Das Kreispokalfinale zwischen TuS Haltern und SV Schermbeck wurde abgesagt.
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Am Sonntag wurde das Kreispokalfinale zwischen TuS Haltern und SV Schermbeck abgesagt.

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SV Schermbeck sagt den Oberliga-Auftakt ab - auch die Spvgg. Erkenschwick startet nicht in Kinderhaus

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  • Olaf Krimpmann
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Die Zahl der Corona-Infizierten hat sich beim Oberligisten SV Schermbeck auf acht erhöht. Betroffen sind neben einem Co-Trainer sieben Spieler. Auch die Spvgg. Erkenschwick spielt am Sonntag nicht.

  • Der SV Schermbeck meldet acht Corona-Fälle und sagt das für Sonntag geplante Oberligaspiel in Holzwickede ab.
  • Auch Westfalenligist Spvgg. Erkenschwick, der zuvor im Pokal-Halbfinale gegen die Schermbecker gespielt hatte, wird am Sonntag nicht in die Saison starten.
  • Das Westfalenligaspiel bei Westfalia Kinderhaus wurde ebenfalls abgesagt.

Update, 03.09., 14.45 Uhr

Der Schermbecker Saisonauftakt in der Oberliga Westfalen beim Holzwickeder SC ist seit Dienstag abgesagt. Acht Personen (eine aus dem Trainer-Team und sieben Spieler) sind dort positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Vereinsaussagen befänden sich einige Infizierte bis zum 9., andere bis 14. September in Quarantäne.

Auch die Spvgg. lässt den Betrieb ruhen

Am Donnerstag folgte eine weitere Absage: Die Spvgg. Erkenschwick wird am Sonntag nicht bei Westfalia Kinderhaus antreten. „Die Situation ist mehr als nur unbefriedigend für uns“, erklärt Geschäftsführer Andreas Giehl. Die Spvgg. hatte am vergangenen Freitag noch im Kreispokal gegen Schermbeck gespielt. Die Mannschaft hatte nach Bekanntwerden der Corona-Erkrankungen beim SVS am letzten Sonntag sofort den Trainingsbetrieb eingestellt. Spieler und Trainer hätten sich daraufhin um Corona-Testmöglichkeiten bemüht, heißt es. „Es stehen noch Rückrufe aus oder Testergebnisse“, berichtete Giehl am Donnerstagvormittag. „Einer hat erst am Donnerstag einen Termin bekommen. Unter diesen Umständen an ein Fußballspiel zu denken, ist nicht möglich.“

Staffelleiter hat ein Einsehen

Der Spvgg.-Geschäftsführer hat Gegner Westfalia Kinderhaus über die aktuelle Situation am Stimberg informiert, nach einem Telefonat hatte auch Staffelleiter Hans-Dieter Schnippe ein Einsehen und setzte am frühen Nachmittag die für diesen Sonntag angesetzte Westfalenligapartie in Münster ab.

Update, 03.09., 11.20 Uhr

Der Schermbecker Saisonauftakt in der Oberliga Westfalen beim Holzwickeder SC ist bereits abgesagt. Nach Vereinsaussagen befänden sich einig Infizierte bis zum 9., andere bis 14. September in Quarantäne. Auf eine Absage ihres Spiel bei Westfalia Kinderhaus hofft jetzt auch die Spvgg. Erkenschwick. „Die Situation ist mehr als nur unbefriedigend für uns“, so Geschäftsführer Andreas Giehl.

Erkenschwick stellt Trainingsbetrieb ein

Die Spvgg. hatte am vergangenen Freitag im Kreispokal gegen Schermbeck gespielt, die Mannschaft hatte nach Bekanntwerden der Corona-Erkrankungen beim SVS am Sonntag den Trainingsbetrieb eingestellt. Spieler und Trainer hätten sich daraufhin um Corona-Testmöglichkeiten bemüht. „Es stehen noch Rückrufe aus oder Testergebnisse“, berichtet Giehl am Donnerstagfrüh. „Einer hat erst am Donnerstag einen Termin bekommen. Unter diesen Umständen an ein Fußballspiel zu denken, ist nicht möglich.“

Staffelleiter muss nun eine Entscheidung treffen

Der Geschäftsführer hat Gegner Westfalia Kinderhaus über die aktuelle Situation am Stimberg informiert, jetzt steht noch ein Gespräch mit Staffelleiter Hans-Dieter Schnippe aus. Ziel: Der Funktionär möge das Westfalenligaauftaktspiel am Sonntag angesichts dieser Umstände absagen und für einen späteren Termin neu ansetzen.

