Kreispokalspiel SW Röllinghausen gegen Spvgg. Erkenschwick
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A-Kreisligist SW Röllinghausen (weißes Trikot) machte im Pokal gegen die Spvgg. Erkenschwick ein starkes Spiel, verlor am Ende knapp mit 0:2.

Fußball Kreispokal

Die Kleinen ärgern die Großen: So liefen die Kreispokalspiele am Abend in der zweiten und dritten Runde

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  • Meike Holz
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Am Abend fanden die Spiele im Krombacher Kreispokal statt. In den meisten Begegnungen, wie auch im Waltroper Derby zwischen VfB und Teutonia SuS, ging es bereits um den Einzug ins Achtelfinale. Für Westfalenligst Spvgg. Erkenschwick stand noch das Zweitrundenspiel bei SW Röllinghausen auf dem Programm.  

  • Im Krombacher Kreispokal standen sich am Abend Favoriten und Außenseiter gegenüber.
  • Die beiden Westfalenligisten Spvgg. Erkenschwick (2:0 in Röllinghausen) und TuS 05 Sinsen (2:0 beim FC 96 Recklinghausen) bekleckerten sich nicht mit Ruhm.
  • Spannend verliefen die Derbys in Recklinghausen (Hochlar gegen Suderwich), in Waltrop, wo Teutonia SuS den VfB aus dem Pokal warf, und Marl, wo SuS Polsum knapp mit 0:1 gegen VfB Hüls unterlag.

SW Röllinghausen - Spvgg. Erkenschwick 0:2 (0:1)

Dass die Spvgg. Erkenschwick die dritte Runde im Kreispokal erreichen würde, war allgemein erwartet worden. Mit so viel Gegenwehr von SW Röllinghausen hatte beim 0:2 (0:1) aber keiner gerechnet. Selbst Frank „Zecke“ Fuhrmann, mit Dietmar Holz Trainer der punktlos in die Kreisliga A gestarteten Gastgeber, war nach 90 am Ende packenden Minuten positiv überrascht: „Wir hatten viele Ausfälle und doch können wir nach dieser Leistung mit einem guten Gefühl am Sonntag ins Derby gegen den FC 96 Recklinghausen gehen.“

Das 1:0 für die Spvgg. Erkenschwick: Tom Rottmann (l.) zieht ab und trifft ins lange Eck. Röllinghausens Kapitän Stefan Matecki kommt zu spät.

Der Außenseiter „mauerte“ in der Anfangsphase erfolgreich, ließ kaum etwas zu und konnte sich zudem auf einen an diesem Abend vor gut 100 Zuschauern überragenden Moritz Wasinski im Tor verlassen. Nur einmal war der SWR-Keeper in den ersten 45 Minuten machtlos. Als Tom Rottmann aus 18 Metern Maß nahm und den Ball unten links in die Maschen haute (21.). Bis dahin war dem Westfalenligisten nicht viel eingefallen. Röllinghausen dagegen warf alles rein in das ungleiche Duell. Und wurde mit einem knappen Ein-Tore-Rückstand zur Pause belohnt.

Im zweiten Durchgang suchte die Mannschaft von Spvgg.-Coach David Sawatzki die schnelle Entscheidung, fand sie trotz richtig guter Möglichkeiten lange aber nicht. Zu umständlich wirkten viele Aktionen der Gäste. Röllinghausen wurde mutiger, investierte viel in den Zweikämpfen, die meist fair blieben. Nur einmal, als SWR-Verteidiger Levi Meyer gegen den quirligen Skandar Soltane von hinten übel austeilte, schossen die Gastgeber übers Ziel hinaus. Schiri Roger-Roy Gad beließ es bei einer Gelben Karte (52.).

Fuhrmann nahm den Abwehrspieler aus dem Spiel. Das wurde danach spannender von Minute zu Minute. Jetzt hatte Röllinghausen sogar Chancen zum Ausgleich. Die beste gab’s nach knapp einer Stunde, als Aboubacar Diallo – der auffälligste Spieler aufseiten von SWR – über rechts durchging und aus spitzem Winkel haarscharf am Tor vorbeischoss (58.). Auf der anderen Seite scheiterte Christoph Kasak nach einer Ecke von Leon Stöhr an Torwart Wasinski, der mit einem tollen Reflex auf der Linie klärte (60.). Und weil auch Arian Phil Schuwirth frei vor dem Tor verzog (67.) und Hakan Gökdemir aus 20 Metern nur den Torpfosten traf (71.), wurde es ein immer ungemütlicherer Abend für den Westfalenligisten. Zudem wurde es hektischer.

