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Mehr Frust als Lust: Die Ausblicke auf das kommende Jahrzehnt sind eher trist als bunt.

Kommentar

Gedanken zum Jahreswechsel: Ein Start ohne die ganz große Vision

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Wo liegt die Zukunft des Sports im Kreis? Bislang sind nur die Nischen besetzt. Es fehlen Leuchtturm-Projekte mit Reibungspotenzial. Ein Kommentar von Olaf Krimpmann.

Das Sportjahr 2019 ist vorbei, vor allem der Fußball sorgte für Schlagzeilen. Die schweren Übergriffe in Vinnum, die von Spielern und Zuschauern des SV Herta Recklinghausen ausgegangenen waren, sind noch immer sehr präsent. Sie bilden eine neue, im Kreis nie gekannte Form der Gewalt. Dazu zählt auch die Attacke eines Zuschauers auf Schiedsrichter Timo Barth im Kreispokalspiel bei GW Erkenschwick. Hoffentlich bleiben Meldungen wie diese in 2020 erspart. 

Für die sportlichen Schlagzeilen im Fußball dürfte TuS Haltern sorgen: Bleibt der Klub in der Regionalliga West, oder ist der Sprung in den Semiprofi-Bereich selbst für den TuS zu groß? Dahinter sieht es mau aus im Kreis. Die Zeiten, in denen die Vereine klare Ambitionen hatten, sind vorbei.

Das Gesundschrumpfen hat ein Gutes, über die Verhältnisse lebt kaum noch einer, zu präsent ist aber noch das Aus für den Traditionsverein TSV Marl-Hüls. Ein Stück weit Realismus ist eingetreten.

Das gilt für alle Sportarten. Die 2. Bundesliga im Basketball? Aktuell kaum vorstellbar im Kreis. Die sportliche Speerspitze bilden die voraussichtlichen Olympiateilnehmer Franziska Kampmann, Malte Jakschik und Christian Ahlmann. Bei allem Respekt für deren Leistungen: Dass sie die Massen bewegen, ist kaum zu vermuten, dazu stecken Reiten und Rudern doch zu sehr in der Nische fest.

Die Ressourcen nutzen und mutig sein

Genau das fehlt im Kreis: Ein Ereignis, ein Sport, ein Verein, der bewegt. Jahrelang war dies die Spvgg. Erkenschwick: Entweder man mochte die Schwarz-Roten, oder man mochte sie nicht. Heute dümpelt der Klub, von den eigenen Anhängern eher beiläufig verfolgt, im Niemandsland der Westfalenliga. Das Reibungspotenzial ist gleich null.

In Vechta, fernab der Metropolen, versteht es der Basketball, eine ganze Region zu begeistern. Wieso funktioniert das nicht zwischen Emscher und Lippe? Hier im nördlichen Revier fehlen einerseits die finanziellen Mittel für solch ein Experiment. Dabei müsste man die Ressourcen vielleicht nur anders aufteilen.

Vielleicht fehlt Mut. Möglicherweise herrscht zu viel Kleingeist und Kirchturmdenken. So wird der Sport im Kreis wohl ohne die große Vision in die 20er-Jahre des neuen Jahrtausends starten.

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