Wegen des großen Interesses tagte das Kreissportgericht in der Mesna der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule.
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Wegen des großen Interesses tagte das Kreissportgericht in der Mensa der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule.

Fussball

Gewalt in Vinnum: Harte Strafe für SV Herta 23

  • Thomas Braucks
    vonThomas Braucks
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Das Kreisportgericht Recklinghausen hat ein Urteil mit Signalwirkung gefällt: Für den Gewaltausbruch nach dem A-Kreisliga-Spiel bei Westfalia Vinnum muss der SV Herta tief in die Vereinskasse greifen. 

  • Das Gericht spricht die Schuld eindeutig Spielern und Zuschauern des SV Herta zu.
  • Der Klub wird zu einer Geldstrafe von 4000 Euro und zu einer Spende verurteilt. 
  • 2000 Euro sind zur Bewährung ausgesetzt - gegen Auflagen.

90 Minuten hörte das Kreissportgericht in der Mensa der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule in Recklinghausen Zeugen an. Dabei blieb offen, was genau am 15. September in Vinnum den bislang schlimmstenGewaltausbruch bei einem Fußballspiel im Kreis mit vielen Verletzten, darunter mehreren Schwerverletzten, ausgelöst hat. Fest stand für das Gericht aber: Die Verantwortung trägt der SV Herta 23 Recklinghausen.

Gericht geht weit über Anträge hinaus

Die Vertreter von Westfalia Vinnum und der Fußballkreis Recklinghausen forderten eine Geldstrafe von 1000 Euro. Das langte dem Gericht bei weitem nicht. Der Recklinghäuser Klub muss 4000 Euro Geldstrafe bezahlen sowie 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation spenden.

2000 Euro sind zur Bewährung ausgesetzt. Die Auflagen haben es allerdings durchaus in sich. So muss der SV Herta bis zum 31. Dezember 2020 Ordner und bei Auswärtsspielen einen Fanbeauftragten stellen, der namentlich zu benennen ist. 

Fällig werden die 2000 Euro außerdem, wenn sich im kommenden Jahr ein Spieler eine Sperrstrafe von drei Monaten einhandeln oder eine Mannschaft des Klubs einen Spielabbruch verschulden sollte. In diesem Fall droht sogar der Auschluss vom Spielbetrieb.

Taten durch nichts zu entschuldigen 

"Was in Vinnum passiert ist, ist durch nichts, aber auch gar nichts zu entschuldigen", sagte der Sportgerichtsvorsitzende Thomas Michalczak in seiner Urteilsbegründung. "Jetzt hat es der Verein in der Hand, ob er weiter am Spielbetrieb teilnehmen will."

Ganz ungeschoren kam auch Westfalia Vinnum nicht davon, dass 50 Euro zahlen muss, weil keine Ordner am Platz waren. Das Urteil wurde von allen Seiten akzeptiert.

Urteil ist nicht der Abschluss

Ausgestanden ist die Sache damit aber noch nicht. Strafrechtlich nicht, aber auch das Sportgericht könnte noch einmal gefordert sein. Zwar hat sich die beschuldigte erste Mannschaft des SV Herta komplett aus dem Verein abgemeldet, kein Spieler konnte daher vom Sportgericht geladen werden. 

Vier Herta-Spieler sind durch Zeugen aber so schwer belastet, dass sie sich einem Verfahren stellen müssten, sollten sie wieder für einem Fußballklub im DFB spielen wollen.

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