Beide SWR-Trainer sahen in der Schlussphase wegen Reklamierens die Gelbe Karte. Erst als Finn Wortmann dann drei Minuten vor dem Abpfiff das 0:2 mit einem Schuss vom linken Strafraumeck erzielte, hatten sich alle erhitzten Gemüter schnell wieder abgekühlt.

SW Röllinghausen: Wasinski – Schwabe, Werner (46. B. Altunok), Matecki, Meyer (56. Woitzik), Griegel, C. Altunok, Hermanowski, Diallo, Stramka, Heinacker (55. Lisiewicz)

Spvgg. Erkenschwick: Staude – Heine, Ovelhey (46. Kasak), Sarikiz, Schuwirth, Soltane (63. Wortmann), Stöhr, Rottmann, Klakus (50. Bouachria), Pilica, Strahler (46. Gökdemir)

Tore: 0:1 Rottmann (21.), 0:2 Wortmann (87.)

SV Hochlar 28 - SG Suderwich 2:0 (1:0)

In der gerade erst angelaufenen Saison hat der SV Hochlar 28 eines bewiesen: Die Elf von Trainer Thomas Mlodoch kann Derby. Nach dem 2:0-Erfolg am Sonntag bei Nachbar FC 96 Recklinghausen und dem 2:0 in der zweiten Kreispokal-Runde bei der SG Hillen ließ der A-Kreisligist am Abend in der dritten Pokalrunde erneut ein 2:0 (1:0) gegen Bezirksligist SG Suderwich folgen.

Zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft war Mlodoch im Gegensatz zu seinem Suderwicher Trainerkollegen Stefan Ortmann jedoch nicht. „Ich hatte gehofft, dass uns die frühe Führung Mut macht und Sicherheit gibt“, erklärte der SVH-Coach, der seine Mannschaft im Vergleich zum letzten Liga-Spiel auf sechs Positionen verändert hatte. Noel Galoska hatte sich an der Strafraumgrenze eine ideale Schussposition gesucht, zog ab und ließ SGS-Torhüter Leon Biel keine Abwehrchance –1:0 (3.).

Der Suderwicher Tim Krybus (r.) fährt Marc Motazedi in die Parade und beendet den Vorstoß des Hochlarers

An Sicherheit gewannen die Platzherren nicht. „Wir haben stattdessen den Ball viel zu schnell hergeschenkt“, haderte Mlodoch. Kapital zogen die Gäste aus dem Recklinghäuser Osten daraus aber nicht. „Spielerisch und kämpferisch war das eine ordentliche Leistung von uns“, bilanzierte Ortmann hinterher und sah eine gute Reaktion des Bezirksligisten nach dem jüngsten 2:3 in der Meisterschaft gegen die SpVgg. Erle. Ein Detail stimmte den SG-Trainer aber weniger zufrieden, und auf das kommt es im Fußball nun einmal an: Die Torausbeute. Der Bezirksligist münzte seine Vorteile zu selten in gefährliche Aktion um. Bezeichnend: Die beste Suderwicher Chance in der ersten Halbzeit war ein Freistoß von Tim Colen, den Torhüter Moritz Schwarz über die Querlatte lenkte (25.).

In der zweiten Halbzeit hoffte Hochlar vergeblich auf eine Trendwende. Die SG Suderwich, die auf Verstärkungen aus der Zweitvertretung setzen musste, drängte weiterhin auf den Ausgleich. Kurz nach seiner Einwechslung setzte Cedric Arndt den Ball aus 18 Metern knapp über das Hochlarer Tor (69.), während Leon Dwinger nach Zuspiel von Ahmet Özcan an Schwarz scheiterte (75.). Ein Entlastungsangriff der Platzherren führte schließlich zur 2:0-Entscheidung. Als Felix Kranjc nur robust vom Ball getrennt werden konnte, entschied Schiedsrichter Keskin Hamza auf Elfmeter, den Noah Rump sicher verwandelte (83.). Im Achtelfinale trifft der SV Hochlar 28 auf Westfalenligist Rot-Weiß Deuten. „Ich hoffe, dass das für uns nicht nur eine Laufeinheit wird“, meinte Thomas Mlodoch.

