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Kaum einzufangen war Patrick Goecke nach den Sinsener Siegtreffern in der Nachspielzeit.

Fußball - Westfalenliga

4:2 - Sinsen festigt die Tabellenführung

FINNENTROP/MARL - Der Wahnsinn hat einen Namen: TuS 05 Sinsen. In der Nachspielzeit sicherte sich der Spitzenreiter den 4:2-Sieg beim direkten Verfolger SG Finnentrop-Bamenohl, dabei spielte der TuS am Ende in Unterzahl.

Nach Spielschluss eine Beschreibung für dieses Fußballspiel zu finden, war nicht einfach. Viele Adjektive fielen, um das 4:2 des TuS 05 bei der SG Finnentrop/Bamenohl zu erfassen. Ralf Behle, Trainer des SG, sah ein „verrücktes Spiel“. Auf der anderen Seite rutschte Sinsens Coach Antonios Kotziampassis ein „unglaublich“ heraus.

Verrückt und unglaublich: Mit diesen Eindrücken verließen 400 Zuschauer nach extrem intensiven 95 Spielminuten das Stadion am Schloss Bamenohl. Sie sahen eine Sinsener Mannschaft, die mit 1:2 zurück lag, seit dem Platzverweis (Gelb-rot) gegen Muhamed Aksu aus der 74. Spielminute in Unterzahl spielen musste. Und die Zuschauer spürten hautnah, wie die Gäste trotz aller Widrigkeiten eine Moral an den Tag legten und das Spiel in den letzten neun Minuten noch drehten.

Behle schüttete weiter Komplimente über den Gegner aus: Sinsen stehe zu Recht da oben, habe eine super Partie gespielt - „und wir haben auf die Mütze gekriegt“.

Der Gast aus Marl kam indes eher schleppend in die Partie. Die Heimelf war zunächst sehr präsent, ging auch früh in Führung. Nicolas Herrmann konnte sich auf der rechten Seite resolut gegen David Sdzuy behaupten, brachte den Ball vor das Sinsener Tor, wo Heiko Entrup wenig Mühe hatte, den Ball an Marvin Blum in die Maschen zu lenken (7.).

Die Schwarz-Weißen kamen etwa nach 20 Minuten stärker auf. Im Mittelfeld wurde energischer gepresst und die Ballgewinne zu schnellen Vorstößen genutzt. Einer dieser Attacken hätte in der 20. Minute zum Ausgleich führen können, als Patrick Goecke seinen Mitspieler Olcay Yilmaz vor dem SG-Tor ins Spiel brachte. Aber Yilmaz drosch den Ball aus bester Position übers Tor.

Der TuS erhöhte den Druck, erkämpfte sich ein halbes Dutzend Ecken in Folge – aber das 1:1 fiel aus einem anderen Standard. In der 27. Spielminute zirkelte David Sdzuy den Ball aus rund 20 Metern Torentfernung genau in den Winkel des SG-Tores. Für Torhüter Ingmar Klose war dieser Ball nicht zu parieren.

Koschollecks 2:2 leitet die heiße Schlussphase

Sinsen hielt Tempo und Spielkultur hoch, die Sauerländer konnten von Glück sagen, dass sie mit einem Unentschieden in die Pause gehen konnten – angesichts der Gelegenheiten von Dennis Adamczok, Robin Köhler und Marvin Piechottka, der nur die Latte des gegnerischen Tores traf (45.).

Auch im zweiten Abschnitt waren Intensität und Spannung hoch. Yilmaz hätte nach einem Pass von Sdzuy die Führung für die Marler erzielen können. Sein Schuss klatschte gegen die Latte (49.). Fast aus dem Nichts heraus führte plötzlich die Heimelf: Tobias Kleppel setzte einen Querpass von Strotmann zum 2:1 ins TuS-Tor (61.).

Die Partie wurde hektischer: Aksu kassierte nach einem zweiten Foul die Gelb-rote Karte (71.). Zehn Minuten später stellte Timo Koscholleck mit einem Kopfballtreffer das Geschehen auf 2:2. Der Kapitän selbst leitete die heiße Schlussphase ein. In der hektischen Nachspielzeit handelte sich zunächst Toni Kotziampassis einen Verweis von der Bank ein. In der Nachspielzeit, in der Finnentrop kaum noch für Entlastung sorgen konnte, erzielte Patrick Goecke mit seinem elften Saisontor das 2:3 und der überragende Marvin Piechottka sogar noch das 2:4.

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