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Er war mit seinem Tor der entscheidende Spieler im Hinspiel: Patrick Goecke (l.)

Fußball: Westfalenliga

Sinsen: Ab jetzt nur noch Endspiele

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MARL - So eng war die Spitze der Westfalenliga 2 selten beisammen. Der TuS 05 Sinsen zeigt sich bereit, Verfolger SG Finnentrop/Bamenohl am Sonntag im Spitzenspiel der Liga abschütteln zu wollen.

Das Wort, das Toni Kotziampassis sofort einfällt vor diesem Sonntag, lautet: „Verdient.“ Das hätten es doch beide Mannschaften, dass sie so weit oben stehen in der Tabelle.

Auf der einen Seite der in der Rückrunde noch ungeschlagene Gast aus dem Sauerland. Auf der anderen der TuS 05, der ein Stück weit noch von der glänzenden Hinserie zehrt. Der aber bereit scheint, in den letzten vier Spielen alle Reserven zu mobilisieren: „Ab jetzt gibt es nur noch Endspiele für uns.“

Auf dem Papier hat Sinsen das anspruchsvollste Restprogramm der drei Titelanwärter zu bestreiten, aber das ficht den Trainer nicht an. Der 2:0-Sieg beim SC Neheim sollte für ihn die endgültige Trendwende gewesen sein: „Da war der Druck groß, weil wir unbedingt an Meinerzhagen dranbleiben wollten“, blickt der Trainer zurück.

Vor einer guten Kulisse und einem Gegner, der sechs Monate lange im heimischen Binnerfeld-Stadion unbesiegt gewesen war, habe sein Team die richtige Reaktion gezeigt: „Das war ein Riesenschritt. Ich glaube schon, dass wir gelernt und uns wieder deutlich stabilisiert haben.“

Nun also Finnentrop/Bamenohl. Die Euphorie im Sauerland ist riesengroß gerade, Spiele gegen „FinnBam“ gelten immer als hoch emotional. So war es schon im vergangenen November, als Sinsen überraschend 4:2 in Unterzahl und nach zweimaligem Rückstand gewann.

Erst der Platzverweis für Aksu, dann die Siegtreffer in der Endphase: Es war ein mittelschweres Fußballdrama, das sich abspielte. „Bei dem wir das Quäntchen Glück hatten“, wie Sinsens Trainer sagt. „Auch damals war’s ein 50:50-Spiel.“

Neben vielen Emotionen dürfte bei den Gästen aus dem Sauerland auch die größere Erfahrung im Team eine Rolle spielen. Trainer Ralf Behle hat eine kompakte Mannschaft geformt um Torjäger Tim Schrage und seinem laufstarken Offensivkollegen Hasan Dogrusöz.

Auf Sinsen, das zuletzt vor allem auf eigenem Geläuf nicht immer zu überzeugen wusste, dürfte in der Defensive Schwerstarbeit zukommen. Dass Stammkeeper Sven Jürgens gesperrt ist und Abwehrchef Timo Koscholleck verletzungsbedingt bis Saisonende ausfallen wird, wiegt schwer. „Aber Tugay und Emre haben das im Zentrum zuletzt sehr gut gelöst, wir brauchen keine Angst zu haben“, findet Toni Kotziampassis.

Sinsen, das im Übrigen den viertbesten Zuschauerschnitt der Liga aufweist, erwartet am Sonntag eine große Kulisse, wozu nicht nur der reisefreudige Anhang aus Finnentrop/Bamenohl beitragen dürfte. Der Klub hat den Anstoß auf 15.30 Uhr nach hinten verlegt, nicht nur, um den Zuschauern Zeit zu geben, sondern der TuS 05 will sich auf seinem Kunstrasen als guter Gastgeber erweisen: „Nach dem Spiel der Zweiten sollte beiden Mannschaften genug Zeit gegeben werden, sich warm zu laufen.“

TuS 05 Sinsen - SG Finnentrop/Bamenohl; So., 15.30 Uhr – BSA Obersinsen, Schulstraße 49, 45770 Marl.

Wäre doch schade, wenn solch ein Endspiel nicht den passenden Rahmen finden würde, findet der Übungsleiter.

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