Hochlar: Schwarz - Sievers (76. Camara), Matena (46. Wiesemann), Galoska (46. Kranjc), Gröpper, Efendic, Bretthorst, Ott, Pohl (36. Rump), Motazedi, Schleume

Suderwich: Biel - Widera (23. Anderle), Colen, Bektas, Kämper (83. Strewe), Eggermann (66. Arndt), Özcan, Dwinger, Vorholt (72. Sternemann), Krybus, von Rekowski

Tore: 1:0 Noel Galsoka (3.), 2:0 Noah Rump (83./FE)

TuS Henrichenburg - Borussia Ahsen 1:3 (0:1)

Die Szene, die zum 0:1 führt: Tom Judwerschat wird im Strafraum gefoult.

Schwerer als erwartet tat sich der SV Borussia Ahsen in der dritten Runde im Kreispokal. Beim B-Ligisten TuS Henrichenburg kam die Mannschaft von Trainer Marcel Peters dennoch zu einem 3:1 (1:0-Sieg). Die Gäste wirkten von Beginn an nervös und fahrig. Dennoch verbuchten sie gegen die kampfstarken Henrichenburger mehrere Chancen. So vergab Daniel Del Puerto Schillo nach Hereingabe von Niklas Ralf Laudahn (5.), so rettete TuS-Schlussmann Florian Kacorowski mit einem glänzenden Reflex gegen Laudahn (9.). In der 14. Minute versuchte es Moritz Meer nach einem Eckstoß volley, doch der Ball wurde auf Kosten eines Eckstoßes abgelenkt. Auf der Gegenseite stand ein Schuss von Leon Philipp aus dem Gewühl heraus, den Ahsens Torwart Sven Jorzik parierte (14.).

Ein Foulelfmeter brachte die 0:1-Pausenführung. Tom Judwerschat war von Niko Bogatinis und Felix Schaack im Strafraum zu hart angegangen worden, den Strafstoß versenkte Constantin Brink sicher (25.). In der 39. Minute verhinderte Meer den möglichen Henrichenburger Ausgleich durch Leon Friedrichs nach einem schönen Konter.

In der zweiten Hälfte traten die Gäste wesentlich besser auf. Die Folge war das 0:2 durch Brink nach schönem Zuspiel von Del Puerto Schillo (53.). Dann aber verfielen die Ahsener wieder in ihren „Verwaltungsmodus“, wie Peters es nach der Partie nannte. Im Abwehrzentrum verhielt man sich zu schläfrig, Philipp Engel nutzte das und verkürzte auf 1:2 (75.). Und wieder wurden die Ahsener nervös. „Das habe ich schon in den letzten Wochen wahrgenommen“, meinte Peters. Doch Brink sorgte nur eine Minute später mit seinem dritten Treffer für den 1:3-Endstand. Im Achtelfinale geht es nun gegen den TuS Haltern.

Borussia Ahsen: Jorzik – Salehi, Meer, Brink, Laudahn, Judwerschat, Kilian, L. Blasey, T. Monno, Selzer, Del Puerto Šchillo

Tore: 0:1 Brink (25. Foulelfmeter), 0:2 Brink (53.), 1:2 Engel (75.), 1:3 Brink (76.)

SV Westerholt - F. Istanbul Marl 5:2 (2:2)

Das ist der Reiz im Pokalwettbewerb: Nicht immer gewinnt der Klassenhöhere. In der dritten Kreispokalrunde hat es Fenerbahce Istanbul Marl erwischt. Der A-Ligist zog beim B-Ligisten SV Westerholt mit 2:5 (2:2) den Kürzeren.

Die Hausherren, die in Runde vier auf den A-Ligisten DJK Grün-Weiß Erkenschwick treffen werden, hätten weitaus höher gewinnen können, ja müssen. „Wir hatten reichlich Torchancen, aber vieles liegen lassen“, sagt Westerholts Trainer Christoph Woischny. Und fügt hinzu: „Man sieht, dass die Marler Mannschaft nicht fit ist.“ Er spielt dabei auf den zweiten Abschnitt an. Denn da waren die Gäste absolut chancenlos, wurden förmlich überrannt. „Nach dem Wechsel haben wir nicht eine Torchance zugelassen“, sagt Woischny. Problem nur: Die SV-Elf war in vielen Aktionen zu überhastet, der letzte Pass kam nicht zum Mann.

