Noah Braida (TV Wattenscheid)
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Er startet durch: Noah Braida präsentiert sich zu Jahresbeginn in ausgezeichneter Verfassung. Über 60 Meter Hürden in der Altersklasse U 18 belegt der Waltroper jetzt Rang fünf in der Weltrangliste.

Leichtathletik

Die Weltspitze ist kaum noch eine Hürde – dieser junge Waltroper sorgt für Furore

  • Jochen Börger
    vonJochen Börger
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Es läuft rund für diesen jungen Mann. Hürdensprinter Noah Braida aus Waltrop hat nach einem famosen Lauf die Weltspitze in seiner Alterklasse im Blick.

Als er 13 Jahre alt war, da fragte ihn sein Vater, ob er es wirklich ernst meinen würde mit der Leichtathletik. „Ja, unbedingt“, antwortete ihm damals Noah Braida. Nur wenige Monate später war der Kontakt zum TV Wattenscheid geknüpft – und fortan entwickelte sich die Karriere eines Jungen aus Waltrop, der sich nun aufmacht, im Junioren-Bereich weltweit ganz oben mitzumischen. Die Zeichen stehen gut.

Noah Braida, in der kommenden Woche feiert er seinen 17. Geburtstag, hat jetzt mit einem formidablen Lauf in Chemnitz für einen Paukenschlag gesorgt: 60 Meter Hürden in 7,85 Sekunden und schon rangiert der junge Mann auf Platz fünf in der Weltbestenliste in der Halle über diese Strecke. Aber in aller Bescheidenheit sagt der Gymnasiast: „Es ist ganz gut gelaufen.“

Mit Gavin Claypool überragt ein weiterer Deutscher

Er hätte auch durchaus kundtun können, dass „ICH“ nicht „ganz gut“, sondern hervorragend abschnitt. Doch auch nach seiner Rückkehr aus Sachsen, nach einem Lauf, der ihn ein ganzes Stück nach vorn brachte, wirkt er ruhig, abgeklärt, absolut zielorientiert.
Die magische 60-Meter-Hürden-Marke von acht Sekunden hat Noah Braida auf einen Schlag mal eben um 15 Hundertstel unterboten. 7,85 Sekunden, das ist ein Ausrufezeichen – genauso wie die Tatsache, dass der Waltroper das Rennen in Chemnitz „nur“ als Zweiter beendete und es somit um den deutschen Hürden-Nachwuchs sehr gut bestellt ist. Denn Gavin Claypool (SV Preußen Berlin), ebenfalls Jahrgang 2004, siegte in 7,80 Sekunden.

Österreicher führt die U 18-Weltrangliste

So finden sich die beiden deutschen Nachwuchs-Asse nun in den Top 5 der Welt wieder. Claypool auf Rang drei, zeitgleich mit dem Franzosen Oscar Dugue, der die 7,80 Sekunden im vergangenen Monat in Nantes lief. Und Noah Braida nur knapp dahinter auf Rang fünf – zeitgleich mit dem Russen Ivan Afonin, der im Januar mit 7,85 Sekunden bei einem Meeting in Nowotscheboksarsk aufhorchen ließ. Nur der Zweitplatzierte Damiano Dentato (Italien, 7,76 Sekunden) und der Österreicher Enzo Michael Diessl waren in dieser Saison noch besser. Diessels 7,73 Sekunden am 30. Januar in der Dusika-Halle in Wien sind aktuell das Maß aller Dinge.

Die auch für den Waltroper durchaus ein Ziel sind. „Denn es gibt immer noch Dinge, die man verbessern kann.“ Die Voraussetzungen beim TV Wattenscheid sieht Braida dabei als optimal an – auch weil ihm mit Frank Bartschat, Landes-Trainer Sprint/Hürdensprint, ein höchst erfahrener Coach zur Seite steht.

Der Coup von Chemnitz könnte also in diesem Jahr keine Ausnahme sein. Vom 30. Juli bis 1. August steht in Rostock die Deutsche Jugendmeisterschaft auf dem Programm. Und – so es die Corona-Pandemie zulässt – auch die Junioren-Europameisterschaft in Rieti (26. bis 29. August) wirft ihre Schatten voraus. Die Vorgaben für die Qualifikation muss Noah Braida, bester Hürdensprinter aus dem Kreis Recklinghausen, freilich noch erfüllen. Wer 13,95 Sekunden für 110 Meter Hürden schafft, hat sein Ticket für Mittelitalien sicher. Braidas Bestzeit beläuft sich aktuell dort auf 14,22 Sekunden, erzielt im September 2020 in Heilbronn. Doch Luft nach oben ist ja reichlich. Und dass er es ernst meint mit dem Sport, das hat er ja schon vor vielen Jahren erzählt…

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