Sebastian Kreutzberg (TuS 05 Sinsen II)
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Sebastian Kreutzberg (M.) im Einsatz für den TuS 05 Sinsen II. Mittlerweile ist der 26-Jährige wieder im Vollbesitz seiner Kräfte, aber die Infektion mit dem Coronavirus hat ihm wochenlang schwer zu schaffen gemacht.

Die Folgen der Corona-Pandemie

Husten und Atemnot - mit diesen Folgen kämpfte ein Sinsener Fußballer wochenlang

  • Sebastian Schneider
    vonSebastian Schneider
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Corona auf die leichte Schulter nehmen? Das kann Sebastian Kreutzberg vom TuS 05 Sinsen II nicht mehr passieren. Er kämpfte mit den Folgen von Covid-19.

Natürlich, am Anfang habe man auch im Mannschaftskreis des TuS 05 Sinsen II über das Virus gescherzt, erzählt Sebastian Kreutzberg. „Aber wenn man das einmal in der Form wie ich gehabt hat? Dann ist das nicht mehr lustig“, sagt der 26-Jährige. „Wenn ein älterer Mensch das so bekommen hätte wie ich, dann hätte er das wahrscheinlich nicht überlebt.“ Wo er sich das Coronavirus eingefangen hat, ist unklar. „Ich arbeite im Möbelhaus und habe viel Kundenkontakt“, sagt Kreutzberg. „Möglich ist aber auch, dass ich es mir in Frankfurt eingefangen habe, wo ich war, kurz bevor die Krankheit bei mir ausbrach.“

„Konnte nicht mehr nach links oder rechts schauen“

Klar ist hingegen, dass die Infektion Sebastian Kreutzberg den Boden unter den Füßen wegzog. „Wir hatten ein Freundschaftsspiel in Resse an einem Dienstag, und ich war abends noch bei einem Mannschaftskameraden, der in Resse wohnt“, erzählt er. „Am nächsten Tag hatte ich frei und einen Frisörtermin. Aber als ich ins Auto einstieg, konnte ich schon nicht mehr nach links oder rechts schauen, weil mir der Kopf so wehtat.“

Das Fieber schnellte in die Höhe, dem Anruf beim Arzt folgte ein Coronatest in Recklinghausen, zu dem ihn sein Vater mit dem Auto fuhr. Medikamente gab es keine. „Das Fieber ging leicht zurück, und dann kamen der Husten und die Atemnot“, sagt Sebastian Kreutzberg, dessen Team jüngst ein Befreiungsschlag gelang . „Extrem heftig, über zwei Wochen.“ Der Arzt sagte, er solle aufpassen, wenn er draußen sei und es abends kühler würde. „Damit ich mich nicht noch weiter verkühle. Dann sollte es von alleine wieder weggehen.“ Und das tat es, aber nur quälend langsam. „Und es war Sommer und warm. Im Winter ist es bestimmt deutlich schwieriger.“

Bis zur Genesung dauert es mehr als vier Wochen

Bis zur Rückkehr zum Sport dauerte es noch. Im Mannschaftskreis war Sebastian Kreutzberg nur einer von mehreren Infizierten. „Einige haben kaum etwas gemerkt, auch mein Zwillingsbruder Tim hatte es nur leicht. Meine Eltern haben es später bekommen und zum Glück auch nicht schwer.“ Als die Mannschaftsquarantäne beendet war, lagen die ersten Symptome bei Sebastian Kreutzberg Wochen zurück. „Ich bin die ersten zwei Male nur alleine gelaufen“, erinnert er sich an den Neustart. „Von der Muskulatur her ging es, aber nicht von den Atemwegen.“ Erst Mitte, Ende September, also deutlich mehr als vier Wochen nach den ersten Anzeichen, habe er sich wieder wie zuvor gefühlt.

Was würde er Menschen raten, die sich leichtsinnig benehmen? „Man sollte den Mund- und Nasenschutz dort tragen , wo es verlangt wird“, sagt er. „Ich habe neulich etwas über die Spanische Grippe 1918 gesehen, da mussten die Menschen auch Mundschutz tragen. Und 100 Jahre später bekommen wir das nicht hin? Das ist traurig.“

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