1. FC Köln - Training
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Wenn der „Co“ das Sagen hat: André Pawlak übernahm kurzzeitig im vergangenen November nachdem Cheftrainer Achim Beierlorzer in Köln seinen Stuhl hatte räumen müssen.

Fußball

Nie etwas geplant, immer alles erreicht

  • Olaf Krimpmann
    vonOlaf Krimpmann
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Eine in jeder Hinsicht bemerkenswerte Bundesliga-Saison liegt hinter André Pawlak – nicht nur, weil es die erste war für den 49 Jahre alten Recklinghäuser mit Marler Wurzeln.

  • André Pawlak hatte als Interimstrainer die Kölner in der vorvergangenen Saison in die erste Bundesliga geführt.
  • Im November übernahm der Recklinghäuser erneut kurz, nachdem Chefcoach Achim Beierlorzer hatte gehen müssen.
  • André Pawlak, zweifacher Familienvater, hat noch einen gültigen Vertrag bei den Domstädtern.  

Zu den bemerkenswerten Ereignissen der abgelaufenen Spielzeit zählt zweifelsfrei die Corona-Pause: Ausgerechnet im Kader des "Effzeh" hatte es zwei positive Tests auf Covid-19 gegeben, Mannschaft und Betreuerteam gingen in einem Hotel in Quarantäne. 

Die Verbindung nach Hause, zu Frau und seinen beiden Töchtern (6 und 12), war in dieser Zeit nur übers Telefon und den hinlänglich bekannten digitalen Medien möglich. Diese Wochen waren ein Stresstest der besonderen Art und Weise. 

Die sozialen Kontakte werden weniger

Auch Pawlak sehnt den Fußball zurück, wie er bis Anfang März war: Laut und emotional. Corona werde den Fußball verändern, davon ist der 49-Jährige überzeugt: Gehaltsobergrenze, Solidarfonds – das sind Begriffe, die sich bis vor Monaten selten bis nie im Wortschatz des Profifußballs wiederfanden. Auch ohne Corona hat Pawlak erfahren: „Die sozialen Kontakte werden weniger.“ Trainingslager, Reisen, Spielvor- und Nachbereitung fressen Zeit. 

Der Recklinghäuser, weiter Mitglied in seinem StammvereinTuS 05 Sinsen und aufmerksamer Beobachter der heimischen Amateurfußball-Szene, weiß, dass er zu den Privilegierten zählt: 18 Cheftrainer gibt es in der Bundesliga, vielleicht 36 oder 40 Co-Trainer wie ihn. 

„Ich weiß aber auch, wie es ist 40 Stunden die Woche zu arbeiten für weniger Geld“, sagt er. „Ich hoffe, dass ich der bleibe, der ich immer war.“

In Köln geht er in sein viertes Jahr

Ausbildung zum Chemikanten, neun Jahre Arbeit in einer Reha-Praxis, acht Jahre Schuldienst liegen hinter dem gebürtigen Marler, der im letzten Januar bei der "Party des Sports" von den Lesern unseres Hauses zum "Fußballhelden des Jahres" im Kreis Recklinghausen gewählt worden war. Jetzt geht er in Köln in sein viertes Jahr.

Der von unseren Leserinnen und Lesern gewählte "Fußballheld 2019": Andre Pawlak.

Nach der vergangenen Saison hatte es Angebote gegeben, einige schienen reizvoll, andere eher unrealistisch. Möglicherweise wird es demnächst mit den Verantwortlichen wie Sportmanager Horst Heldt ein Gespräch geben, in dem es um die Vertragsverlängerung beim 1. FC Köln über die neue Saison hinaus gehen wird, vielleicht gibt es erneut Angebote anderer Klubs.

André Pawlak lässt die Sachen auf sich zukommen, wie immer, wie er sagt: „Ich habe in meiner Trainerlaufbahn nie generalstabsmäßig irgendeinen nächsten Schritt geplant, das soll auch so bleiben.“

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