Zu spät kommt der Einsatz des Marler Abwehrspielers Samet Ural (r.), der Westerholter Luca Jorczik hat bereits abgezogen.

Das änderte sich in der 62. Minute. Da wollte Marls Izzettin Gökyar einen Rückpass zu Torwart Aydin Develi spielen, der aber viel zu kurz geriet. Luca Jorczik roch den Braten, erlief den Ball, spielte Develi aus und schob zum 3:2 ein. Nur zwei Minuten später legte Sascha Uhle von der linken Seite quer zu Jorczik. Dieser ließ noch einen Verteidiger aussteigen, drosch den Ball aus zehn Metern zum 4:2 ein – die Vorentscheidung.

SV Westerholt: Füllbeck - Knubben, Schwarz, Niewerth (79. Schwikowski), Zabka, Pawlowski, Uhle (84. Orucoglu), Jorczik, Rüdiger, Kocaoglu (74. Hausdorf), Bratka

Fenerbahce Ist. Marl: A. Develi - Günes, Gökyar, Ural (64. Ercivan), Bekmezci, Aydin (72. Tecir), G. Develi (10. Akcacik), Güleryüz, Acar, Inam, Ciloglu

Tore: 1:0 (9.) Luca Jorczik; 1:1 (14.) Furkan Güleryüz; 2:1 (29.) Till Niewerth; 2:2 (38.) Sadi Akcacik; 3:2 (62.) Luca Jorczik; 4:2 (64.) Luca Jorczik; 5:2 (88.) Jan Maurice Rüdiger

VfB Waltrop - Teutonia SuS Waltrop 1:4 (1:1)

Bezirksligist Teutonia SuS Waltrop hat das Achtelfinale im Kreispokal erreicht. Im Lokalderby beim klassenniedrigeren VfB Waltrop setzte er sich am Abend mit 4:1 (1:1) durch.

Teutonen-Trainer Tim Braun hatte vor der Partie kritisiert, seine Mannschaft sei zu ruhig und besonnen. Es machte in den ersten Minuten tatsächlich den Eindruck, doch nach zehn Minuten hatte sie den Einschaltknopf gefunden und schaltete in den Pokal- und Derby-Modus. Da lag Brauns Mannschaft aber schon mit 0:1 zurück, denn nach einem Foul von Max Reimann an Justin Jerichow verwandelte in der zweiten Minute Denis Özdemir den fälligen Freistoß direkt.

Die Teutonen bestimmten nach ihrer Eingewöhnungsphase das Spiel und verfügten über wesentlich mehr Ballbesitz, waren vor dem VfB-Tor aber zu harmlos. Die erste gute Möglichkeit ergab sich in der 16. Minute für Lutz Hamann nach Doppelpass mit Moritz Thomas Wember, der Ball flog aber am langen Pfosten vorbei. Sechs Minuten später stand VfB-Keeper Nedim Caliskan im Mittelpunkt des Geschehens, als er einen harten Schuss von Alex Jörg Schröer glänzend parierte. Und noch einmal konnte sich Caliskan auszeichnen, als er einen Schuss von Wember zwar nur abklatschen konnte, im Nachfassen aber schneller war als Sascha Adam (37.). Nur drei Minuten später klärte Caliskan mit einer schönen Parade den Schuss von Wember, der sich über rechts durchgesetzt hatte.

Jäger und Gejagter: Teutone Sascha Adam (M.) muss sich gegen Justin Jerichow, Joel Lehmann und Christoph Jäger (v.l.) behaupten.

Dann trafen die Teutonen aber doch noch. Schröer setzte sich auf links gegen Justin David Hachtkemper durch und traf zum 1:1 (45.). Sechs Minuten waren in Durchgang zwei gespielt, als Caliskan Lutz Hamann im Strafraum foulte. Florian Sulzbacher setzte den Strafstoß an die Latte, Wember verwertete den Nachschuss zum 1:2. Unübersichtlich wurde es zwei Minuten später, als nach einem Foul von Schröer an Lehmann VfB-Auswechselspieler auf den Platz rannten. Alexander Jerichow sah bei dieser Aktion die Rote Karte. Das 1:3 besorgte Wember nach einem tollen Alleingang über rechts (60.), danach überließ er Marius Speker das Feld. Der führte sich gleich gut ein, verfehlte in der 64. Minute den gegnerischen Kasten aber knapp. Dann wurde es deutlich, denn der eingewechselte Klintes Toska erhöhte auf 1:4 (75.).

