Motorsport

Halterner Slalomfahrer starteten bei der DM

Haltern - In ihrem letzten gemeinsamen Rennen hatten die Halterner Alina Vierhaus und Louis Uhlig beide mit ihrem Fahrzeug zu kämpfen.

Die Halterner Slalompiloten Alina Vierhaus und Louis Uhlig starteten am 28. Oktober im Motodrom Oschersleben beim Bundesendlauf der deutschen Slalomjunioren. Während das für Uhlig schon der zweite Start war, hatte sich die 18-jährige Vierhaus ihre Teilnahme als beste Dame im NRW-Feld der Vorqualifikation erstmals erkämpft.

Beide reisten bereits am Samstag zusammen mit ihren Eltern in die Magdeburger Börde, schauten sich nach der Ankunft schon die Strecke an und trafen sich am Abend noch mit den anderen Teilnehmern aus Westfalen zum Erfahrungsaustausch. Dabei waren natürlich die möglichen Schlüsselstellen der Strecke und die Bremspunkte das Hauptthema. Bei der Verlosung der Startnummer zog Uhlig mit der Nummer 17 einen Startplatz im vorderen Feld, während Vierhaus mit der 84 einen Platz am Ende der Startliste erhielt.

Am Sonntag begann das straffe Rennprogramm schon um 7 Uhr morgens mit der offiziellen Streckenbesichtigung. In der anschließenden Fahrerbesprechung wurde den insgesamt 85 Teilnehmern die Strecke im Detail vorgestellt. Der Rennstart war für 9 Uhr angesetzt. Dafür stellte der Veranstalter für alle Teilnehmer drei neue Ford Fiesta als Sportgerät zur Verfügung. Für die rund 1000 Meter lange Strecke waren 65 Sekunden eine ungefähre Richtzeit.

Zuerst fuhren alle die erforderliche Proberunde, danach rollten die ersten Teilnehmer zum Vorstart. Louis Uhlig konnte sich wegen seiner niedrigen Startnummer 17 an dem eiskalten Morgen nicht allzu lange im warmen Zelt vor den Monitoren aufhalten und musste früh in den Vorstartbereich. Er war in seiner Proberunde schon gut unterwegs, hatte aber eine Kurve zu heftig angebremst und dabei Zeit liegen lassen. Dies machte er in seinem ersten Wertungslauf schon wesentlich besser. Mit 64,13 Sekunden und der Position 20 in Durchgang eins war der junge Fahrer zufrieden.

ESP bremst aus

Alina Vierhaus dagegen bemerkte schon beim Einsteigen ins Fahrzeug zum Probelauf, das etwas nicht stimmte. Sie konnte mit Pedalerie und Sitz wichtige Komponenten einfach nicht passend für sich einstellen. So fuhr sie erst einmal etwas verhalten los, um ein Gefühl für das Fahrzeug zu bekommen, bemerkte aber am Ende, dass sie viel zu vorsichtig unterwegs war. Das wollte sie im ersten Durchgang besser machen, war aber mit einer hohen 65er-Zeit zu langsam unterwegs. "Durch meine Fahrweise hat einmal das ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) eingesetzt, das ist tödlich für die Zeit", analysierte sie später nüchtern.

Nach der Mittagspause wurde die Startreihenfolge für den zweiten Lauf geändert. Nun wurde in umgekehrter Startreihenfolge gefahren. Uhlig, nun mit der Nummer 70, bemühte sich vor dem Start, zuerst die eiskalten Hände aufzuwärmen, stieg dann ins Cockpit und konzentrierte sich nur noch auf den Starter, der ihn dann auf die Strecke schickte. Er fuhr auf dem ersten Streckenteil absolut am Limit und war am Ende der knapp 400 Meter langen Geraden im Begrenzer.

Dann nahm er den ganzen Schwung mit in die erste Rechtskurve und kam so auch gut durch die ersten Tore danach. Über die Gegengerade ging es zurück, wo nach einer weiteren Rechtskurve mit der "Pylonengasse" die nächste Herausforderung wartete. Im Anschluss folgte ein Slalombereich mit fünf sehr eng gesteckten Kurven, die es schnell, aber hoch konzentriert zu durchfahren galt. Wer eine Pylone verschiebt, ist gleich komplett aus dem Rennen um die Zeit. Alles ging gut und nun musste wieder Tempo aufgebaut werden, um die 180-Grad-Kehre zu meistern, die in einen nun großzügiger gesteckten Slalomteil mit insgesamt acht Toren mündete.

In diesem Bereich wurde er einmal etwas zu weit rausgetragen und beim Gegenlenken setzte auch bei ihm das ESP kurzfristig ein. Blitzschnell leitete er mit einem Antippen der Bremse und dem Geradestellen der Lenkung die notwendigen Gegenmanöver ein, musste aber in der nächsten schnellen Kurvenpassage erneut einen Leistungsverlust durch ESP hinnehmen. "Das ging blitzschnell, der Tacho fiel von 60 auf 30 Kilometer pro Stunde zurück", sagte er später. Trotzdem hatte er auf der Kreisbahn wieder richtig Power und stürmte über die letzte Gerade mit einer Zeit von 64,10 Sekunden ins Ziel. Dort angekommen, war er dann selbst ein wenig überrascht: "Gefühlt war ich eigentlich schneller unterwegs."

Lange Zitterphase

Für Alina Vierhaus änderte sich auch im zweiten Lauf nichts zum Positiven. Sie hatte beim Start kein richtiges Gefühl auf der Kupplung, wollte es aber auf jeden Fall besser machen als zuvor. Das gelang ihr allerdings nicht ganz, denn die unpassende Sitzposition erlaubte ihr nicht, ihr vorhandenes Potenzial aufzuzeigen. Mit 64,5 Sekunden Fahrtzeit hatte sie mit dem Gesamtsieg nichts mehr zu tun, war aber mit Platz 52 immer noch die schnellste Dame im Feld.

Uhlig dagegen stand nach seinem zweiten Durchgang eine lange Zitterphase bevor, denn auf den Monitoren veränderte sich die Reihenfolge im Minutentakt.

Nachdem die Sieger, die beide aus Westfalen kamen, über die Ziellinie gerollt waren, reichte Uhligs addierte Zeit von 1:28:23 Minute für Platz 20 in dem starken Starterfeld. Bei der Siegerehrung wurden dann die 20 besten Fahrer geehrt. "Das war schon ein tolles Gefühl", berichtet er rückblickend.

Für die beiden Halterner Slalompiloten war es die letzte gemeinschaftliche Saison, denn im nächsten Jahr trennen sich wegen der weiteren Ausbildung ihre Wege. "Das war hier eine tolle Zeit und es hat sich gelohnt, eine andere Art des Autofahrens zu erlernen", erklärte Louis Uhlig.

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