Update, 31.08., 16.30 Uhr

Am Tage nach der Absage des Kreispokalfinals in Marl zeigt sich der Fußballkreis noch immer geschockt. Wird sich der Amateurfußball auf Szenarien wie das hiesige einstellen müssen, und wenn ja: Wie kann er das? Für Hans-Otto Matthey ist die Sache klar: „So geht man nicht miteinander um!“, schimpft der Vorsitzende des Fußballkreises Recklinghausen. Der Adressat ist klar formuliert: Es ist der SV Schermbeck, der am Sonntag das Kreispokalfinale gegen TuS Haltern wegen Corona-Verdachtsfällen kurzfristig abgesagt hatte. Ob es – wie es zunächst geheißen hatte – nur einen Co-Trainer betraf, oder aber, wie später spekuliert wurde, es sich um mehrere Spieler gehandelt haben soll, darüber gab es am Sonntag höchst widersprüchliche Aussagen. Gesichert ist, dass es Verdachtsmomente in der Mannschaft schon ab Dienstag letzter Woche gab – noch ehe der SVS am Freitagabend das Kreispokal-Halbfinale gegen die Spvgg. Erkenschwick bestritt. Und dass bis Sonntagmittag weder Gegner noch Kreis Kenntnis hatten.

Test des Co-Trainers fällt positiv aus

Am Montag wurden die Ergebnisse öffentlich: So soll ein Co-Trainer des SVS positiv auf das Coronavirus getestet worden sein, bei zwei Spielern dafür seien die Testergebnisse negativ ausgefallen. Am Stimberg hatte sich die Mannschaft am Sonntag vorsorglich in Isolation begeben, der Trainingsbetrieb ruht bis auf Weiteres. Das für Donnerstag angesetzte Kreispokalspiel der Spvgg. bei SW Röllinghausen wurde abgesagt, ob der Liga-Start an diesem Sonntag bei Westfalia Kinderhaus stattfinden kann, steht in den Sternen. „Wir haben Staffelleiter wie Gegner über die aktuelle Situation bei uns informiert“, so Spvgg.-Geschäftsführer Andreas Giehl .

Erkenschwicker wollen sich testen lassen

Bei den Schwarz-Roten ist das große Abwarten angesagt. Zwar hätten sich einige Spieler umgehend auf eigene Faust auf Corona testen lassen wollen. Doch ohne einen konkreten Verdacht seien diese bei Ärzten abgewiesen worden, berichtet Andreas Giehl. Auch vom Kreisgesundheitsamt habe es nach Anfrage geheißen: Erst müssen die Ergebnisse der Corona-Tests in Schermbecks Mannschaft vorliegen, ehe Erkenschwicks Spieler getestet würden. Andreas Giehl lässt keinen Zweifel daran, dass er sich vom SV Schermbeck ein anderes Vorgehen gewünscht hätte: „Wir hätten erwartet, dass der SV Schermbeck sich selbsttätig bei uns gemeldet hätte.“ Pokalspielleiter Andreas Mermann pflichtet bei: „Dazu ist die Sache zu ernst, mit Corona spaßt man nicht.“ Für den Funktionär steht fest: Hätte der SV Schermbeck sich beim ersten Verdachtsfall sofort gemeldet, die Endrunde beim FC Marl hätte womöglich gar nicht stattgefunden. Mermann: „Ich hätte einfach mehr Verantwortungsbewusstsein erwartet.“

Kreis lobt Konzept des FC Marl

Wie es der FC Marl als Ausrichter der Pokalendrunde zeigte, dem Mermann wie Hans-Otto Matthey ein vorzügliches Zeugnis ausstellen. Matthey: „Der FC Marl hat vom Konzept und der Manpower her hervorragende Arbeit geleistet.“ Wie viele andere Vereine im Kreis auch. Doch auch der FCM ist auf Getränken und Würstchen sitzen geblieben, die er beim Finale am Sonntag hätte verkaufen können, ganz abgesehen von der Arbeit, die der Verein im Vorfeld hatte.

