Fußball

Neun Punkte fehlen auf dem Saisonkonto

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MARL - Der TSV Marl-Hüls will in der kommenden Woche einen Insolvenzantrag stellen. Für die erste Mannschaft in der Westfalenliga 2 hat dies unmittelbar sportliche Konsequenzen: Sie steht im Abstiegskampf vor einer unmöglichen Mission.

So leicht kann Oliver Ridder beim TSV Marl-Hüls nichts mehr schocken. Als der 36-Jährige im Sommer 2017 als Trainer der B-Junioren anheuerte, da lief das Steuerstrafverfahren gegen den Klub bereits auf vollen Touren. Der Waltroper kennt den Verein ausschließlich im Krisenmodus. „Wie es beim TSV ist, wenn es mal richtig gut läuft, weiß ich gar nicht“, merkt Ridder an, der seit dem 1. Januar für die erste Mannschaft in der Westfalenliga zuständig ist. Der gestrige Donnerstag war allerdings auch für krisenerprobte Übungsleiter schwerer Tobak. Als am Donnerstagmorgen die Runde gemacht hatte, dass der Traditionsverein in der kommenden Woche einen Insolvenzantrag stellen muss, stand Ridders Telefon nicht still. Hoch her ging es vor allem in der Whatsapp-Gruppe der ersten Mannschaft. „Es sind stürmische Zeiten für den TSV“, sagt Trainer Ridder. „Ich bin mit der Mannschaft einig, dass wir uns auf das Sportliche konzentrieren müssen – wir bereiten uns weiter vor und haben den Rückrundenstart am 10. Februar im Blick. Alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.“ Tatsächlich ist die Zukunft des Klubs derzeit höchst ungewiss. Der Vorsitzende Udo Lichtenstein hat angekündigt, dass der TSV den Spielbetrieb weiterführen will. Dass angesichts des Insolvenzantrags Spieler wie Arthur und Eugen Fell, die sich zum 31. Dezember abgemeldet hatten, noch einmal für den TSV spielen, erscheint unwahrscheinlich. Aber das ist nicht das größte Problem für Oliver Ridder und seine Mannschaft. Die Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) heißt es in Paragraf 52, Absatz neun: „Beantragt ein Verein selbst die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen sich“, so werden „der klassenhöchsten Mannschaft ... neun Gewinnpunkte im Herrenspielbetrieb aberkannt“. Im Klartext: Statt mit zwölf Punkten startet der TSV in der Westfalenliga 2 mit nur noch drei Zählern in die Rückrunde und rutscht ans Tabellenende. Der Relegationsplatz – Rang 14 – ist satte zehn Punkte entfernt. Steht der erste Absteiger aus der Westfalenliga 2 damit fest? „Ich werde jetzt nicht spekulieren“, sagt Trainer Oliver Ridder. „Wenn es so kommt, dann nehmen wir auch das an. Ich hoffe einfach nur, dass wir die Möglichkeit bekommen, an den Start zu gehen. Wir wollen zeigen, was wir drauf haben. Alles Weitere werden wir dann sehen.“

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