Im Falle eines Aufstieges in die Regionalliga will der TuS gerüstet sein

Planungen für die Regionalliga laufen im Hintergrund

Haltern - Im Hintergrund müssen sich die Halterner mit einem Aufstieg in die Regionalliga beschäftigen - dieser hält viele Unwägbarkeiten bereit und erfordert viel Arbeit. Diese beinhaltet auch die Suche nach einem Ausweichstadion. Die ersten Gespräche haben die Verantwortlichen bereits geführt.

Als Aufsteiger in die Fußball-Oberliga hat sich der TuS Haltern weit oben in der Tabelle platziert. Derzeit liegt das Team von Trainer Magnus Niemöller auf Rang drei. Damit dürfte sich der Verein auch mit einem möglichen Aufstieg in die Regionalliga beschäftigen - zumindest im Hintergrund. Da die Halterner auch als Dritter in die Winterpause gingen, stellte der Westdeutsche Fußballverband dem TuS die Lizenzunterlagen zu. Abgabeschluss ist der 3. April, 24 Uhr. Doch wo könnte das Team von Niemöller in Zukunft seine Heimspiele austragen?

"Wir prüfen und machen unsere Hausaufgaben in Sachen Regionalliga-Lizenz gewissenhaft. Die notwendigen Dokumente werden wir fristgerecht beim Verband einreichen", sagt TuS-Fußballabteilungsleiter Ronald Schulz. Die einzureichenden Unterlagen umfassen folgende Bestandteile: Eine Bewerbung, eine entsprechende Erklärung zu der Bewerbung sowie eine schriftliche Erklärung, dass die einzuhaltenden Rahmenbedingungen erfüllt werden. Zusätzlich muss der Verein eine Kaution in Höhe von 35.000 Euro hinterlegen.

Welche Stadien der TuS Haltern im Falle eines Aufstiegs als mögliche Heimspielstätte angeben wird, dazu möchten sich die Verantwortlichen nicht äußern. Möglich ist folgendes Konstrukt: Die Halterner melden als Heimspielstätte die Stausee-Kampfbahn. Eine überdachte Tribüne gibt es hier nicht, auch keinen eigenen Gästeeingang. Provisorisch entnahmen die Halterner beim Heimspiel gegen Siegen, als die Gäste mit 100 Zuschauern anreisten, ein Stück aus dem Zaun. Für Spiele wie gegen Rot Weiß Essen oder RW Oberhausen - in denen deutlich mehr Gästefans erwartet werden - ist das allerdings keine Option.

Aber eine offizielle Beurteilung des Verbandes, ob die Stausee-Kampfbahn für die Regionalliga geeignet ist, liegt noch nicht vor. Dazu müsste der Verband erst bei der Stadt Haltern anfragen, diese würde anhand eines Kataloges eine Empfehlung aussprechen. Dass der Verband die Stauseekampfbahn als Stadion zulassen wird, ist unwahrscheinlich. Laut den Zulassungsbestimmungen für die Regionalliga West muss das Stadion mindestens 2500 Besuchern Platz bieten (davon mindestens 100 Sitzplätze) und einen separaten Gästebereich mit mindestens 800 Plätzen aufweisen. Auch eine Flutlichtanlage ist Pflicht. All das erfüllt die Stausee-Kampfbahn nicht.

Diese Anforderungen hat der TuS Haltern bei dem geplanten Bau einer multifunktionalen Tribüne in der Stauseekampfbahn aber miteinbezogen. Allerdings könnte frühestens nach der aktuellen Saison gestartet werden. Die Bauzeit würde mindestens ein Jahr betragen.

Vielfältige MöglichkeitenDamit wird sich vermutlich zwangsläufig die Frage nach einem - oder sogar zwei - Ausweichstadien stellen. Denn auch ein geeignetes Ausweichstadion, das zudem den erhöhten Sicherheitsvorgaben bei Hochrisikospielen standhält, müssen die Vereine benennen. Zudem sei eine Überlassungsvereinbarung - also eine schriftliche Bestätigung der geplanten Nutzung - abzuschließen, heißt es in dem Dokument des Verbandes. Erwähnt wird nicht, ob diese bereits am 3. April miteingereicht werden muss.

