Hans G. Schulz (DLV)
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Vielfach ausgezeichnet: Hans G. Schulz, der Hertener wurde vor Kurzem 75 Jahre alt.

Leichtathletik

Der Pflichttermin fällt aus - so erlebt Hans G. Schulz diesmal die Leichtathletik-DM

  • Thomas Braucks
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Eine große Leichtathletik-Meisterschaft vor der Haustür: Für Hans Schulz ist das normalerweise ein Pflichttermin. Aber was ist in diesen Tagen schon normal im Sport?

Wenn am Samstag und Sonntag in Dortmund die Deutschen Hallenmeisterschaften ausgetragen werden, wird der langjährige Chef der westfälischen Leichtathleten aus Herten nicht dabei sein. Um zur Eindämmung der Corona-Pandemie beizutragen, hat bekanntlich auch die Leichtathletik auf „Geisterbetrieb“ umgestellt. Seine Kontakte spielen lassen und doch ein Plätzchen in der Helmut-Körnig-Halle ergattern, das mochte Schulz nicht: „Keine Extras. Es wäre auch nicht im Sinne der Sache.“ Nämlich eine corona-konforme DM auszurichten: mit aufwendigem Hygienekonzept, straffem Programm und überschaubarem Starterfeld, aber eben komplett ohne Zuschauer.

So wird Hans Schulz – wie viele Leichtathletik-Fans – an diesem Wochenende viel Zeit vor dem Rechner verbringen und die Titelkämpfe im Internet per Livestream verfolgen. Dass er die nur allzu gern vor Ort gesehen hätte, ist keine Frage. Es sind schließlich die ersten deutschen Hallenmeisterschaften, die in der runderneuerten Körnig-Halle neben dem Stadion Rote Erde stattfinden. Für deren Sanierung und Umbau (unter anderem wurden die Laufbahnen von vier auf sechs erweitert) hatte sich Hans Schulz noch als Vizepräsident des westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) intensiv eingesetzt.

„Eine der schönsten Hallen im Land“

Es hat sich gelohnt, wie er findet. „Es ist toll geworden. Für mich hat Dortmund jetzt eine der schönsten Leichtathletikhallen im Land.“ Sogar ein VIP-Raum wurde gebaut. „Auch wenn der jetzt erst mal nicht gebraucht wird“, wie der Hertener ironisch anmerkt. Dafür sicher in der Zukunft: Zusammen mit dem Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid ist die Arena der Garant, dass in Westfalen weiter Spitzenleichtathletik zu sehen sein wird. Im Winter wie im Sommer.

Anfang des Monats hat Hans Schulz seinen 75. Geburtstag gefeiert. Wie es sich gehört gerade, im engsten Familienkreis. Seine Ämter hat er – nach mehr als fünf Jahrzehnten Engagement für die Leichtathletik bei Spvgg. Herten, im Kreis Recklinghausen und im westfälischen Verband und DLV – längst aufgegeben. Eng verbunden ist er seinem Sport noch immer. In der Initiative „Freunde der Leichtathletik“, die Talente im ganzen Land unterstützt, etwa. 24 Jahre stand Hans Schulz dem Verein vor, seit 2017 ist er Ehrenvorsitzender. Eine Herzensangelegenheit. Längst wäre eine Mitgliederversammlung fällig. Corona verhindert sie. „Außer ein paar Vorstandssitzungen per Videoschalte hat nichts stattgefunden. Der persönliche Austausch, er fehlt einfach.“

DM im Juni ohne Zuschauer befürchtet

Ob sich das im kommenden Frühjahr, wenn die Leichtathletik in ihre Freiluft-Saison startet, ändert? Ob die Restriktionen ein Ende haben und die Fans endlich wieder für Stimmung im Stadion sorgen? Hans Schulz ist skeptisch. „Was man jetzt so über die Mutanten des Virus hört, habe ich da meine Zweifel. Ich fürchte, dass auch die Deutsche Meisterschaft Anfang Juni noch ohne Zuschauer stattfinden könnte.“

Wenn es anders käme, keiner wäre glücklicher. Seinen letzten Wettkampf hat Hans Schulz vor fast genau einem Jahr gesehen, in der nach dem Umbau gerade wiedereröffneten Körnig-Halle in Dortmund. Dann kam das Virus. Ein ganzes Jahr ohne Leichtathletik live – das ist schmerzlich genug.

Auch der Kreis RE ist bei der DM vertreten

Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) überträgt die Hallen-DM in Dortmund auf seiner Homepage (leichtathletik.de). Am Samstag geht es um 13.30 Uhr los, am Sonntag bereits um 11.30 Uhr.

Gespannt sein darf man auf den Hochsprung (So., 11.30 Uhr) mit Christina Honsel, die ihre sportlichen Wurzeln im Leichtathletikkreis RE hat. Die Dorstenerin in Diensten des TV Wattenscheid 01 ist die amtierende deutsche Freiluft-Meisterin und könnte sich nun auch ihren ersten DM-Titel in der Halle schnappen.

Auch ihr ehemaliger Trainer bei der LG Dorsten, Leo Monz-Dietz, ist in Dortmund engagiert: Monz-Dietz verantwortet seit Jahren das Training von 800-Meter-Spezialistin Majtie Kolberg (LG Ahrweiler). Die 21-Jährige könnte hinter den Favoritinnen Katharina Trost (LG Stadtwerke München) und Sonja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) um eine Medaille mitlaufen.

Aus der Trainingsgruppe von Thomas Czarnetzki (Oer-Erkenschwick), Sprint-Coach bei Gastgeber LG Olympia Dortmund, soll Neuzugang Lilly Kaden ihr Meisterschaftsdebüt für den Klub geben. Die ehemalige Schalkerin war im vergangenen Sommer schnellste deutsche U20-Sprinterin. Ebenfalls am Start ist ihre Teamkollegin Brenda Cataria-Byll, die über 400 Meter Chancen aufs Finale hat.

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