Teutonia SuS trifft im Achtelfinale am Donnerstag, 8. Oktober, auf Westfalia Gemen. Der Landesligist hatte den SC Reken aus der Bezirksliga 11 mit 3:1 geschlagen.

VfB Waltrop: Caliskan – Jäger, Almenröder, Jerichow (63. Wagner), D. Özdemir, Nije (46. I. Özdemir), Ressemann, Hachtkemper, Lehmann, Hermann, Öztürk

Teutonia SuS Waltrop: Kroll – Bramsel, Beckmann, Adam, Wember (61. Speker), Schröer, Gennermann, Hopp, Reimann, Hamann, Sulzbacher

Tore: 1:0 D. Özdemir (2.), 1:1 Schröer (45.), 1:2 Wember (51.), 1:3 Wember (60.), 1:4 Toska (75.)

FC 96 Recklinghausen - TuS 05 Sinsen 0:2 (0:0)

Die Entscheidung fiel buchstäblich in letzter Minute. Olcay Yilmaz war so frei im Strafraum des FC 96 Recklinghausen – und drosch den Ball unhaltbar zum 0:2 ins kurze Eck. Heiterkeit, Freude, gar Jubel beim TuS 05 Sinsen? Fehlanzeige. War dem Westfalenligisten nur das Ergebnis unangenehm? Oder gleich das ganze Spiel? „Vielleicht hätten wir heute mehr verdient gehabt als dieses 0:2“, fand Recklinghausens Spielertrainer Pascal Kötzsch nach dem Abpfiff wenige Augenblick später. Vielleicht? Ganz sicher sogar.

Der A-Kreisligist zeigte von Anfang an eine couragierte Vorstellung und ließ den hohen Favoriten bis zum Ende um den Einzug in die vierte Runde des Kreispokals bibbern. Gut und gerne hätte der FC 96 in Führung gehen können. In der 12. Minute zum Beispiel, als Stjepan Filipovic nur Aluminium traf. Auf der anderen Seite hatte nur einer Chancen: Maurice Tia. Sinsens Neuzugang scheiterte erst an Torhüter Hakan Cengel (5.), dann verpasste er den richtigen Moment zum Abschluss (15.), schließlich touchierte sein Schuss den Pfosten (36.).

Endlich ein Tor: Sinsens Maurice Tia freut sich über das 0:1, die Recklinghäuser Mladen Cirkovic (Nr. 4) und Pascal Kötzsch können es nicht fassen.

Alles in allem war das aber viel zu wenig, was der Westfalenligist beim drei Klassen tiefer kickenden A-Ligisten zeigte. Zu wenig Tempo, zu wenig Spielwitz, zu wenig Biss im Zweikampf. „Die Einstellung zu diesem Spiel hat uns gefehlt“, meinte TuS-05-Trainer Michael Schrank. „Dann wird es eben ganz schwer, den Schalter umzulegen. Dazu kam, dass uns der FC 96 das Leben heute sehr schwer gemacht hat.“

In der zweiten Hälfte war zunächst etwas mehr Zug im Sinsener Spiel. Das zahlte sich aus. Beim 0:1 profitierte der TuS 05 aber von einem Fehler im Recklinghäuser Aufbau. Leonard Onofaro schaltete fix und bediente den freistehenden Maurice Tia – 0:1 (65.). Der FC 96 hielt nun erst recht dagegen und spielte sehenswert drei, vier richtig gute Chancen heraus. Marko Milovanovic verfehlte das Tor nur knapp, Filipovic scheiterte an Torhüter Tom Richert, und auch Pascal Kötzsch war einem Treffer nahe. Noch in der 89. Minute lag das 1:1 in der Luft. Keine Frage damit, der FC 96 hätte sich gut und gern ein Elfmeterschießen erzwingen können. Unverdient wäre es sicher nicht gewesen. So aber machte im Gegenzug Olcay Yilmaz mit der letzten Aktion alles klar.