Für Vereine, die nicht zum ersten Mal die Unterlagen einreichen, ist es ein bekanntes Spiel. Erst nach erfolgreichen Verhandlungen mit der Kommune, dem Heimverein und der Polizeidirektion können die Vereine zur neuen Saison eine alternative Spielstätte präsentieren. Für die Halterner als Aufsteiger ist es ein neues Prozedere. So sind einige Stadien bereits von anderen Teams reserviert, wären also nur eine Alternative, würde sich bei dem Team der Aufstieg zerschlagen. Ein Beispiel: Die U23 des FC Schalke trug bis zu ihrem Abstieg aus der Regionalliga in der vergangenen Saison ihre Heimspiele im Bottroper Jahnstadion und in der Mondpalast-Arena in Herne aus. Auch wenn es aktuell nicht nach Aufstieg aussieht (Platz sieben), haben die Schalker diese beiden Stadien schon reserviert. Die TSG Sprockhövel, die auch aus der Regionalliga abstieg, trug ihre Heimspiele im Ischelandstadion (Hagen) aus. Die TSG hat bereits die Zusage der Stadt, bei einem Aufstieg hier wieder kicken zu können.

Zu dem Zeitpunkt, zu dem der TuS wahrscheinlich die Unterlagen nachbessern muss, werden sich einige Teams aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet haben - einige Stadien wären wieder frei.

Die Möglichkeiten des TuS sind vielfältig. Es gibt keine Vorschrift, in welchem Radius das Ausweichstadion liegen muss. Nach unseren Recherchen haben die Halterner mit mindestens drei Kommunen erste Gespräche geführt:

1. Die Stadt Recklinghausen bestätigte eine Anfrage des TuS Haltern, dabei geht es um das Stadion Hohenhorst. Ob es weitere Anfragen bezüglich der Spielstätte gebe, konnte Pressesprecherin Corinna Weiß nicht beantworten.

2. Die Stadt Herne bestätigte Gespräche mit dem TuS Haltern über eine eventuelle Nutzung der Mondpalast-Arena. "Zu den Inhalten der Gespräche äußern wir uns nicht", sagte Pressesprecher Christoph Hüsken. Zudem seien die Halterner informiert, dass auch Schalke angefragt habe.

3. Die Stadt Hagen bestätigte Gespräche mit den Halternern über das Ischelandstadion, äußerte sich aber auch nicht zum Inhalt. Dem Antrag könne die Stadt aber nur zustimmen, wenn die TSG Sprockhövel - derzeit Zehnter - nicht aufsteigen würde, erklärte Michael Kaub, Pressesprecher der Stadt Hagen.

Naheliegende Lösungen, im wörtlichen Sinne, wären das Stimberg Stadion in Erkenschwick und die Sportanlage am Badeweiher des VfB Hüls. In Erkenschwick scheint die Tür zu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir jemals ins Gespräch kommen", sagt Hermann Silvers, Vorsitzender der Spvgg. Erkenschwick. Etwas anders sieht es in Hüls aus. Das Stadion gehört dem Konzern Evonik. Der Verein hätte für solche Gespräche zumindest "ein offenes Ohr", sagt Carsten Schwarma, Pressesprecher des VfB.

nsgesamt ist es für die Verantwortlichen des TuS Haltern ein Prozess mit vielen Unwägbarkeiten. "Sollten nach Abgabe und Prüfung des Vorgangs die sportlichen Voraussetzungen für einen Aufstieg erfüllt werden, werden wir zu gegebener Zeit auch Auskunft geben", sagt Schulz.

Vielleicht sorgt die sportliche Entwicklung des TuS aber auch dafür, dass sich die Planungen für ein Jahr in der Regionalliga erledigt haben. Vielleicht aber auch nicht.

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