Kapitän Matthias Röttlingsberger (r.) und der SSC Recklinghausen verloren das erste Testspiel nach der Corona-Zwangspause.
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Kapitän Matthias Röttlingsberger (r.) und der SSC Recklinghausen verloren das erste Testspiel nach der Corona-Zwangspause.

Fußball

Kein Spiel wie jedes andere -  im Fußballkreis Recklinghausen rollt der Ball erstmals

  • Meike Holz
    vonMeike Holz
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Im Fußballkreis Recklinghausen rollt nach  gut viermonatiger Corona-Zwangspause wieder der Ball. B-Kreisligist  SSC Recklinghausen empfängt den klassengleichen VfB Günnigfeld II.

  • Erstes Testspiel nach  viermonatiger Corona-Zwangspause
  • SSC Recklinghausen testet Hygienekonzept
  • Elf von Volker Bärwald verliert mit 3:6

Eigentlich ist es wie immer an einem Sonntagnachmittag. Pünktlich um 14:30 Uhr pfeift Schiedsrichter Hans-Georg Bintakies ein Fußballspiel an. Und doch ist vieles anders.

Anders als noch gut vier Monaten. So lange ist es her, dass der Unparteiische aus Datteln ein Spiel geleitet hat. „Am 8. März“, erinnert sich Bintakies. Und dann kam Corona. 

Das Virus ist zwar immer noch da. Inzwischen hat die Landesregierung die Sportverbote aber schrittweise gelockert. „Vor vier Wochen sind wir wieder ins Training eingestiegen“, sagt Volker Bärwald, Trainer des B-Kreisligisten SSC Recklinghausen. Als eine der ersten Mannschaften in der Stadt, wenn nicht sogar im Kreis. „Mit diesem Testspiel wollte ichdie Jungs belohnen“, führt der Teamchef fort. „Und dasHygienekonzept testen.“ 

Abstand schützt - auf der Anlage an der Langen Wanne gibt's einige Hinweisschilder.

Wieder gehört der Sport- und Spielclub (SSC) Recklinghausen  zu den ersten Vereinen im Fußballkreis, die den ersten Schritt wagen. Auf der Anlage an der Langen Wanne ist der klassengleicheVfB Günningfeld II zu Gast. Ein Spiel, wie viele andere. Und doch anders. 

„Wir wollten es einfach mal ausprobieren“, sagt Geschäftsführer Rüdiger Arndt. Der Verein hat ein Konzept erarbeitet, wie die strengen Auflagen umgesetzt werden können, und der Stadt vorgelegt. Von der Verwaltung gab‘s grünes Licht. Weil Ein- und Ausgang getrennt sind oder vor der Verkaufstheke ein Einbahnstraßensystem gut markiert wurde. „Wir haben unseren Verkauf eingeschränkt“, berichtet der stellvertretende Vorsitzende Manfred Lehnert.  Getränke – außer Kaffee – werden in Flaschen serviert. Auf die obligatorische Stadionwurst oder andere Leckereien müssen Besucher verzichten.

Zuschauer  werden ganau erfasst

So viele sind es ohnehin nicht. Maximal 100 dürfen die Anlage betreten. Um einen Überblick darüber zu behalten, hat sich der SSC etwas einfallen lassen und gibt jedem Besucher einen Plastikchip. Allerdings erst nachdem jeder Zuschauer seine Kontaktdaten hinterlassen. Für den Fall der Fälle, von dem alle Beteiligten hoffen, dass er nicht eintritt. 

Auch wenn der SSC vieles geplant hat, stört etwas. „Der Regen hätte nicht sein müssen“, stöhnt Arndt, „das würde das Erfassen der Adressen erleichtern.“

Hinweise via Stadionmikrofon

 Kaum hat Schiedsrichter Hans-Georg Bintakies das erste Testspiel in Recklinghausen angepfiffen, klärt Manfred Lehnert via Stadionmikrofon nochmals über die nötigen Verhaltens- und Abstandsregeln auf. An der Bande hat der SSC zur Orientierung alle zwei Meter ein rot-weißes Flatterband befestigt. 

Ist ein Abstand nicht einzuhalten, dann ist das Tragen einer Maske Pflicht. Zuschauer nehmen die Auflagen gelassen hin. Im Juli 2020 ist vieles anders als noch vor wenigen Monaten. „Verrückte Zeiten“, wie ein Besucher treffend anmerkt. 

Neun Treffer würzen ersten Test

Den ungewöhnlichen Rahmen haben die B-Kreisligisten übrigens mit einemtorreichen Testspiel gefüllt. Günnigfelds Kreisliga-B-Zweitvertretung tritt mit Verstärkungen aus dem Bezirksliga-Kader an und gewinnt mit 6:3 (3:2). 

„Sie haben den Unterschied gemacht“, sagt SSC-Trainer Volker Bärwald und verweist auf die Tore von Bernd Paul (4) und Maurice Pancke – bei einem weiteren Treffer von David Beenken. Für den SSC sind Enis Karputz und Philipp Bettenworth vor und Neuzugang Dario Hoppe nach der Pause erfolgreich. 

Vorbereitung beginnt am 19. Juli

Und wie geht es bei den Recklinghäusern weiter? „Wir machen jetzt zwei Wochen Pause und starten am 19. Juli in die Saisonvorbereitung“, berichtet Bärwald. „Dann wird es ernst. Wir haben ja gesehen, woran wir arbeiten müssen.“

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