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Spielabbruch bei Wulfen gegen Marl: Dieses neue Video zeigt, wer die Massenschlägerei ausgelöst hat

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Beim Kreisliga-Spiel zwschen BW Wulfen und Fenerbahce Istanbul Marl stürmten Zuschauer den Platz und verursachten den Spielabbruch und eine Schlägerei. Wie es dazu kam, sieht man in einem Video, das ein Zuschauer gemacht hat.

  • In der Kreisliga A1 hat es am vergangenen Sonntag einen Spielabbruch gegeben.
  • Zwischen BW Wulfen und Fenerbahce Istanbul Marl war es zu einer Massenschlägerei gekommen.
  • Ermittlungen der Polizei dauern an.

Update, 8.9., 13.30 Uhr: Auch drei Tage danach beschäftigt die Schlägerei zwischen BW Wulfen und Fenerbahce Marl die Vereine. Warum ein Zuschauer zuschlug, ist aber noch unklar. Es gibt aber ein weiteres Video, das zeigt, wie die Massenschlägerei auf dem Fußballplatz begonnen hat. Darauf ist zu erkennen, dass die Schlägerei, die zum Abbruch der Partie BW Wulfen gegen Fenerbahce Istanbul Marl führte, von einem Zuschauer ausgelöst wurde, der dem Wulfener Lager zuzurechnen ist.

Wulfens Vorsitzender Dennis Pohlmann will Aufklärung

Das räumt inzwischen auch Wulfens Vorsitzender Dennis Pohlmann ein. Der Zuschauer, der sofort einen Marler Spieler attackierte, sei offenbar „ein Verwandter oder guter Bekannter“ eines Blau-Weiß-Spielers, sagt Pohlmann. „Ich habe ihn aber vorher noch nie auf unserer Anlage gesehen. Deshalb konnte ich ihn im ersten Moment nicht zuordnen.“ Schon am Sonntag hatten sich Gerüchte verbreitet, nach denen der Betreffende der Bruder eines Wulfener Spielers sein soll.

Einer von drei „Ordnern" soll sogar Polizist sein

Den Vorwurf, dass keine Ordner vor Ort gewesen seien, lässt Pohlmann nicht stehen. „Wir hatten in Spielfeldnähe drei Leute postiert, die bei solchen Fällen eingreifen sollten. Einer davon ist sogar Polizist“, sagte der Wulfener Vorsitzende. Ordnerbinden hätten die drei allerdings nicht getragen.

Wulfener vermuten Beleidigungen auf türkisch

Wie auch immer es zur Massenschlägerei kam, die Frage nach dem Warum bleibt bislang komplett unbeantwortet. Die Wulfener vermuten, dass es von Marler Seite aus Beledigungen auf türkisch gegeben hätte. Ilker Ciloglu, Trainer von Fenerbahce Istanbul Marl, sagt, es habe im Vorfeld keinen Streit mit den Wulfenern oder dem Spieler, dessen Bruder den Platz stürmte, gegeben. „In der Szene zuvor, als es eine Rangelei zwischen einem Wulfener und einem meiner Spieler gab, ist ja ein anderer Wulfener Spieler gekommen und hat seinen Mannschaftskameraden weggezogen“, sagt Ciloglu. „Die Szene war eigentlich beendet.“ Umso überraschender sei dann die Attacke durch den Zuschauer gekommen.

Auge geschwollen, Nase nicht gebrochen

Unterdessen haben sich die körperlichen Folgen zumindest bei einem Fenerbahce-Spieler als nicht so dramatisch wie befürchtet herausgestellt. Ilker Ciloglus Auge ist immer noch dick geschwollen, eine Untersuchung steht noch aus. Die Nase von Oguzhan Inam ist aber nicht gebrochen. BW Wulfen will den Vorfall aufklären. Dennis Pohlmann: „Wir müssen das aufdröseln und unsere Lehren daraus ziehen.“ Dem SC-Vorsitzenden ist aber klar, dass es damit nicht getan ist: „Da wird leider noch was kommen.“

Update, 7.9, 15.45 Uhr: Auslöser für den Spielabbruch zwischen BW Wulfen und Fenerbahce Marl war laut Polizei der Angriff eines Zuschauers auf einen Spieler von Fenerbahce Istanbul Marl. Im Bericht heißt es: „Gegen 16.30 Uhr war es zu einem Wortgefecht zwischen zwei gegnerischen Spielern der Kreisliga A gekommen. Plötzlich mischte sich ein 24-jähriger Zuschauer aus Dorsten ein, lief selbst aufs Spielfeld und attackierte einen der Spieler. Daraufhin rannten alle Mannschaftsmitglieder und Betreuer beider Mannschaften aufs Spielfeld.“ Welche Seite, Gastgeber 1. SC BW Wulfen oder Fenerbahce Istanbul, nach der abgebrochenen Partie am Sonntag mit einem buchstäblichen blauen Auge davonkommt, ist noch nicht klar. Das linke Auge von Fener-Trainer Ilker Ciloglu war am Sonntagabend allerdings tatsächlich so dick geschwollen, dass im Krankenhaus nicht geröntgt wurde.

