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Vorsicht, Scharfschütze: Patrick Goecke ist derzeit zweitbester Torschütze der Westfalenliga 2.

Fußball

TuS 05 Sinsen: Nummer fünf trifft

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MARL - Das Hoch beim Westfalenligsten TuS 05 Sinsen hat auch mit einer überraschenden Personalentscheidung von Trainer Toni Kotziampassis zu tun. Der schickt Innenverteidiger Patrick Goecke seit dieser Saison in den Angriff. Mit Erfolg: Der 27-Jährige erzielte gegen den BSV Schüren seine Saisontreffer Nummer acht und neun.

Beinahe hätte Christos Karaissaridis, Sportliche Leiter des TuS 05 Sinsen, in seiner Not vor der Saison eine Anzeige in lokalen und überregionalen Medien geschaltet. Wortlaut in etwa: „Gut besetzter, spielstarker Westfalenligist sucht Knipser für die Saison 2018/19. Geringe Aufwandsentschädigung.“ Mit Marius Speker hatte der TuS 05 zwar bereits einen talentierten Angreifer vom Lüner LV nach Sinsen gelotst. Aber einem 19-Jährigen die Bürde des Toreschießens allein auferlegen? Einen gestandenen Stürmer mit Torgarantie zu verpflichten, das ist dem Klub trotz alle Mühe nicht gelungen. Und so kam es, dass Neu-Trainer Toni Kotziampassis in seinem Kader nach einem verkannten Torjäger fahndete. Und ihn auch fand – in der Innenverteidigung. Dort sorgte Patrick Goecke, meist an der Seite von Kapitän Timo Koscholleck, als kopfballstarker, hemdsärmeliger Verteidiger dafür, dass nichts anbrennt. Schon vier Jahre lang. Bis im Sommer Kotziampassis kam. „Der Trainer hat in der Vorbereitung den Vorschlag gemacht, mich in der Spitze einzusetzen“, berichtet Goecke. Ein Experiment, auf dass sich der 27-Jährige gern einließ. Ganz neu war die Rolle für ihn schließlich nicht. „Als ich mit dem Fußball angefangen habe, habe ich auch vorn gespielt“, sagt Patrick Goecke. In der Jugendabteilung des TSV Marl-Hüls war das, wo er dann auch schon erfolgreich zum Abwehrspieler umschulte. Dass er sein Stürmer-Gen nicht verloren hat, das beweist Goecke derzeit beim TuS 05. Der 27-Jährige ist laufstark, zeigt in der Abwehr des Gegners echte Aufreißerqualitäten und geht dorthin, wo es wehtut, wie eine bekannte Fußballfloskel besagt. Vor allem aber: Torschusspanik angesichts einer großen Chance ist ihm fremd. Am Sonntag gelang Goecke gegen den BSV Schüren bereits sein neuntes Saisontor. Exakt so viele, wie er in vier Jahren zuvor für den TuS 05 erzielt hatte. Kurzzeitig kletterte der Sinsener damit auf Platz eins der Westfalenliga-Torjägerliste. Bis in Kirchhörde Ron Berlinski von TuS Hordel kurz vor Schluss der zehnte Saisontreffer glückte. Keine Frage: Das sportliche Hoch beim Tabellenzweiten der Westfalenliga – der 4:0-Erfolg gegen den BSV Schüren war Sinsens siebter Saisonsieg – hängt auch an Goeckes beachtlicher Torquote. Komplimente reicht der Angreifer, der auch in der neuen Rolle auf seine alte Rückennummer, die Fünf, besteht, artig weiter. „Ich werde von der Mannschaft super eingesetzt – so wie jetzt gegen Schüren von Johnny Engel. Da kannst du als Stürmer nicht viel falsch machen.“ Wohin das führen kann? Auch für den 27-Jährigen persönlich? Jedenfalls nicht zu einem anderen Verein. Selbst höherklassige Klubs, die einen Stürmer suchen, könnten sich Anrufe sparen, sagt Patrick Goecke: „Das ist ein klares Bekenntnis zum TuS 05 Sinsen.“

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