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Augen zu und durch: Stephane Eleh Ebbert (r.) klärt vor dem Lüner Mittelfeldmann Milian Sekulic.

Fußball - Westfalenliga

TSV kommt in Lünen unter die Räder

LÜNEN/MARL - Wenn eine Mannschaft den Schlusspfiff herbeisehnt, sagt das einiges über den Spielverlauf. Als Erlösung empfand der TSV Marl-Hüls das Ende der Westfalenliga-Partie beim Lüner SV, die die Hausherren verdient mit 4:0 (2:0) für sich entschieden.

Alles, aber auch wirklich alles war gegen die junge Gäste-Elf gelaufen, die früh per Foulelfmeter in Rückstand geriet und ab der 35. Minute in Unterzahl den Schaden begrenzen musste. Mann des Spiels war Lünens Neuzugang Marcel Ramsey.

Der „Arjen Robben“ der Liga – genauso torgefährlich und schwer vom Ball zu trennen, genauso theatralisch im Zweikampf – erzielte drei Treffer, bereitete den vierten vor und war an der Gelb-Roten Karte gegen TSV-Abwehrchef Muhamed Demir direkt beteiligt.

Schon nach 180 Sekunden hatten die wackeren Hülser den ersten Rückschlag erlitten. Stephane Eleh Ebbert touchierte im Strafraum Ramsey, der die Einladung dankend annahm und den fälligen Elfmeter selbst unhaltbar zum 1:0 versenkte. Schlimmer als der Rückstand: Demir protestierte gegen die Entscheidung und wurde von Schiedsrichter David Hennig verwarnt.

Der TSV wirkte geschockt und hätte fast durch Yasin Acar, der per Kopf den Pfosten traf, das zweite Tor kassiert (13.). Erst allmählich befreiten sich die Gäste aus der Umklammerung. Eine Flanke von Luca Robert köpfte Arthur Fell knapp am Lüner Tor vorbei (16.).

Als es die Hülser geschafft hatten, die Begegnung ausgeglichen zu gestalten, klingelte es zum zweiten Mal: Ramsey setzte Acar ein, der Nils Fabisiak 14 Meter zentral vor dem Tor austanzte und überlegt zum 2:0 abschloss (29.).

Ramseys Flugeinlage beeindruckt den Schiri

Sechs Minuten später der nächste Nackenschlag für die Marler. Im Mittelfeld attackierte Demir den listigen Ramsey hart, aber nicht unfair. Der Angreifer ging spektakulär und schreiend zu Boden. Schiedsrichter Hennig war beeindruckt und schickte den Hülser Abwehrmann mit der Ampelkarte vom Feld.

Immerhin brachen die Gäste nicht zusammen, auch nach dem Seitenwechsel nicht. Lünen versuchte, den 160 Zuschauern fußballerisch etwas zu bieten, aber die Gäste verteidigten den eigenen Kasten mit guter Moral. Nachdem der LSV durch Acara (48.) und Ramsey (51.) zwei weitere Chancen vergeben hatten, kam der TSV sogar zaghaft auf. Kapitän Fell legte für den eingewechselten Leotrim Kryeziu vor, der von der Lüner Innenverteidigung rustikal gebremst wurde. Ein Pfiff blieb in diesem Fall aber aus (63.).

Stattdessen staubte Ramsey nach einer Flanke vom rechten Flügel aus zwölf Metern zum 3:0 ab (67.). Die beste Möglichkeit zum Ehrentreffer vergab Fell, der bei einer Ecke am höchsten stieg und Keeper Fischer per Kopf zu einer Glanzparade zwang (70.).

Beim 0:4 half auf der anderen Seite Torhüter Shpend Avdyli ein wenig mit. Statt weit abzuschlagen, spielte er einen halbgaren Pass auf die linke Seite. Die Lüner schalteten schneller. In der Mitte bedankte sich der Ex-Halterner Ramsey mit einem dritten Treffer (84.).

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