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Beim „Talk in der Kaue“ vor einigen Tagen war er ein gefragter Mann auf dem Podium: Helmut Sandrock, neuer 2. Vorsitzender des SV Vestia Disteln.

Fußball

Aus der DFB-Zentrale in die Bezirksliga

HERTEN - Helmut Sandrock war von 2012 bis 2016 DFB-Generalsekretär, jetzt wurde er zum 2. Vorsitzenden von Vestia Disteln gewählt. Der 61-Jährige möchte Türen öffnen.

Wessen Name in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt von der Bürotür des Generalsekretärs prangt, der hat Einfluss. Der gehört zu den „Machern“ im deutschen Fußball mit seinen sieben Millionen Mitgliedern.

Der SV Vestia Disteln stellt einen Teil dieser Mitglieder. Zugegeben einen sehr kleinen. Entsprechend ist auch der Einfluss des SV Vestia nicht gerade riesig. Helmut Sandrock ist unter anderem angetreten, um das zu ändern. Der gebürtige Heinsberger, der seit vielen Jahren mit der Familie in Westerholt lebt, kennt beide Seiten des Fußballs. Generalsekretär war er, 2. Vorsitzender eines Bezirksligisten ist er neuerdings.

Für den 61-Jährigen liegen diese beiden Welten näher zusammen als es den Anschein hat. „Der Amateurfußball, der Sport allgemein müssen Flagge zeigen. Wir müssen uns positionieren, vielleicht eine Kampagne anstoßen“, sagt Sandrock. „Wir brauchen ganz einfach politisches Gehör.“

Dass er mit seinem Netzwerk, seinen vielen nationalen wie internationalen Verbindungen da eine besondere Rolle spielen kann, ist ihm bewusst. „Ich denke, auch deswegen wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, hier in Disteln 2. Vorsitzender zu werden“, sagt er.

Klaus Berge sei es gewesen, der ihn maßgeblich einbinden wollte. Auch der Ex-Profi und heutige Spielerberater mischt an der Fritz-Erler-Straße im Vorstand mit.

Kapazitäten an der Fritz-Erler-Straße reichen nicht aus 

Dabei war Helmut Sandrocks ursprüngliche Motivation die eines ganz normalen Vaters: Sein Sohn kickt in der Vestia-Jugend, das bindet automatisch an den Verein.

Als Spielervater fiebert er mit seinem Sohn, als langjähriger Funktionär sieht er die aktuellen Probleme: „Wir brauchen Kapazitäten, der Verein ist längst an seine Grenzen gestoßen.“

Die Jugendabteilung, die jüngst vom Fußballkreis für herausragende Arbeit mit einem Förderpreis ausgezeichnet wurde, platzt aus allen Nähten. Ein Konzept müsse her, um dem Wachstum gerecht zu werden, das Thema Kunstrasen spielt dort rein.

Dazu, das weiß Helmut Sandrock nur zu gut, müssen dicke Bretter gebohrt werden: Bei Verwaltung und Politik, möglicherweise sogar in den eigenen Reihen. Er möchte Türen öffnen und sagt: „Ich sehe mich vor allem als Berater.“ Einer, der durch eine Wahl in den Vereinsvorstand ein offizielles Mandat erhalten hat. Das verpflichtet.

Die Herausforderungen an der Basis seien im Laufe der Jahre nicht gerade kleiner geworden, das weiß auch Sandrock. „Wenn ich helfen kann, dann mache ich das gerne“, sagt er. „Und um die Hände in den Schoß zu legen, fühle ich mich noch zu jung.“

62 Jahre alt wird Helmut Sandrock im Dezember, und wer mit im spricht, spürt in der Tat eine große Energie. Dass er in Disteln als 2. Vorsitzender nicht an vorderster Front steht, ist mit Bedacht gewählt. Mindestens einer großen Herausforderung will er sich noch stellen: Ob es ein Engagement bei einem Profiklub ist oder möglicherweise eine Aufgabe im internationalen Fußball, lässt der Hertener zunächst offen.

Vorstellbar sei vieles, sagt er. Sein Netzwerk jedenfalls scheint zu funktionieren.

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