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Fürs Erste nur noch Fan: TuS-05-Kapitän Timo Koscholleck (hier vorn beim Torjubel) hat seinen Rücktritt vom aktiven Fußball erklärt.

Fußball

Das Saisonfinale findet ohne den Kapitän statt

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MARL - Beim turbulenten 5:3-Erfolg des TuS 05 Sinsen gegen Finnentrop/Bamenohl stand Timo Koscholleck beim Anhang und feuerte seine Mannschaft. Zuvor hatte der Kapitän seinen Rücktritt vom aktiven Fußball erklärt. Mit gerade mal 30 Jahren.

Timo Koscholleck hat genau mitgezählt. Elf Mal hatte er sich bereits einer Kernspintomographie des linken Knies unterziehen müssen. Bis zur letzten Woche. In der kam das zwölfte sogenannte MRT hinzu. Als er im Anschluss mit seinem Arzt Sebastian Langhorst die Bilder begutachtete, stand für den Kapitän des TuS 05 Sinsen fest: „Das war‘s jetzt.“ Meniskus, Knorpel, Kreuzband: Alles sei so lädiert, dass es unvernünftig wäre, weiterzumachen. Der 30-Jährige fuhr zur Bezirkssportanlage nach Sinsen, informierte die Sportliche Leitung des Westfalenligisten und marschierte anschließend in die Kabine. Um der Mannschaft seinen Entschluss mitzuteilen. „Die Jungs hat das völlig überrascht. Auch für sie war‘s erst mal ein Schlag ins Gesicht. Mit einigen spiele ich seit vielen Jahren zusammen“, berichtet Timo Koscholleck. „Leicht fiel mir das alles nicht, ich hatte ja für die nächste Saison schon zugesagt.“ Das Finale der laufenden findet nun ohne den Kapitän und Abwehrchef statt. Auch wenn der Zeitpunkt ungewöhnlich erscheint – die Entscheidung sei richtig. „Ich habe seit Beginn der Rückrunde wieder große Probleme, in den letzten Woche haben ich nur noch einmal trainiert. Jetzt muss ich an meine Familie denken.“ Wenn er demnächst mit Sohn Nico noch halbwegs beschwerdefrei kicken wolle, dann müsse er Schluss machen. „Im Nachhinein muss ich sagen: Ich hätte diese Entscheidung vielleicht schon früher treffen sollen.“ Den ersten großen Rückschlag hatte Koscholleck bereits in seinem letzten Spiel für die U19 des VfB Hüls erlitten, ein Kreuzbandriss. Von da an war das linke Knie für den Abwehrmann, der beim Sickingmühler SV das kleine Fußball-Einmaleins gelernt hat, immer ein Thema. Beim SV Dorsten-Hardt, beim VfB Hüls und dann in Sinsen. 5:0 gegen RWE bleibt unvergessen „Unter diesen Umständen bin ich mit dem, was ich in meiner Laufbahn erreicht habe, alles in allem zufrieden“, sagt der Marler. Vom Teamgeist liegen für ihn Dorsten-Hardt und Sinsen vorn. „Sportlich war der Höhepunkt natürlich die Regionalliga-Saison beim VfB Hüls. Der 5:0-Sieg gegen Rot-Weiss Essen am Badeweiher, das ist unvergesslich.“ Im April 2013 war das. Einer der Momente, die dafür sorgen, dass Timo Koschollek dem (Marler) Fußball wohl erhalten bleiben wird. „Ganz ohne geht es nicht. In welcher Funktion kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber dass ich etwas machen werde, steht fest.“ Die ersten Gespräche über die Zukunft des nun Ex-Kapitäns hat es beim TuS 05 bereits gegeben. Einstweilen hat Koscholleck eine neue Rolle gefunden. Am Sonntag, beim 5:3-Erfolg gegen die SG Finnentrop/Bamenohl, hat sich der ehemalige Abwehrchef zum Sinsener Anhang gesellt und seine Mannschaft lautstark angefeuert. So will er es im Saisonfinale weiter halten. „Wir sehen uns also am Freitagabend beim Derby.“ Dann ist der TuS 05 bekanntlich bei der Spvgg. Erkenschwick zu Gast.

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