Verband arbeitet an Änderung der Durchführungsbestimmungen

Die große Frage, die nun über allem schwebt, ist: Wie können solche Szenarien in Zukunft verhindert werden? Oder muss nun regelmäßig mit Absagen gerechnet werden? Wenn ja: Was ist zu tun? Funktionäre vor Ort hoffen auf ein Statement des Verbandes. Pokalspielleiter Mermann, der zugleich Vorsitzender des Kreisfußballausschusses ist, benennt die Krux: „Wann darf ich bei Verdachtsfällen ein Spiel absetzen, wann nicht? Da gibt es bislang keine klaren Regelungen.“ Reinhold Spohn, Vorsitzender des Verbandsfußballausschusses, bestätigt immerhin, dass der Westdeutsche Fußballverband an einer Modifizierung des Paragrafen 47 seiner Spielordnung („Spielwertung in besonderen Fällen“) arbeite. Die Zeit drängt: Am Wochenende soll in Westfalen der Ligabetrieb starten. In den Durchführungsbestimmungen des Kreises ist bereits festgelegt, dass Gastmannschaften abreisen können, wenn der Heimverein kein ausreichendes Hygienekonzept vorweisen kann. Auch Schiedsrichter können in diesen Fällen den Anpfiff verweigern. Die Begegnung würde in diesen Fällen für die Heimmannschaft als verloren gewertet.

Meermann wartet auf eine Stellungnahme

Was aber, wenn es in einer Mannschaft Corona-Verdachtsfälle gibt, diese aber nicht umgehend angezeigt werden? Dem Kreis bleiben in diesen Fällen zunächst die Hände gebunden. „Natürlich werden wir in allen Fällen Nachweise verlangen, dass Tests durchgeführt worden sind“, sagt Andreas Mermann. An weiteren Spekulationen will sich der Kreisfußballausschussvorsitzende nicht beteiligen: „Das werde ich mit Sicherheit nicht. Aber mit Sicherheit werde ich den Verein SV Schermbeck dazu auffordern, mir schriftlich den ganzen Sachverhalt zu schildern.“ Nachdem der Funktionär etliche Versionen gelesen hat („Die Presse wusste offenbar mehr als wir“), ist er auf die endgültige gespannt.

Update, 30.8., 19.30 Uhr:

Bis zum Samstagabend schien die Finalrunde um dem Krombacher-Kreispokal 2019/20 zu einem Erfolg zu werden. Dann schlug das Virus doch noch zu – der Kreis musste am Sonntagmorgen das Finale zwischen TuS Haltern und SV Schermbeck absagen. Aufgrund einer Corona-Infektion eines Trainers könne der SV Schermbeck nicht antreten, informierte der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey: „So hat es mir der Vorsitzende des SV Schermbeck mitgeteilt. Und so habe ich das auch an den Verband weitergegeben.“

Freitag oder Samstag?

Das war kaum geschehen, da machte eine ganz andere Version die Runde. Tatsächlich ist ein Mitglied des Trainerteams beim SV Schermbeck seit Tagen wegen Corona aus dem Spiel. Wie Trainer Sleiman Salha berichtete, hätten am Wochenende Schermbecker Spieler unter typischen Covid19-Symptomen geklagt, drei hätten sich auch einem Corona-Test unterzogen. Am Freitag, wie es zunächst hieß. Dann war die Rede von Samstag.

SV Schermbeck vorsorglich in Quarantäne

Auf Nachfrage erklärte der SVS-Vorsitzende Michael Steinrötter am Sonntagnachmittag, die Spieler hätten sich erst beim Verein gemeldet, nachdem ein anderer Akteur Vorstand und Trainer am Sonntag informiert habe, dass er Symptome aufweise. Die Ergebnisse der Tests werden für Montag erwartet. Vorsorglich wurden am Sonntag erste und zweite Mannschaft des SV Schermbeck nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt. Zunächst für 24 Stunden.

