Manfred Wölpper, Fußball-Trainer
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Erfolgstrainer: Manfred Wölpper ist Ur-Marler und Trainer in Dülmen. An diesem Sonntag hätte er eigentlich ein außergewöhnliches Bezirksliga-Spitzenspiel erleben sollen.

Fußball

Das wäre ein Kracher gewesen - so blickt Manni Wölpper auf das ausgefallene Bezirksliga-Topspiel

  • Thomas Braucks
    vonThomas Braucks
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Dieser Sonntag hätte den Fans ein echtes Fest beschert. FC Marl gegen TSG Dülmen - vor allem für Manfred Wölpper wäre es ein besonderes Spiel.

Alle reden gerade über einen härteren Lockdown – im Amateurfußball gibt es nichts mehr zu verschärfen. Anfang November hat die zweite Corona-Welle den Betrieb gestoppt. Was bleibt, ist der Blick auf den Spielplan und auf Duelle, von denen niemand weiß, wann sie angepfiffen werden. Man nehme nur diesen Sonntag. Der hätte Marl ein echtes Fußball-Fest beschert: das Spitzenspiel in der Bezirksliga 14 zwischen dem FC Marl und der TSG Dülmen. Ein willkommener Anlass, bei Manfred Wölpper nachzufragen: Der Marler Fußball-Lehrer (u.a. VfB Hüls, VfL Bochum U23, Spvgg. Erkenschwick, SF Lotte und MSV Duisburg U23) hat Dülmen an die Tabellenspitze geführt. Und das als Vereinsmitglied des FC Marl: An der Hagenstraße kickt der 63-Jährige regelmäßig in der Ü60-Kreisauswahl.

TSG Dülmen und FC Marl führen die Bezirksliga mit 22 Punkten und gleicher Tordifferenz an: An diesem Sonntag wäre es in der Bezirksliga 14 zum Duell um die Tabellenspitze gekommen.

Wer hätte vor der Saison gedacht, dass nach acht Spieltagen 14 Vereine bereits aus dem Rennen sind und die Meisterschaft zwischen der TSG Dülmen und dem FC Marl entschieden wird? Respekt vor beiden Mannschaften: Sieben Siege und ein Unentschieden sind eine starke Bilanz. Das wäre am Sonntag sicher ein schönes Spektakel geworden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Angesichts der Corona-Entwicklung fällt es aber schwer zu glauben, dass in der Bezirksliga noch eine Rückrunde gespielt wird. Es könnte also bei einem direkten Duell bleiben. Das würde dann im Frühjahr beim FC Marl stattfinden.

Das sehe ich auch so. Das Saisonende ist zwar für den 20. Juni terminiert. Aber wenn wir im März wieder anfangen würden, dann wäre es logisch, die Hinrunde zu Ende zu spielen und die Saison auf dieser Basis zu werten. Auch wenn’s weh tut. So viele englische Wochen, die nötig wären, um die komplette Saison zu spielen, sind im Amateurfußball kaum möglich.

Die Konstellation hat es in sich: Im Sommer sind Sie zur TSG Dülmen zurückgekehrt, und nun könnten ausgerechnet Sie dem FC Marl den ersehnten Aufstieg vermiesen.

Mir war es ein großes Anliegen, am Ende meiner Trainerlaufbahn noch einmal zur TSG Dülmen zurückzukehren. Dort hat sie in den 80er-Jahren auch begonnen. Wir haben damals große Erfolge gefeiert und sind bis in die 3. Liga aufgestiegen. Aber natürlich bin ich auch Ur-Marler. Dass ich über 500 Spiele für den TSV Marl-Hüls bestritten habe, weiß kaum ja noch einer. Dennoch: Jetzt mit Dülmen noch einmal aufzusteigen, wäre ein Highlight.

Neben dem FC Marl mit einigen ehemaligen Oberliga- und Westfalenliga-Spielern galt Dülmen von Anfang an als großer Titelfavorit. Dabei war die TSG in der abgelaufenen Spielzeit solides Bezirksliga-Mittelmaß.

Ehrlich gesagt war ich schon etwas überrascht, dass uns vor der Saison alle auf dem Zettel hatten. Wir haben schon eine gute Mannschaft. Aber die meisten Spieler spielen hier seit Jahren zusammen. Alles Dülmener Jungs. Gut, mit Marvin Möllers, der auch mein Co-Trainer ist, haben wir einen Spieler vom TuS Haltern aus der Regionalliga dazubekommen. Marvin macht das herausragend. Einer, der in jedem Spiel vorangeht und die anderen mitzieht. Aber er ist ja auch Dülmener.

Wie halten Sie ihre Mannschaft bis zum Wiederbeginn im neuen Jahr in Form?

Das Hauptaugenmerk liegt im Moment ganz klar auf der Fitness. Wenn es wieder losgeht, können wir uns nicht groß mit Konditionsarbeit beschäftigen. Die Mannschaft ist sehr diszipliniert. Ich bin sicher, dass alle ihre Hausaufgaben erledigen. Vormachen kann mir da ohnehin keiner was, dazu bin ich zu lange im Geschäft. Mein Problem ist: Zwei Monate nach dem Start war die Saison schon wieder unterbrochen. Da habe ich noch gar nicht alle Spieler richtig kennenlernen können. Deshalb treffe ich mich wöchentlich mit einem Spieler, natürlich im Rahmen der Corona-Regeln.

Und wie kommen Sie persönlich über den Lockdown?

Das Ganze ist einfach fürchterlich. Die persönlichen Kontakte, die man sonst gewohnt ist, fehlen. Ich habe mich zu Hause in die Arbeit gestürzt. Zu tun gibt es in meinem Haus genug. Dazu versuche ich täglich eine Stunde Sport zu treiben. Fußball oder Tennis sind derzeit leider nicht möglich. Also gehe ich laufen und mache etwas Kraftsport. Einmal durchschwitzen am Tag, das muss sein.

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