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Tschüss Hamburg: Christian Ahlmann verabschiedet unter großem Applaus sein Erfolgspferd Codex One beim Derbymeeting in Klein-Flottbek in den sportlichen Ruhestand.

Christian Ahlmann verabschiedet Codex One

Der nächste Weltstar geht in den Ruhestand

MARL/HAMBURG - Im Januar 2018 verabschiedete Springreiter Christian Ahlmann Taloubet Z aus dem Sport, jetzt in Hamburg Codex One. Der Reiter aus Marl muss endgültig ohne seine beiden routinierten Ausnahmepferde auskommen.

Dass Taloubet Z vor fast eineinhalb Jahren in Leipzig verschiedet wurde, wo der Hengst seinen Reiter einst zum Weltcupsieg trug, war logisch. Dass Codex in Klein Flottbek verabschiedet wurde, ebenfalls. Auch hier glänzte der braune Hannoveraner als Sieger. Mehr als 1,5 Millionen Euro hat der Hengst eingesprungen, EM-Silber für Deutschland geholt und für seinen Reiter den Sieg im prestigeträchtigen Großen Preis in Aachen gewonnen.

Der Abschied ist von langer Hand vorbereitet und doch emotional

Seine Besitzerin ist Marion Jauß. Ahlmanns langjähriger Mäzenin, die nahe Hamburg lebt, galt das Privileg, ihren Schützling noch einmal im Parcours zu sehen.

Der Abschied war von langer Hand vorbereitet. Nach dem x-ten Comebackversuch Ende letzten Jahres stand der Entschluss unwiderruflich fest. „Bis vorletztes Jahr war er gut unterwegs, dann hat er sich eine Verletzung zugezogen, von der wir immer noch nicht wissen, was es ist. Oft haben wir es versucht, nie war es richtig erfolgreich“, sagt Christian Ahlmann.

Ganz so emotional wie die Verabschiedung von Taloubet Z war es diesmal nicht, dazu hatte der Reiter zu viel Zeit verstreichen lassen. „Aber als das Video lief und man noch einmal alles sah, wurde man schon traurig“, sagt Christian Ahlmann. Codex, ausgebildet vom Waltroper Karl Brocks, der heute Bundestrainer der Ponyreiter ist, geht noch nicht in Rente. Er wird in der Zucht eingesetzt, in seine Nachfahren setzt man große Hoffnungen.

Im Parcours müssen es jetzt andere richten. „Im Prinzip habe ich für die großen Aufgaben aktuell nur zwei, drei Pferde – und die sind auch noch sehr jung“, sagt der Reiter. Entsprechend fehlen gerade die ganz großen Erfolge.

"Wir werden unseren Weg finden" sagt der Reiter über die Gespräche mit der FN

Beim Pfingstturnier in Wiesbaden hofft der 44-Jährige am Wochenende auf den Coup. „Man darf nicht zu viel erwarten“, sagt Ahlmann. Tokyo Z, Clintrexo und Take a Chance on Me Z sind zwar hoch qualifiziert, aber noch lange keine Weltstars wie Taloubet und Codex One.

An Championate denkt der Alt-Marler daher nicht, selbst wenn er, wie er auf Nachfrage sagt, mit dem deutschen Verband, der FN, seinen Frieden gefunden habe und in guten Gesprächen stehe. „Wir werden unseren Weg finden“, sagt er. „Aber wichtig ist, dass die Pferde bereit sind.“

In der Derbywoche habe Clintrexo „sehr gut angefangen, dann ist der Faden gerissen“: Platz 23 im Großen Preis. Atomic Z sei eine überzeugende Derby-Quali gegangen. In der Prüfung selbst gab es drei Fehler zu notieren – Platz 16.

Christian Ahlmann weiß, dass der Weg zurück in die absolute Weltspitze beschwerlich ist. „Die Zeit muss man sich nehmen“, sagt er. Etwas anderes wird ihm kaum übrig bleiben.

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