Marl: Fener-Trainer Ciloglu mit geschwollenem Auge

Istanbul-Trainer Ilker Ciloglu hat beim Spielabbruch in Wulfen einen Schlag aufs Auge bekommen.

„Ich soll im Laufe der Woche noch einmal wiederkommen, wenn es abgeschwollen ist“, sagt Ciloglu. „Ich kann zurzeit kaum etwas auf dem Auge sehen.“ Wer die Massenschlägerei auf dem Platz ausgelöst hat, ist für die Polizei klar. Sie berichtet in einer Pressemitteilung von einer Rangelei unter zwei Spielern. „Plötzlich mischte sich ein 24-jähriger Zuschauer aus Dorsten ein, lief selbst aufs Spielfeld und attackierte einen der Spieler. Daraufhin rannten alle Mannschaftsmitglieder und Betreuer beider Mannschaften aufs Spielfeld“, heißt es in dem Bericht.

Schiedsrichter berichtet von Angriff auf einen Marler Spieler

Auch der Schiedsrichter habe in den Spielbericht eingetragen, dass zuerst der Marler Baris Tecir von einem aufs Feld stürmenden Zuschauer angegriffen worden sei, sagt Bünyamin Fidan. Er war als Vertreter von Fenerbahce dabei, als der Unparteiische Marius Burrichter den Spielbericht ausfüllte. Fidan beklagt, in den sozialen Netzwerken würden die Marler als Übeltäter dargestellt, obwohl der Auslöser der Angriff eines Dorstener Zuschauers auf einen Fener-Spieler gewesen sei.
In einem Video ist auch zu sehen, dass an den Handgreiflichkeiten nicht nur Zuschauer beteiligt waren, sondern auch Spieler aufeinander einprügelten und -traten. Es ist also nicht auszuschließen, dass am Ende beide Seiten bestraft werden.

Wulfen: Polizei rückt mit mehreren Wagen an

Die Polizei rückte mit mehreren Wagen an und beendete den Spuk. Sie ermittele weiter, heißt es in ihrer Mitteilung. Von Fenerbahces Seite sind mehrere Anzeigen gestellt worden. Wie vonseiten des Fußballkreises Recklinghausen mit der Partie umgegangen wird, ist noch nicht klar. „Ich kann kaum etwas sagen“, sagt Staffelleiter Franz-Josef Humme. Der will zunächst die Stellungnahmen der Vereine abwarten. „Und dann wird das sicherlich ein Fall für das Sportgericht.“

Unsere bisherige Berichterstattung (06.09., 9 Uhr): Die Partie zwischen BW Wulfen und Fenerbahce Istanbul Marl in der Kreisliga A1 ist nach rund zwei Dritteln der Spielzeit abgebrochen worden. Es sollen Zuschauer das Spielfeld gestürmt und für eine Schlägerei gesorgt haben. Fenerbahce war kurz nach der Pause durch einen Treffer von Furkan Güleryüz in Führung gegangen (55.).

Wulfen gegen Marl: Fenerbahce-Spieler verletzt

Zehn Minuten später, das schildern sowohl Fenerbahces Trainer Ilker Ciloglu als auch Wulfens Coach Daniel Schikora mit ähnlichen Worten, habe es einen Strafstoß für Wulfen und eine Rangelei zwischen den beiden am Zweikampf beteiligten Spielern gegeben.Wohl als Reaktion auf diese Szene sei es dann zu einem Platzsturm gekommen. „Es war zunächst ein Wulfener Zuschauer, der unseren Spieler sofort geschlagen hat“, sagte Ilker Ciloglu. Danach seien noch mehr Anhänger der Gastgeber aufs Feld gekommen, vier oder fünf, so Ciloglu. Hier die Stellungnahme von Fenerbahce:

Auch Spieler seiner Mannschaft seien zum Ort des Geschehens gelaufen. Er selbst habe dazwischengehen wollen, sich dabei sofort einen Schlag ins Gesicht und ein blaues Auge eingehandelt, sagt Fenerbahces Trainer, der am Sonntagabend noch zur Untersuchung ins Krankenhaus wollte.Auch drei seiner Spieler seien mehr oder weniger schwer verletzt worden: „Einer hat eine dicke Lippe, ein anderer womöglich die Nase gebrochen, noch ein anderer einen Zahn abgebrochen“, sagte Ciloglu fassungslos. „Ich und zwei meiner Spieler haben Anzeige bei der Polizei erstattet.“

Wulfen-Trainer beschreibt Beginn der Schlägerei

Auch Daniel Schikora spricht von vier oder fünf Zuschauern, die den Platz gestürmt und eine Schlägerei ausgelöst hätten. War zu erkennen, zu welcher Seite die gehörten? „Ich nehme an, einer war von uns, weil er auf einen Marler Spieler zugelaufen ist“, sagt Schikora. „Die anderen sind zu unseren Spielern gelaufen. Ich kannte keinen von denen.“ Ilker Ciloglu war aufgebracht darüber, dass kein Wulfener und auch kein Ordner versucht hätten, zu schlichten. „Die haben schön hinter der Barriere gestanden“, sagte er.

Wozu eine solche Schlägerei auf dem Platz führen kann, hat sich in der vergangenen Saison am Beispiel Herta Recklinghausen gezeigt.

Rubriklistenbild: © Olaf Krimpmann

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