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Jubelt der TuS 05 Sinsen auch am Mittwoch? Die Begeisterung über den Nachholspieltermin hält sich Grenzen.

Fußball

Sinsener Schuss ins Glück

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MARL - Kurz vor Toreschluss wurde Toni Kotziampassis endlich erhört. Immer wieder hatte der Trainer des Westfalenliga-Spitzenreiters seinen Kickern flehentlich zugerufen: „Schießt doch mal!“ Dann kam rund 20 Meter vor dem Kasten des SV Horst-Emscher Muhammed Emin Aksu an den Ball.

Der Sinsener Mittelfeldspieler zog hart und flach ab. Horsts Torhüter Ibrahim Omeirat flog ins linke Eck. Vergeblich: Knapp neben dem Pfosten schlug der Ball ein. „Toooor für den TuS 05 in der 88. Minute“, meldete Stadionsprecher Rolf Madaj. Schiedsrichter Thorsten Milde gab hinterher offiziell an: 90. Minute plus 1. Wie auch immer: Wenig später war Feierabend auf der Bezirkssportanlage und Fußball-Sinsen lag sich in den Armen: Eine Woche vor dem Top-Spiel gegen den RSV Meinerzhagen hat der TuS 05 den Vorsprung an der Spitze auf acht Punkte vor dem Verfolger ausgebaut. Die Gäste aus Gelsenkirchen dagegen schlugen nach der 0:1-Niederlage die Hände vors Gesicht oder sanken gleich frustriert auf die Plastikhalme des Kunstrasens. Für den SV Horst-Emscher 08 war das Resultat einfach nur schreiendes Unrecht. „Wenn wir hier ein Unentschieden holen, dann ist das nur gerecht. Und wenn wir beim Spitzenreiter drei Punkte mitnehmen, kann sich auch niemand beschweren“, sagte Trainer Jens Grembowicz hinterher. „Wir hatten heute die besseren Chancen. Das Ergebnis tut unheimlich weh.“ Sinsens Trainer mochte dem Kollegen nicht widersprechen. „Auch wenn ich jetzt ein paar Euro ins Phrasenschwein werfen muss: So ist Fußball“, sagte Toni Kotziampassis. „Wenn du oben bist, hast du das Glück. Wenn du unten stehst, eben nicht.“ Verdient oder nicht. Zweimal (43. und 87.) rannte der junge Gäste-Angreifer Cedric Huppka allein aufs Sinsener Tor los: Einmal scheiterte er an Torhüter Sven Jürgens, dann stocherte er den Ball knapp am Tor vorbei. Karagücels Schuss flog an die Latte des Sinsener Tores (78.), Krügers „Knaller“ aus der zweiten Reihe wehrte Jürgens mit einer spektakulären Flugeinlage ab (86.). Tempo und Präzision. Auf der anderen Seite bot der Tabellenführer 90 Minuten lang eine holprige Leistung. Bewegung, Tempo, Genauigkeit, Ideen – das Sinsener Offensivspiel ließ fast alles vermissen, was es sonst auszeichnet. Und je länger das Spiel dauerte, desto hektischer wurden die Bemühungen der Gastgeber. In Gefahr geriet das Tor des Aufsteigers nur einmal so richtig – als Nico Köhler in der 80. Minute mit einem Schuss aus der Distanz nur die Latte traf. Etwa von der Stelle aus, vor der aus rund zehn Minuten später auch Emin Aksu Maß nahm.

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