Freistoß im Kreisliga-Spiel FC Leusberg gegen SuS Bertlich im September 2020.
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Endlich wieder zum Abschluss kommen: Davon können Amateurfußballer derzeit nur träumen.

Fußball

„Wir müssen raus auf den Platz“

  • Thomas Braucks
    vonThomas Braucks
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Die Amateure warten auf Entscheidungen der Politik – und hoffen auf eine Rückkehr ins Training spätestens im April. Sonst ist die unterbrochene Saison wohl nicht mehr zu retten.  

Der VfB Hüls hat gerade einen bemerkenswerten Achtungserfolg erzielt. Nicht auf dem Rasen, versteht sich. Die Rede ist von einer Fußball-Plattform im Internet, auf der Hobbykicker der Corona-Pandemie mit Humor trotzen.

„Wir werden immer untrainierbarer. Schafe weiden auf unserem Rasen, das Bier wird schal und unser Kapitän will sich bei Shopping-Queen anmelden“, bekannte VfB-Vorstandsmitglied Carsten Schwarma dort augenzwinkernd. Um flehentlich nachzuschieben: „Wir müssen wieder raus!“

Spontan hoben mehr als 1000 Fußball-Freunde den Daumen. Virtuell natürlich. Ob die Politik den Marler Bezirksligisten erhöht? Gebannt blickt der Amateurfußball heute mal wieder auf das Bund-Länder-Treffen, das über den Kurs in der Krise befindet.

DFB-Boss Fritz Keller hat im Vorfeld die Bundeskanzlerin angeschrieben – mit der Bitte, den Lockdown für den Hobbyfußball zu überdenken: Millionen Spielerinnen und Spieler „benötigen wie alle Aktiven aus anderen Sportarten eine Perspektive“. Vor allem Kinder und Jugendliche litten unter dem Sportverbot.

Eine Perspektive hätte auch Recklinghausens Fußballkreisvorsitzender Hans-Otto Matthey gern: „Ist doch klar, wir hängen gerade am Nabel der Politik.“ Auf deren Agenda der Breitensport offenbar aber keinen prominenten Platz einnimmt. Angesichts der jüngsten Infektionszahlen sieht Matthey mit Blick auf den Spielbetrieb der Senioren aber noch keinen großen Druck.

Für die Wertung der Saison müssen in einer Staffel bekanntlich 50 Prozent der Spiele absolviert sein. „Wenn wir im April wieder aktiv trainieren könnten, sehe ich gute Chancen, die Saison zu Ende zu bringen“, so der Recklinghäuser.

Den meisten Klubs in den Kreisligen fehlen nur noch sieben oder acht Spiele bis zum „Saison-Soll“. Allerdings gibt es auch ein paar Sorgenkinder. Wie den TSV Marl-Hüls: Der hat in der Kreisliga B2 erst drei Mal (!) gekickt, weil der gesamte Verein im Herbst wochenlang im Lockdown war.

Das alles ließe sich im Mai und Juni aber noch regeln, ist Fußballkreischef Matthey überzeugt. Selbst der höherklassige Fußball, Bezirks-, Landes- oder Westfalenliga, könnte die 50-Prozent-Quote erreichen. Ausnahme: die Oberliga Westfalen mit 21 Mannschaften, die teilweise noch 13 oder gar 14 Partien bis zur „Halbzeit“ auszutragen haben. Schwer vorstellbar.

Der Fußballkreis will seinen Vereinen vor einem Re-Start drei Wochen Vorbereitung zugestehen. Deshalb ist für Hans-Otto Matthey auch klar: „Wenn die Politik uns auch den kompletten April dichtmacht, können wir die Saison vergessen.“

Und am Hülser Badeweiher würden weiter friedlich die Schafe weiden. Weil doch keiner zum Kicken raus aufs Grün darf.

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