FC 96 Recklinghausen: Cengel - Gülser, M. Cirkovic, Kötzsch, Diallo (35. Wirtz), J. Cirkovic, Milovanovic, Tatar (73. Zibner), Walter, Filipovic, Hagemeister (75. Heron)

TuS 05 Sinsen: Richert - Lubkoll, Tekin, Noack (46. Saritas), Yarokha, Solak, Yilmaz, Kadrija (76. grieß), Grodzik, Onofaro, Tia

Tore: 0:1 Tia (65.), 0:1 Yilmaz (90.)

SuS Polsum - VfB Hüls 0:1 (0:0)

Mit dem knappsten aller Ergebnisse ist der VfB Hüls am Donnerstagabend ins Achtelfinale des Kreispokals eingezogen. Der Bezirksligist setzte sich vor 181 Zuschauern knapp, aber verdient beim SuS Polsum durch. Das Tor des Tages erzielte Marvin Thomaszik nach gutem Zuspiel von Moussa Sangare (56.).

Der gastgebende B-Kreisligist verteidigte ansonsten mit Herz und Leidenschaft, konnte aber selbst in der Offensive kaum Akzente setzen. Nach der Einwechslung von Ramon Fahrenhorst schienen sich die Hausherren zunächst zu befreien, aber mehr als einige Standardsituationen sprangen effektiv nicht heraus. Als der SuS die Deckung ein Stück öffnete, ergaben sich Freiräume für die Gäste. Doch der VfB, bei dem Sangare gute Szenen hatte, konterte nicht konsequent genug, obwohl den Gastgebern immer mehr die Puste ausging. Am nächsten dran am Polsumer Tor war noch Jannik Hohenberger mit einem Schuss aus knapp 20 Metern (80.).

Eine Halbzeit hielt die Polsumer Deckung dicht: Der Hülser Maurice Saracevic wird von Philipp Ruß, Johannes Weßels und Rene Semelka (v.r.) eskortiert.

In der Schlussphase hofften die Polsumer vergebens auf die eine Großchance. Auch in der fünfminütigen Nachspielzeit brannte für die Gäste, die nach den Erfahrungen der ersten beiden Liga-Spiele und wegen der personellen Engpässe wenig souverän wirkten, nichts mehr an. Bis zur Halbzeit war dem Bezirksligisten auf der Asche des Sportzentrums nicht viel eingefallen. Zwar spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in der Hälfte der Hausherren ab, richtig gefährlich wurde es vor dem Kasten von Kapitän Paul den Hartog nur selten. Die beiden besten Gelegenheiten für die Gäste hatte Marvin Thomaszik, der jeweils von rechts aus spitzem Winkel zum Abschluss kam. Sein erster Schussversuch klatschte an den Innenpfosten (18.); beim zweiten Mal zielte der Spielführer knapp am langen Eck vorbei (27.).

SuS Polsum: den Hartop – Semelka, Blesel, Ruß, Scholz, Mengede, Sharifi, Fahrenhorst, Weßels, Block, Schachtl

VfB Hüls: Kulak – Greiner, Glaw, Saracevic, Glüsing, Adlung, Thomaszik, A. Lakstankin, Hohenberger, Kayma, E. Lakstankin

Tor: Thomaszik (56.)

  • Kreispokal, 2. Runde
  • SW Röllinghausen - Spvgg. Erkenschick 0:2
  • Kreispokal, 3. Runde
  • SV Hochlar 28 - SG Suderwich 2:0
  • TuS Henrichenburg - Borussia Ahsen 1:3
  • SV Westerholt - Fenerbahce Istanbul Marl 5:2
  • FC 96 Recklinghausen - TuS 05 Sinsen 0:2
  • FC Marbeck - SG Borken 0:2
  • VfB Waltrop - Teutonia SuS Waltrop 1:4
  • SuS Polsum - VfB Hüls 0:1
  • TuS Sythen - Westf. Vinnum (23.9.)
  • V. Heiden - SV Schermbeck (24.9.)
  • TSV M.Hüls/DJK Spvgg. Herten - FC Marl (1.10.)
  • Kreispokal Achtelfinale
  • Sythen/Vinnum - SG Borken
  • Borussia Ahsen - TuS Haltern
  • Teut. SuS Waltrop - Westfalia Gemen
  • SV Hochlar - RW Deuten
  • SV Westerholt - GW Erkenschwick
  • SV Dorsten-Hardt - Heiden/Schermbeck
  • TSV M.-Hüls/SpVgg Herten/FC Marl - VfB Hüls
  • Genclik/Spvgg. Erk. - TuS 05 Sinsen

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