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Sie sind zurück in der 3. Liga: Die 1. Damen der PSV Recklinghausen, die die Oberliga Westfalen vor dem Saisonabbruch bereits mit Vorsprung angeführt hatten.

Handball

So viele Aufsteiger wie nie - doch rechte Freude kommt keine auf

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Die Handballsaison 2019/2020 in Westfalen ist Geschichte. In die Geschichtsbücher wird die Spielzeit auf jeden Fall eingehen. Wegen Corona – und wegen eines Massenaufstiegs auch im Kreis Industrie.

So viele potenzielle Aufsteiger wie nie gibt es. „Erst mal abwarten, wer seine Wildcard überhaupt in Anspruch nimmt“, so Holger Kück, der Vorsitzende des Handballkreises Industrie. Der Funktionär aus Herne ist Mitglied einer Kommission im Handballverband Westfalen (HVW), die sich mit dem Thema des Saisonabbruchs befasst hatte.

Das Aufstiegsrecht in Westfalen und damit auch in allen Kreisen wurde nach dem Saisonabbruch nach dem so genannten „Norweger Modell“ berechnet. Dabei werden mehrere Parameter in Quotienten umgerechnet. Zugrunde lagen die bisherigen Saisonspiele (bis 12. März).

Große Freude kommt nicht überall auf. 

Bei den Männern hat es die größte Bewegung in der Bezirksliga gegeben. HSC Haltern-Sythen II und HTV 95/28 Recklinghausen steigen auf, der Tabellendritte FC Erkenschwick darf neben Teutonia Riemke II und FC Schalke 04 II eine Wildcard ziehen. 

Diese wird der Klub auch in Anspruch nehmen. Trainer Jens Körner ist dennoch zwiegespalten: „Eigentlich ist das kein richtiger Aufstieg, es fühlt sich zumindest nicht so an. Dazu hätte ich gerne mit den Jungs gefeiert – gerade in Erkenschwick wird bekanntlich gerne gefeiert.“ 

So sieht es auch Andreas Gutzeit, Trainer des HTV 95/28 Recklinghausen: „Wir wollen Spiele und Spannung, nicht solch eine Regelung, daher fühlt es sich nicht echt an. Wir sind Tabellenerster, wir wollten aufsteigen, aber wir müssen trotzdem abwarten, wie wir uns entscheiden. Momentan liegt alles auf Eis. Seriös planen kann man nicht in diesen Tagen.“

Aus der Kreisliga Industrie rücken VfL Hüls, TuS Ickern und Westfalia Scherlebeck nach.

Keine ganz ungetrübte Freude im Recklinghäuser Norden. Die Rückkehr der PSV in die 3. Liga der Damen ist fix. Die war angesichts eines Vorsprungs von vier Zählern (nach Minuspunkten) und eines relativ leichten Restprogramms zwar ohnehin nur eine Formalie. 

Trainer Dominik Schlechter ist aber dennoch ein Stück weit erleichtert: „Die Mannschaft hat zwei Jahre viel investiert. Jetzt wird sie belohnt, auch wenn die Umstände alles andere als erfreulich sind.“

Keine Aufstieg ohne Feier.

Der B-Lizenzler hat damit seine Mission erfüllt, nun steht einem Engagement beim Zweitligisten TV Beyeröhde nichts mehr im Wege, oder? „Nun ja“, schränkt der scheidende Übungsleiter ein. „Ganz so einfach ist es nicht. Ich bin ganz sicher nicht eher weg, ehe es nicht eine angemessene Aufstiegsfeier gegeben hat. Die hat sich die Mannschaft einfach auch verdient.“

Das sind die Aufsteiger und Wildcard-Inhaber aus dem Handballkreis Industrie:

• Oberliga Frauen: PSV Recklinghausen (1.) 

• Verbandsliga 2 Frauen: Teutonia Riemke (2.) 

• Bezirksliga Frauen: VfL Gladbeck (1.) ETG Recklinghausen (2.) TV Wanne (3./WC) Bochumer HC II (4./WC) 

• Kreisliga Frauen: SG Linden-Dahlhausen (1.) VfL Bochum (2./WC) PSV Recklinghausen III (3./WC) 

• Kreisklasse Frauen: HSG Rauxel-Schwerin (1.) HSV Herbede II (2.) Castroper TV (3./WC)

 • Verbandsliga 2 Männer: TuS Bommern (1.) VfL Eintracht Hagen II (2./WC)

• Landesliga 3 Männer: RSV Altenbögge-Bönen (1.) HC Westfalia Herne (2./WC)

• Bezirksliga Ruhrgebiet: HTV 95/28 Recklinghausen (1.), HSC Haltern-Sythen II (2.) FC Erkenschwick (3./WC) Teutonia Riemke II (4./WC) FC Schalke 04 II (5./WC)

• Kreisliga Industrie: VfL Hüls (1.) TuS Ickern (2./WC) Westfalia Scherlebeck (3./WC)

• 1. Kreisklasse: SuS Olfen (1.) HC Westfalia Herne II (2.) VfL Bochum (3./WC) TSG Sprockhövel (4./WC)

• 2. Kreisklasse: VfL Bochum II (1.) TuS Bommern III (2.) HSC Haltern-Sythen IV (3./WC)

• 3. Kreisklasse: FC Schalke 04 IV (1.) HSC Welper (2.) ETG Recklinghausen III (3./WC) TV Wattenscheid 01 II (4./WC) Westfalia Scherlebeck II (5./WC) VfL Bochum III (6./WC)

• 4. Kreisklasse: Bochumer HC II (1.) SG Linden-Dahlhausen II (2.) SW Gelsenkirchen-Süd (3./WC) CVJM Gelsenkirchen (4./WC) TuS Bommern IV (5./WC) Castroper TV (6./WC)

Zuvor hatte sich der Handballverband Westfalen lange mit der Problematik befasst und sich in einer Videokonferenz entschieden. 

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