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Der Trainer blickt mit düsterer Miene aufs Feld, seine Handballer kauern geknickt auf der Bank: Für gute Laune steht der SV Westerholt derzeit nicht. Jetzt muss Übungsleiter Philipp Jacob gehen.

Handball

SV Westerholt: Abschied nach 28 Jahren

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HERTEN-WESTERHOLT - Philipp Jacob hat 28 Jahre beim SV Westerholt Handball gespielt oder als Trainer gearbeitet. Ununterbrochen. Jetzt trennt sich der Tabellenletzte der Landesliga 3 von seinem Übungsleiter.

Am Sonntag kassierte der SV Westerholt beim 24:25 gegen Borussia Höchsten seine fünfte Saisonniederlage. Mit 0:10-Punkten steht der Verbandsliga-Absteiger auch in der Landesliga wieder am Tabellenende. Am Montagabend zog die Führung der Handballabteilung die Reißleine. Philipp Jacob muss gehen – der Sportliche Leiter Ralf Anischewski und Rückraum-Routinier Rosen Kolev übernehmen interimsmäßig. Das Duo hat nun etwas Zeit, die Mannschaft auf die nächste Aufgabe vorzubereiten. Die Landesliga ist in den Herbstferien, erst am 27. Oktober ist Westerholt bei der ETG Recklinghausen zu Gast. Die Trennung von Trainer Jacob hat der Verein in einer schriftlichen Erklärung von Geschäftsführer Daniel Wolter erläutert. Darin heißt es: „Die ausbleibende sportliche Entwicklung im Laufe der Rückrunde der letzten Saison und auch in dieser Saison haben uns dazu bewogen, uns mit sofortiger Wirkung von unserem Trainer Philipp Jacob zu trennen.“ Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga habe der Verein gehofft, „mit Philipp Jacob den Neustart erfolgreich bewerkstelligen zu können. Leider ist dies nicht gelungen.“ Jacobs Verdienste um den SV Westerholt als Spieler und Trainer verdienten „den größten Respekt“, so der Klub. „Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen, aber weiter zu warten wäre aus unserer Sicht fahrlässig gewesen.“ Schritt ist „schade, aber nachvollziehbar“ Philipp Jacob findet den Schritt „schade, aber nachvollziehbar“. Im vergangenen Jahr, als Jacob noch Spielertrainer war, habe der Klub in einer ähnlichen Situation in der Verbandsliga zu ihm gestanden. „Das war nicht selbstverständlich. Dass er es nun nicht ein zweites Mal tut, ist zu verstehen.“ Der 34-Jährige betont aber, dass er gern mit der jungen Mannschaft weitergearbeitet hätte: „Ich sehe im Training, dass die Jungs Fortschritte machen.“ Er sei daher zuversichtlich gewesen, mit dem Team die Kurve zu bekommen. „Klar ist aber: Mit 0:10 Punkten hat man sportlich keine Argumente.“ Beim SV Westerholt endet damit eine Ära, und auch für Philipp Jacob ist die Entscheidung ein tiefer Einschnitt. Wie es für den 34-Jährigen weitergeht? Kurzfristig irgendwo als Trainer einzusteigen, könne er sich nicht vorstellen. „Aber fertig mit Handball bin ich noch nicht. Ich habe schon Lust, noch ein bisschen zu spielen“, so Jacob. „Mal sehen, was sich in den kommenden Wochen ergibt.“

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