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Viola Klüsener passt nach außen; aus dem Rückraum kam die PSVlerin nur auf ein Tor.

Handball - Oberliga Westfalen

PSV ohne "braunes Gold" ohne Chance

RECKLINGHAUSEN - „Ich bin stocksauer“, ließ PSV-Trainer Dominik Schlechter direkt nach dem Spiels der PSV Recklinghausen gegen die Ibbenbürener SpVg 08 Dampf ab. Es war weniger die deutliche 20:28 (8:16)-Niederlage an sich, die den Recklinghäuser Übungsleiter in Rage brachte.

Vielmehr war es die Ursache der einseitigen Begegnung: Die PSV war in eigener Halle verdammt, ohne Haftmittel zu spielen. Und das vollkommen den Oberliga-Regularien entsprechend.

Formell gilt die Sporthalle Nord von Seiten der Stadt für Heimspiele in Liga vier nämlich als harzfreie Halle. Lediglich ein Gentlemens-Agreement mit dem jeweiligen Gegner vor Spielbeginn und anschließendes Putzen der Halle sicherten bisher stets den Gebrauch des „braunen Goldes“ bei Heimauftritten der „Polizistinnen“. Verlangt allerdings die Gastmannschaft die Einhaltung des Haftmittelverbotes, wie an diesem Sonntag Ibbenbüren, so hat die PSV diesem Wunsch zu entsprechen.

Ändern möchte die Stadt laut Trainer Dominik Schlechter an diesem Zustand derzeit nichts. „Es ist dann schlichtweg die Frage, ob es Sinn macht, höherklassigen Handball hier etablieren zu wollen“, zeigt er ebenso wenig Verständnis wie Mareike Schüllenbach: „Es kann nicht sein, dass wir durch Bürokratie so einen Wettbewerbsnachteil haben.“ Die Teammanagerin möchte nun noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen bei der Stadt suchen.

Denn dass ihr Team ohne Haftmittel die vorhandene Qualität kaum abrufen kann, war am Sonntagabend mehr als nur deutlich erkennbar. Reihenweise gingen die Würfe der Recklinghäuserinnen über oder weit neben das Tor. Gleich elf Mal in Durchgang eins musste Gäste-Torhüterin Simone Köster gar nicht erst eingreifen, da die Bälle lediglich den Weg an die Wand, nicht aber ins Tor fanden.

Mit einem 8:2-Blitzstart sorgten die starken und bestens eingestellten Gäste früh für klare Verhältnisse. Insbesondere die elffache Torschützin Lara Dinkhoff bekamen die Recklinghäuserinnen gar nicht in den Griff. Mit 8:16 zur Pause waren die Gastgeberinnen noch gut bedient. In Halbzeit zwei gelang dann immerhin Schadensbegrenzung. Im Zeichen des sicheren Sieges schalteten die Gäste zwei Gänge zurück, was nur für ein kurzes Zwischenhoch bei der PSV sorgte, als die Gastgeberinnen in offener Manndeckung auf 15:20 (43.) herankamen.

PSV RE: Schultz, Longo, Pape; Schmidhuber (3), Klüsener (1), Gerick (3), Benthaus (1), Heieck, Schmidtmann, Janz (7/3), König, Hovenjürgen (4), Kurzeja (2).

Trainer Dominik Schlechter zeige sich seinen Schützlingen gegenüber nachsichtig: „Die Mädels haben Charakter gezeigt. Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen. Die Rahmenbedingungen in dieser Form allerdings sind katastrophal.“

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