stecken in der Westfalenliga knietief im Abstiegskampf. Beide können es noch packen. Aber dazu müssen nun langsam Punkte her. Dass in Hüls aber auch die jüngeren Teams Potenzial besitzen, dass gute Kicker nachkommen, das zeigt die erste D-Junioren-Mannschaft. Die U13 von Trainer Stefan Bachmann führt aktuell die Bezirksliga 5 an. „Diesen Jungs zuzusehen“, so der Sportliche Leiter Sebastian Nowak, „macht richtig Freude.“ Ein Gefühl, dass es zuletzt nicht im Überfluss gab beim TSV.

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