Fußball

#zurückaufdenplatz - das steckt hinter der Kampagne von Ex-Profi Ingo Anderbrügge

  • vonOlaf Nehls
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Ingo Anderbrügge macht sich in der Pandemie für Kinder und Jugendliche stark und hofft, dass Vereinssport im Freien schnell wieder erlaubt ist.

Es sei nicht nur einfach eine Kampagne, sagt Ex-Fußballprofi Ingo Anderbrügge. Der 57-jährige gebürtige Dattelner, der in seiner Karriere mehr als 300 Spiele für den FC Schalke 04 bestritt und 1997 mit den Blau-Weißen den UEFA-Cup gewann, sieht in seiner Aktion #zurückaufdenplatz vielmehr ein gesellschaftspolitisches Thema. Er will sich dafür einsetzen, dass der Trainingsbetrieb in den Vereinen schrittweise wieder möglich gemacht wird. Und er will den vielen Trainern, Eltern und Jugendlichen Mut machen, die Rückkehr auf den Sportplatz einzufordern.

„Es wird Zeit, die Sporteinrichtungen gut vorbereitet und den aktuellen Bedingungen angemessen wieder zu öffnen. Vereine und sportliche Einrichtungen sind in der Lage, Hygienekonzepte zu erarbeiten und vorzuweisen. Unser Land muss ihnen die Chance geben, den Betrieb angemessen wieder aufzunehmen, damit die Jüngsten unter uns nicht länger leiden müssen“, sagt der 57-Jährige, selbst Vater von drei Kindern. Seine jüngste Tochter ist zwölf Jahre alt und spielt Fußball beim SV Hochlar 28. „Die Stimme der Kinder ist sehr leise und daher möchte ich für sie laut werden und hoffe, dass die Kampagne viele Unterstützer findet, die ihr folgen und die sie teilen“, sagt er.

Die Kleinsten unter uns haben keine große Lobby“

„Unser Slogan meint dabei nicht nur den sportlichen Platz, sondern jeden Platz, auf dem sich Kinder bewegen können, Zuwendung und Rückhalt finden und sich aufgehoben fühlen“, erklärt Anderbrügge, der mit seiner „Fußballfabrik“ in Fußballcamps seit vielen Jahren selbst Jugendliche immer wieder in Bewegung bringt. Zudem unterstützt er mit den „Ruhrpotthelden“ karitative Projekte.

Ingo Anderbrügge macht sich in einer Kampagne für Kinder und Jugendliche stark.

In der Corona-Pandemie liege der Fokus der Öffentlichkeit vermehrt auf der älteren Generation, sagt er. „Jeder Mensch ist wichtig, dennoch scheint es, als ob die Kleinsten unter uns keine große Lobby haben“, findet der ehemalige Trainer der Spvgg. Erkenschwick und des VfB Hüls. Die vielen Monate ohne Sport, ohne Bewegung und ohne soziale Kontakte seien vor allem für Kinder und Jugendliche eine besonders schwierige Zeit. „Die Kinder erleben keine normale Alltagsroutine, sie verbringen den Tag am PC und am Schreibtisch und finden keinen Ausgleich durch Sport“, sagt Ingo Anderbrügge.

„Wochenlanger Stillstand ist später schwer aufholbar“

Vor allem in der Pubertät fehle der Austausch mit Gleichaltrigen und der Wettkampf miteinander. „Die Langzeitschäden durch Bewegungsmangel können für jede Altersklasse gravierend sein. Besonders bei Kindern hemmt zu wenig Sport ihre psychische und soziale Entwicklung. Wochenlanger Stillstand ist später schwer aufholbar“, gibt der Ex-Fußballer zu bedenken und verweist in dem Zusammenhang auf die große Bedeutung der Sportvereine. „Die Vereine fangen Kinder auf, dort treffen sie Gleichaltrige und messen sich mit ihnen. Es ist alarmierend, dass wir aus Studien erfahren, dass 40 Prozent der Kinder bedauern, dass sie ihre Freundschaften nicht mehr aufrecht erhalten können.“

Im Netz gibt es bereits viele Unterstützer der Kampagne, viele Vereine haben schon mitgemacht. Auch Prominente wie das Schauspielerpaar Christine Sommer und Martin Brambach haben ein Unterstützer-Video hochgeladen und fordern #zurückaufdenplatz.

Viele Kinder haben Videos gedreht, auf denen sie alleine Sport treiben und diese eingeschickt. Alle werden in den nächsten Tagen in den sozialen Medien bei Facebook oder Instagram unter #zurückaufdenplatz zu sehen sein.

Rubriklistenbild: © Privat

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