Der Recklinghäuser Fußballtrainer Jürgen Klahs
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Jürgen Klahs ist im Alter von 63 Jahren verstorben.

Nachruf

Fußballer im Kreis Recklinghausen trauern um Jürgen Klahs

  • Thomas Braucks
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Anfang der Woche ist der ehemalige Fußballtrainer Jürgen Klahs im Alter von 63 Jahren völlig unerwartet verstorben. Sein Tod berührt im Fußballkreis fast jeden.

Wenn jemand wie Jürgen Klahs stirbt, dann berührt das im Fußballkreis Recklinghausen fast jeden: aktive und ehemalige Spieler, Trainerkollegen und Ehrenamtliche. Es gibt nur wenige, die auf einem Fußballplatz in der Region nicht mit dem Suderwicher zu tun gehabt hätten. Hans-Otto Matthey, der Fußballkreisvorsitzende, verschaffte Jürgen Klahs als Boss des SV Hochlar 28 Anfang der 90er-Jahre den ersten Job als Trainer. „Jürgen war unheimlich engagiert, weit über sein Traineramt hinaus. Wir haben einiges voneinander gelernt“, sagt Matthey. „Und auch wenn wir uns damals vor versammelter Mannschaft auch mal an die Köppe gekriegt haben: Es war danach immer eine große Freude, ihn auf dem Platz wieder zu treffen.“

Mit der U23 der Spvgg. Erkenschwick zur Meisterschaft

Nassir Malyar, derzeit Trainer von Landesligist BW Westfalia Langenbochum, hat Klahs vor zehn Jahren kennen und schätzen gelernt. Beim Bezirksligisten SG Suderwich machten sie sogar gemeinsame Sache: Malyar als junger Trainer, Klahs als Sportlicher Leiter. „Jürgen war für mich ein väterlicher Freund. Er hatte immer ein offenes Ohr, auf ihn war Verlass.“ Rund ein Vierteljahrhundert lang stand Jürgen Klahs selbst als Trainer an der Seitenlinie. Erst beim SV Hochlar 28, dann bei der SG Hillen. Den FC 96 Recklinghausen führte er in die Landesliga. Mit der U23 der Spvgg. Erkenschwick feierte er die Meisterschaft in der Bezirksliga.

Geerdet und immer geradeheraus

Als der Traditionsverein in die Insolvenz ging, sprang Klahs als „Feuerwehrmann“ bei der ersten Mannschaft in der Westfalenliga ein. Weitere Stationen waren Vestia Disteln, VfB Waltrop oder SpVg BG Schwerin. 2018 kehrte der Familienvater zu seinem Heimatverein SG Suderwich zurück, als Sportlicher Leiter. Dabei blieb sich Jürgen Klahs stets treu: ein engagierter Fußballverrückter, geerdet und nah dran an den Spielern, geradeheraus und, wenn er es für nötig hielt, auch mal schlitzohrig. Unvergessen, wie Klahs einmal mir nichts, dir nichts A-Kreisliga-Absteiger SF Germania Datteln verließ und zu Landesliga-Aufsteiger Vestia Disteln wechselte – mit dem schlagenden Argument: „In der Kreisliga B braucht Germania doch überhaupt keinen Trainer.“

Auch als Aktiver ein ziemlich guter Fußballer

Dass viele Fußballfreunde Jürgen Klahs durch seine Arbeit als Trainer kennen, ist allerdings etwas ungerecht. Was viele Jüngere nicht wissen: Der Recklinghäuser war eben selbst auch ein ziemlich guter Fußballer. Der Mittelfeldspieler lief für seinen Stammverein, die SG Suderwich, auf, er war für SW Meckinghoven und Germania Datteln am Ball. Und natürlich für die Spvgg. Erkenschwick: 1980 gehörte er zur Erkenschwicker Mannschaft, die den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. Ein Erfolg, den nicht viele Fußballer aus der Region vorweisen können. Anfang dieser Woche ist Jürgen Klahs plötzlich und unerwartet im Alter von 63 Jahren verstorben. Fußballkreischef Hans-Otto Matthey spricht sicher für viele, wenn er sagt: „Dass Jürgen nicht mehr da ist, tut richtig weh.“

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