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Der bis 2022 gewählte Kreisvorstand (von links): Harald Woller (Kreisschiedsrichterausschuss), Dominik Lasarz (Kreisjugendausschuss), Ludger Zander (Kreisleichtathletikausschuss), Klaus Roschkowski (Kreiskassierer) sowie der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey.

Fußball - der Kreistag 2019

Personalmangel im Kreis spitzt sich zu

RECKLINGHAUSEN - Nicht nur einmal, gleich dreimal vereinte Hans-Otto Matthey während des Kreistags 2019 bei den Wahlen alle Stimmen auf sich. Nur: Der Kreisvorsitzende hätte auf dieses Votum gerne verzichtet.

Nicht nur, dass der seit 2001 amtierende Recklinghäuser erneut einstimmig zum Kreisvorsitzenden gewählt wurde. Auch bekleidet der 68-Jährige ab sofort kommissarisch das Amt des Kreisfußballausschussvorsitzenden und das Amt des Obmanns Vereins- und Kreisentwicklung. Die Ämterhäufung ist aus der Not entstanden: Auch im Kreis mangelt es an Mitarbeitern. Das geht zunehmend an die Substanz.

So empfahl der Kreisvorstand den Delegierten, diesmal keinen Ausschuss für Vereins- und Kreisentwicklung einzurichten, was zumindest Helmut Gronau, Vorsitzender von LA SV Herten, sauer aufstieß. „Wenn wir uns nicht entwickeln, schaffen wir uns ab“, plädierte der Hertener für die Beibehaltung des Ausschusses. Der allerdings hatte zuletzt ohnehin nur auf dem Papier bestanden.

Matthey nahm Gronau daher schnell den Wind aus den Segeln: „Wo kein Ehrenamtler in Sicht ist, brauche ich keinen Ausschuss, und wo keine Substanz ist, kann keine Entwicklung stattfinden.“

Grundsätzlich stimme er Gronaus Ansinnen ja zu, so Matthey, der jedoch aufs Grundproblem verwies, vor dem der Kreisvorstand eben stehe – Personalmangel: „Es ist nicht unsere Aufgabe, die Leute aus den Vereinen abzuziehen und im Kreis zu installieren.“

Eine klare Mehrheit votierte danach für die Abschaffung des Ausschusses. Bezeichnend: Bei der mehr als eineinhalbstündigen Veranstaltung im Bürgerhaus Süd waren 103 stimmberechtigte Vereinsmitarbeiter anwesend, es wurden 23 Tagesordnungspunkte besprochen, aber es gab nur eine Wortmeldung – die von Helmut Gronau.

Der neue, bis 2022 gewählte Kreisvorstand, in den Ludger Zander (Recklinghäuser LC) als Vorsitzender des Kreisleichtathletikausschusses aufrückte, steht damit vor großen Herausforderungen. Matthey bekräftigte nochmals, dass seine siebte Amtszeit die letzte sein soll: „Meine Zeit ist 2022 abgelaufen.“

Nur ist weit und breit kein Nachfolger in Sicht. Den würde der „KV“ gerne vorzeitig einarbeiten. Wann und ob sich überhaupt die Chance dazu ergibt, steht kurz nach dem Kreistag in den Sternen.

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