Elf neue Spieler hätte der ASC 09 Dortmund gegen die U19 des BVB nach der Pause eigentlich einwechseln müssen. So viele Kicker hatte der Dortmunder Oberligist zum Stadion Hohenhorst aber gar nicht mitgebracht. 
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Elf neue Spieler hätte der ASC 09 Dortmund gegen die U19 des BVB nach der Pause eigentlich einwechseln müssen. So viele Kicker hatte der Dortmunder Oberligist zum Stadion Hohenhorst aber gar nicht mitgebracht. 

Fußball

Verstoß gegen Corona-Regeln: Kreis verhängt Strafe gegen FC 96 Recklinghausen 

  • vonOlaf Nehls
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Der Fußballkreis „verdonnert“ den FC 96 Recklinghausen nach zwei Testspielen der BVB-U19 zur Zahlung eines saftigen Ordnungsgeldes. Das sind die Gründe. 

  • Bei den Testspielen der A-Jugend von Borussia Dortmund hat Ausrichter FC 96 Recklinghausen gegen Regeln verstoßen. 
  • Ein Ordnungsgeld von 150 Euro wird fällig. 
  • Weitere Kosten entstehen durch die Schiedsrichter und die Platzpflege, die der Verein in Eigenregie organisieren muss. 

Das hatte man sich beim FC 96 Recklinghausen wohl ganz anders vorgestellt. Michael Strzys, seit dieser Saison bei den Recklinghäusern Sportlicher Leiter und seit Jahren in der Jugend des BV Borussia Dortmund Torwarttrainer, hatte den amtierenden deutschen A-Jugendmeister in den vergangenen Tagen für zwei Testspiele ins Stadion Hohenhorst locken können. 

Mehr als 250 Zuschauer kamenzum ersten Spiel gegen die Oberliga-Senioren des ASC 09 Dortmund, knapp 200 waren es auch beim zweiten Auftritt von Supertalent Youssoufa Moukoko und Co. gegen die A-Jugend des Hombrucher SV in Recklinghausen

FC 96 Recklinghausen: Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro 

„Das ist doch gut für die Kasse des Vereins, wenn wir ein paar Zuschauer im Stadion haben und auch ein paar Würstchen verkaufen können“, hatte Strzys im Vorfeld gemutmaßt. Ganz so üppig ist der Gewinn beim Kassensturz für die Recklinghäuser dann aber nicht ausgefallen, weil auf der Ausgabenseite im Nachhinein unerwartete Posten auftauchten. 

Und die verärgern Strzys und die Verantwortlichen im Verein mächtig. Weil der FC 96 Recklinghausen als Ausrichter der beiden Testspiel-Auftritte des BVB nicht auf die Einhaltung gültiger Regeln geachtet habe, so sagt es Dominik Lasarz, Vorsitzender des Kreis-Jugendausschusses, wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro gegen den Verein verhängt.

Mehr als 30 Personen nehmen am Spiel in Recklinghausen teil

Worum ging es? Sport auch mit Kontakt ist nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes NRW nur in Gruppen von bis zu 30 Leuten erlaubt. Trainerstab, Schiedsrichter-Gespann oder Betreuer zählen nicht dazu. „Aber alle, die in einem Fußballspiel theoretisch auch mal umgegrätscht werden können“, klärte Markus Leßmann jüngst auf Nachfrage von 24vest.de auf. Der CDU-Politiker arbeitet als Abteilungsleiter in der Landesregierung und gilt in Düsseldorfer Kreisen als Experte in Sachen Infektionsschutz (Alle Infos zum Coronavirus im Kreis Recklinghausen).  

Auch beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), der die „30-Sportler-Regel“ zunächst anders interpretiert und seine Vereine daher falsch informiert hatte, hat man mittlerweile verstanden, wer zu den 30 Personen zählt, die gemeinsam Sport treiben dürfen. Das sind nämlich die 22 Fußballer, die beim Anpfiff auf dem Platz stehen, plus höchstens acht Auswechselspieler – also vier pro Team. 

Vier Wechselspieler reichen BVB in Recklinghausen nicht aus 

Weil dem BVB nur vier Wechselmöglichkeiten in einem Testspiel nicht ausreichten – bei der Planung im Vorfeld war es auch anders vereinbart worden –, hatten sich BVB, ASC Dortmund und Hombrucher SV darauf geeinigt, die Tests in jeweils zwei Spiele zu unterteilen. Der Plan: Mit verkürzter Spielzeit sollten am ersten Spiel 22 Spieler teilnehmen und am zweiten dann 22 andere. Pech nur, dass ASC-Trainer Toni Kotziampassis und im zweiten Spiel auch der Hombrucher SV aktuell über so viele Fußballer gar nicht verfügen. So standen bei den Aplerbeckern fünf Spieler aus dem ersten auch im zweiten Spiel wieder auf dem Platz. 

Schiedsrichter schreibt Vermerk im Spielbericht nach Partie in Recklinghausen

„Das habe ich dann auch so im Spielbericht vermerkt“, sagt Schiedsrichter Roger Roy Gad pflichtbewusst. Der Unparteiische handelte damit voll nach den Anweisungen von Harald Woller. „Die Schiedsrichter sollen solche Verstöße dokumentieren“, sagt der Schiri-Chef im Kreis. Ein Abbruch sei nicht zwingend nötig. „Das liegt am persönlichen Sicherheitsempfinden des Spielleiters. Wenn er um seine Gesundheit bangt, darf er ein Spiel vorzeitig beenden“, erklärt Woller.

ASC hat nicht genügend Spieler dabei

Schiri Roger Roy Gad ließ aber weiterspielen, obwohl einige ASC-Spieler am Ende des Tages nachweislich mehr als 30 Kontakte hatten und obwohl das zweite Spiel erst gar nicht angemeldet war. Der Kreis ermahnte daraufhin den FC 96, bei zukünftigen Spielen auf die Einhaltung der Regeln zu achten und wenn die Durchführung von zwei Spielen geplant sei, auch zwei anzumelden. Ohne Erfolg, denn vier Tage später, beim zweiten Auftritt der BVB-Bubis, lief’s ähnlich. „Da mussten wir dann reagieren, weil so etwas den gesamten Spielbetrieb gefährden kann“, sagt Lasarz. 

FC 96 Recklinghauen: Doppelte Schiri-Kosten und 250 Euro für den Gärtner

Damit hatte es sich aber noch nicht für den FC 96, wie Michael Strzys sagt: „Auch die Schiedsrichterkosten haben sich verdoppelt, weil die Schiris jeweils zwei Spiele abgerechnet haben. Dabei hat jedes Spiel nur 45 Minuten gedauert.“ Weitere Kosten seien dem Verein schon im Vorfeld entstanden. Hier richtet sich der Ärger des FC gegen die Stadt. „Auf dem Rasen hätte man ein Picknick veranstalten können, aber kein Fußballspiel. 

Das Gras war knapp acht Zentimeter hoch. Die Jungs vom BVB sind zwei bis drei gewöhnt“, versichert der Sportliche Leiter. Übers Internet habe man auf die Schnelle einen Gärtner gesucht, der den Platz mit seinem kleinen Aufsitzmäher am Freitagabend über viereinhalb Stunden bis spät in die Dunkelheit spielfähig gemacht habe, erzählt Strzys. Kostenpunkt: 250 Euro.

Auch interessant: Bei Teutonia SuS Waltrop hatte sich die Freundin eines Spielers mit dem Coronavirus infiziert.

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