Fußball - Stadtmeisterschaft Herten

Spielabbruch: "Wir sind alles keine Engel"

HERTEN/RECKLINGHAUSEN - Mit vergleichsweise glimpflichen Strafen endete vor dem Kreissportgericht die Verhandlung über einen Spielabbruch bei den Hertener Stadtmeisterschaften. Dort war am 21. Juli die Begegnung zwischen DTSG Herten und SuS Bertlich nach Tumulten abgebrochen worden.

Der Abbruch zog damals Kreise, zumal auch die Polizei auf die Anlage von BW Westfalia Langenbochum gerufen worden war. Dort hatte DTSG als Ausrichter der Stadtmeisterschaft fungiert.

Das Kreissportgericht verurteilte den Spieler Khalid Saado zu einer Spielsperre bis 21. Januar 2019. Das Gremium unter Vorsitz von Bruno Ruch (SF Stuckenbusch) sah es als erwiesen an, dass der DTSG-Spieler den Bertlicher Rhodarius Komossa einen Kopfstoß verpasst hatte. Per Roter Karte wurde Saado am 21. Juli vom Platz gestellt.

Die Begegnung beider Mannschaften war wenige Minuten später nach tumultartigen Szenen auf dem Spielfeld beendet. In der Partie soll ohnehin viel Feuer gewesen sein, wie beide Vereinsvertreter vor dem Sportgericht einräumten. Ob nun Schiedsrichter Rolf Rötzheim die Partie abbrach oder beide Teams, war eher zweitrangig. Das Kreissportgericht verurteilte DTSG und SuS wegen verschuldeten Spielabbruchs zu Geldstrafen. Noch während der Stadtmeisterschaft war die Partie gegen beide Teams gewertet worden.

Beide Klubs holen ihre Kicker vom Rasen

Mit diesem Urteil waren beide Vereine einverstanden. Bertlichs Abteilungsleiter Thomas Droste, der beim Spiel als Trainer fungierte, sprach aus, was der Wahrheit wohl am nächsten kam: „Wir sind alles keine Engel. Ich habe zu meiner Mannschaft gesagt: Jetzt ist hier Feierabend, wir brechen das Spiel ab.“ Auch die Verantwortlichen von DTSG hatten nach Zeugenaussagen ihre Mannschaft vom Platz geholt.

Im getrennt verhandelten Verfahren gegen die DTSG-Spieler Levent Oral und Sadik Tokman verhängte das Sportgericht eine kleine Geldstrafe gegen Oral und sperrte Kapitän Tokman für zwei Wochen bis 27. August. Oral und Schiri Rötzheim waren aneinander geraten, weil der DTSG-Akteur mehrfach auf türkisch gesprochen hatte, was der Unparteiische als Bedrohung auffasste (Rötzheim: „Ich kann kein türkisch, aber es kamen Spieler auf mich zu, die sagten, sie wären beleidigt worden.“).

Für den Polizeieinsatz sorgte der zweite Schiri

Die zwei Wochen Sperre für Tokman gab’s, weil der Spielführer über den Schiedsrichter gesagt haben soll: „Ich schwör dir, das ist dein letztes Spiel. Ich mache dich kalt.“

Der Spieler bestreitet das, und außer dem am Spielfeldrand stehenden zweiten Schiedsrichter des Turniers, Karim Bouharrou, fanden sich auch keine Zeugen, die diese Worte bestätigen konnten. Da der Spieler den Schiedsrichter Rötzheim nicht direkt bedroht und attackiert hatte, kam es zu dem milden Urteil.

Für den Polizeieinsatz sorgte der zweite Schiri: Karim Bouharrou forderte den DTSG-Vorsitzenden Tunay Saribas auf, die Ordnungshüter zu holen. „Ich pfeife das übernächste Spiel nicht, hol die Polizei. Dann haben wir geordnete Verhältnisse“, will der Referee gesagt haben.

Nach der Aufnahme der Personalien und einer Anzeige verließen die Ordnungshüter nach einigen Minuten wieder die Langenbochumer Anlage. Die Stadtmeisterschaft wurde daraufhin weitergeführt.

Das Verfahren vor dem Kreissportgericht war im Übrigen das erste in der gerade begonnenen Saison.

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