Beim Aufwärmen werden bei Handballern die Bälle zunächst im Tor abgelegt.
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Handbälle liegen in einem Tor.

Handball

Kreis Industrie verschiebt Saison-Start - Verband Westfalen will wie geplant weiterspielen

  • Olaf Krimpmann
    vonOlaf Krimpmann
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Nach der Vereinsbefragung, die ein eindeutiges Ergebnis brachte, wollte der Kreisvorstand des Handballkreises Industrie (HKI) seine Vereine nicht überstimmen: Auf seiner Vorstandssitzung am Donnerstagabend stimmte der Kreisvorstand für eine Verlegung des Saisonstarts.

In den Kreisligen und -klassen hätte die Spielzeit 2020/2021 an diesem Wochenende beginnen sollen. Der Vorstandsentscheid sei dabei einstimmig ausgefallen, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

Der HKI setzt sich damit auch gegen andere Kreise in Szene: Wie der Kreisvorsitzende Holger Kück schon im Vorfeld durchblicken ließ, gebe es im westfälischen Verbandsgebiet auch Kreise, die an ihrem regulären Spielbetrieb festhalten wollten. Der Wunsch der Vereine auf Verlegung und die Sicherheit der Aktiven und Zuschauer stehe aber immer im Vordergrund, so die Auffassung des hiesigen Kreisvorstandes Geplant ist nun, die Saison am Wochenende 5./6 Dezember beginnen zu lassen.

Hier geht es zur Mitteilung des Handballkreises Industrie.

Auf Verbandsebene waren zuvor ganz andere Fakten geschaffen: Hier soll der Spielbetrieb fortgesetzt werden. Wie der Handballverband Westfalen in einer Mitteilung argumentiert, sei es schließlich nicht der organisierte Sport, der für den explosionsartigen Anstieg bei den Corona-Neuinfizierungen sorgt. Allerdings hat auch der Verband die Entwicklung im Blick: Mannschaften aus Risikogebieten können – wie es bisher die Praxis ist – Spiele verlegen ohne dabei Nachteile fürchten zu müssen. Und: Man habe die aktuelle Entwicklung natürlich stets im Blick, heißt es.

Der Kreis Recklinghausen zählt zu diesen Risikogebieten, genau hier sorgt die Ankündigung des Verbandes, erst mal wie gehabt weiter zu machen, für Kopfschütteln. Etwa beim HSC Haltern-Sythen. Der Oberligist hätte an diesem Samstag sein Heimspiel gegen HTV Hemer bestreiten sollen. Das will der Klub nun absagen.

Verlegen ist schön und gut - nur wohin?

Eine Befragung innerhalb der Mannschaft habe eine klare Meinung ergeben, berichtet Teammanager Christian Berse der „Halterner Zeitung“: Es gebe eine klare Tendenz, nicht spielen zu wollen. „Im privaten Bereich dürfen sich maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen und beim Handball hat man Kontakt mit Leuten aus allen Regionen“, so Berse. Das Risiko, ein Spiel auszutragen, sei dem HSC Haltern-Sythen zu hoch aktuell.

Beim Landesligisten FC Erkenschwick ist man regelrecht sauer: „Natürlich können wir Spiele verlegen, die Frage ist doch: Wohin? Das ganze Ruhrgebiet ist Risikogebiet“, so Abteilungsleiter Andreas Krebs. Der hätte sich vom HVW mehr Führung gewünscht: „Da muss der Verband dann auch mal den berühmten Arsch in der Hose haben. Alle wollen spielen, wir natürlich auch. Aber ich halte es in dieser Zeit für unverantwortlich, Handballspiele auszutragen.“ Der FC Erkenschwick hat bis auf Weiteres seinen Trainingsbetrieb eingestellt.

Die Stadt Duisburg hat im Übrigen am Mittwoch ein Verbot der Ausübung von jeglichen Kontaktsportarten in Sporthallen und den (Amateur-)Fußballplätzen erlassen. Hier hat eine Stadt die Sportverbände vor Tatsachen gestellt - so geht es also auch.

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