Sportfest für Senioren

In Haltern gab?s Spaß statt Urkunden

Haltern - Der Deutsche Olympische Sportbund mag Regeln haben. Doch bei Froschis Sportfest geht es wahrhaft olympisch zu. Wer braucht schon Urkunden, wenn er Spaß hat?

Als das Team Bauch & Hüfte vor drei Jahren erstmals ein Sportfest für die Bewohner der Halterner Seniorenheime organisierte, da sollten die Teilnehmer am Ende eigentlich das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung in Händen halten. Doch diesen Gedanken verwarfen die Organisatoren schnell.

"Viele ältere Menschen mit Handicap haben sich nie eine Behinderung attestieren lassen", erzählt Markus Heier, Vorsitzender von Bauch & Hüfte. So können sie gemäß den Regularien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auch nicht die Prüfungen zum Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung ablegen.

"Na und?", sagten sich die Organisatoren des Sportfestes. Denn darauf kommt es ihnen nicht an, und kommt es auch den Teilnehmern nicht an. "Wer sich einmal mit dem Alltagsleben in den Heimen beschäftigt hat und dann das Strahlen und das Lachen in den Gesichtern der Teilnehmer beim Sportfest sieht, dem ist es egal, ob irgendeine Prüfung tatsächlich nach den Richtlinien des DOSB erfolgreich gemeistert wird", sagt Markus Heier. "Bei uns erhält jeder im Anschluss sowieso eine Urkunde. Ganz nach dem Olympischen Gedanken: Dabeisein ist alles."

Leider konnten das nicht alle. Einige Seniorenheime fehlten bei der dritten Auflage. Für die knapp 50 Teilnehmer aus fünf verschiedenen Einrichtungen war die Teilnahme aber ein voller Erfolg.

Sie durften sich im Kugelstoßen ausprobieren, den Schleuderball schleudern und den Medizinball werfen. Weitsprung, Seilchenspringen und Laufen waren weitere Disziplinen. Zielwerfen und ein Rollstuhl- und Behindertenparcours rundeten das sportliche Angebot ab.

13 ausgebildete Sportabzeichen-Prüfer des Teams Bauch & Hüfte, drei davon mit Zusatzausbildung für Menschen mit Behinderung, sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Der Aufwand war aber ungleich höher als bei klassischen Sportveranstaltungen. Markus Heier freute sich deshalb ganz besonders, dass er sich bei solchen Aktionen auf seine Mitglieder verlassen kann: "Sie haben wie selbstverständlich und gerne geholfen."

Hoch zufrieden waren die Organisatoren auch mit dem neuen Austragungsort am Sythener Brinkweg. "Der TuS hat uns mit offenen Armen empfangen, und die Anlage bietet optimale Voraussetzungen", lobte Markus Heier.

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