Der Sportplatz von GW Erkenschwick am Nußbaumweg in Oer-Erkenschwick.
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Bis zum Montag hatte Grün-Weiß Erkenschwick den Spiel- und Trainingsbetrieb der Jugend auf dem Sportplatz am Nußbaumweg komplett heruntergefahren.

Fußball in Oer-Erkenschwick

Corona bei GW Erkenschwick: Komplette Jugendabteilung stellt vorübergehend den Betrieb ein

  • vonOlaf Nehls
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Ein E-Jugendspieler von GW Erkenschwick hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Verein handelt sofort und verordnet seinem kompletten Nachwuchs eine Zwangspause.

  • Nach dem Kroatien-Urlaub werden ein Neunjähriger aus Oer-Erkenschwick und seine Familie an der Grenze in Bayern auf das Coronavirus getestet.
  • Dass sich der Junge angesteckt hat, erfährt die Familie aber erst sechs Tage später.
  • Da hat der Jugendfußballer von GW Erkenschwick aber schon mit seinen Kollegen von der E-Jugend trainiert.
  • Der Verein reagiert und stellt sofort den Spiel- und Trainingsbetrieb der gesamten Jugend ein.

Die Corona-Panne in Bayern, die bundesweit für Schlagzeilen sorgt, hat nun auch unmittelbar Auswirkungen auf den Fußball im Kreis Recklinghausen. Viele Testergebnisse von Reiserückkehrern aus dem benachbarten Ausland wurden zu spät oder noch gar nicht übermittelt – wie auch in einem Fall aus Oer-Erkenschwick. Dort hatte schon am Donnerstag Grün-Weiß Erkenschwick den Trainings- und Spielbetrieb der kompletten Jugendabteilung eingestellt. „Wir haben einen Shutdown gemacht“, sagt Peter Fechner, zweiter Vorsitzender des Vereins.

Auch die Geschwister sind infiziert

Was war passiert? Ein Spieler aus der E-Jugend von GW Erkenschwick, Viertklässler an einer Grundschule in Recklinghausen-Essel, der die Sommerferien mit der Familie in Kroatien verbracht hatte, wurde bei der Einreise nach Deutschland an der deutsch-österreichischen Grenze getestet. Offenbar erhielt die Familie dort den Hinweis, dass bei einem positiven Befund eine Benachrichtigung innerhalb von 48 Stunden erfolgen würde. Drei Tage wartete die Familie bis zum vergangenen Dienstag, ohne dass es eine Nachricht gab. Am Nachmittag nahm der Junge unbekümmert wieder am Training seiner E-Jugend teil. Am Donnerstag erst gab’s das Testergebnis und einen Schock für die Familie: Der Neunjährige, wie auch seine beiden jüngeren Geschwister, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die Geschwister gehen zur Ewaldschule in Oer-Erkenschwick. „Wir haben sofort die Kreisgesundheitsbehörde informiert und bis auf Weiteres alle Aktivitäten der Jugend eingestellt“, sagt Peter Fechner. „Weil wir nicht ausschließen konnten, dass Mannschaften untereinander Kontakt hatten“, sagt Jugendleiter Dirk Kowalke.

Alle Mannschaftskollegen wurden getestet

Auch die 13 Mannschaftskollegen, die gemeinsam mit dem Neunjährigen beim Training waren, wurden umgehend getestet. Am Montag lagen fast alle Ergebnisse vor. „Alle waren negativ“, sagt Dirk Kowalke erleichtert. „Wir werden den Betrieb jetzt langsam wieder hochfahren“, erklärt der Jugendleiter der Oer-Erkenschwicker. Der positiv getestete Spieler weist, nach Aussage seines Vaters, keinerlei Symptome auf, bleibt aber vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Die anderen Jugendspieler, auch die der E-Jugend mit Trainer Stefan Schniederjan, dürfen wieder ganz normal trainieren.

Behörde lobt Vorgehen des Vereins GW Erkenschwick

Darüber freute sich natürlich auch Andreas „Bobbel“ Artmann. Der Vereinsvorsitzende von GWE hatte aber noch weiteren Grund zur Freude, wie er erzählt: „Wir haben ein ausdrückliches Lob vom Kreisgesundheitsamt erhalten, weil wir uns in der Angelegenheit vorbildlich verhalten haben.“ Den Trainingsbetrieb für alle Jugendmannschaften sofort komplett einzustellen, sei nämlich gar nicht zwingend notwendig gewesen, sagt der GWE-Chef. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen.“

Vier Coronafälle hatte es zuletzt auch beim TuS 05 Sinsen gegeben.

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