Kreis will Sachverhalt aufklären

Andreas Mermann, Vorsitzender des Kreisfußballschusses und Pokalspielleiter, reagierte pikiert. „Die Finalrunde in Marl ist bis dahin gut gelaufen, für die Ausrichtung gab’s Lob. Und jetzt das.“ Mermann kündigte an, dass der Fußballkreis den Sachverhalt noch eingehend recherchieren werde. „Dass Schermbecker Spieler getestet worden sein sollen, davon weiß ich nur aus den Online-Medien“, sagte der Pokalspielleiter am Sonntag kurz vor dem geplanten Anpfiff um 15 Uhr. Auch von einem Co-Trainer, der wegen einer Infektion vor der Finalrunde im Kreispokal passen musste, wusste der Kreis nichts.

Bei der Spvgg. Erkenschwick ist man sauer

Dass das Finale abgesagt werden musste, ist damit klar. Was aber ist mit dem Halbfinale gegen die Spvgg. Erkenschwick, das der SV Schermbeck am Freitagabend im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte? Die Spvgg. Erkenschwick wird am Montag Kontakt zu den Behörden aufnehmen und um eine Testung der gesamten Mannschaft nachsuchen. Die Bestürzung am Stimberg ist groß. Den Trainingsbetrieb hat der Verein fürs Erste ausgesetzt, das Erkenschwicker Kreispokalspiel bei SW Röllinghausen am Donnerstag ist abgesagt. Dazu ging der Klub mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit: „Wir können es nicht fassen, dass der SV Schermbeck ... ganz normal zum Spiel angetreten ist.“ Man habe „mehr Verantwortungsbewusstsein und Professionalität“ erwartet.

Pokalspiel gegen Röllinghausen abgesagt

Sollte sich der Corona-Verdacht bei den Schermbecker Spielern bestätigen, so ist am kommenden Sonntag nicht nur das Auftaktspiel des Klubs in der Oberliga Westfalen beim Holzwickeder SC in Gefahr. Auch in der Westfalenliga 1 wird der erste Spieltag möglicherweise nicht glatt über die Bühne gehen. Spvgg.-Geschäftsführer Andreas Giehl hat den Staffelleiter und Gegner Westfalia Kinderhaus bereits über die Lage informiert.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung vom 30.8., 12.30 Uhr

Corona beim SV Schermbeck? Weil beim Oberligisten drei Spieler am Freitag über typische Covid-19-Symptome klagten, hat der Verein das für Sonntagnachmittag angesetzte Kreispokalfinale an der Hagenstraße in Marl gegen TuS Haltern abgesagt.

Das ist ein echter Schock für den Fußballkreis Recklinghausen. Die Verantwortlichen des SV Schermbeck haben nach Corona-Verdachtsfällen innerhalb der Mannschaft die Reißleine gezogen und die Teilnahme an dem für den Nachmittag geplanten Pokalendspiel gegen Ligakonkurrent TuS Haltern vorsorglich abgesagt.

Corona-Test-Ergebnisse werden für Montag erwartet

Zunächst hatten drei Spieler der ersten Mannschaft über Symptome geklagt. Alle wurden umgehend getestet. Die Ergebnisse werden für Montag erwartet. Inzwischen haben sich aber weitere Spieler des Oberligisten krankgemeldet. Auch hier gehen die Beteiligten von einer Infektion mit dem Corona-Virus aus. Ein Risiko weiterer Ansteckungen wollte beim SV Schermbeck natürlich niemand eingehen.

Es bleiben nun weitere Fragen zu klären. Was passiert mit dem Pokalfinale? Wird es zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt? Noch dringender ist aber wohl die Klärung der Frage, was mit den Spielern von Westfalenligist Spvgg. Erkenschwick passiert, die am Freitag im Halbfinale gegen die Schermbecker gespielt haben. Müssen auch die Erkenschwicker dann getestet werden oder in Quarantäne?

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