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2016 gab es auch noch ein Frauenteam beim TuS 05 Sinsen. Bei einem Turnier setzten sich damals in dieser Szene Kathrin Berger (M.) und Nina Tkotz (re.) vom TuS gegen eine Gegenspielerin durch.

Frauenfußball

Düstere Aussichten

MARL. - Der Frauenfußball in Marl liegt brach. Nur noch ein Verein bietet Damen die Möglichkeit, gegen das Leder zu treten.

Herren-Amateurfußball in Marl ist seit Jahrzehnten Kult und vom Sonntag nicht mehr wegzudenken. Unzählige Teams mit vielen einzelnen Senioren- und Jugendmannschaften füllen die Ligen.

Beim Frauenfußball ist von diesem Überfluss nichts zu spüren. Nachdem der TuS 05 Sinsen nach zwei Jahren seine Damenabteilung aus dem Programm genommen hat, bietet nur noch der FC Marl als einziger Verein in der Stadt Frauenfußball an.

Leichter, den Spielbetrieb aufrecht zu halten, wird es aber auch hier nicht. Zur neuen Saison wird beim FCM nur noch eine Frauenmannschaft antreten. Dazu die U17, die dem Verein weiter erhalten bleibt.

Einen Abwärtstrend möchte FC Marls Vorstandsvorsitzender Claus Lanczek aber nicht herbei schwören: „Wir schreiben den Frauenfußball nicht ab, sondern passen uns von Saison zu Saison den Gegebenheiten an. Es ist eben ein ständiges auf und ab.“

Dennoch kommen im Kreis Recklinghausen nicht mehr genug Juniorinnen-Teams zusammen, sodass für einen funktionierenden Ligabetrieb mit Nachbarkreisen kooperiert werden muss.

Bei den Frauen könne man noch etwas durchhalten, bevor sich auch hier mehrere Kreise zusammentun müssen. Dirk Wagener, ehemaliger FC-Frauentrainer, blickt mit Sorge in die Zukunft: „Ich denke, dass es in zwei bis drei Jahren schwierig wird, eine Liga zu füllen. Die Kreise müssen dann wahrscheinlich vergrößert werden.“

Auch bei anderen Marler Vereinen sieht es nicht besser aus. Der VfB Hüls hatte 2016 darüber nachgedacht, in Richtung Frauenfußball zu expandieren. Die Verantwortlichen waren sich aber sicher: Der Aufwand würde sich nicht lohnen. VfB-Pressemann Carsten Schwarma analysiert nüchtern: „Es wäre ganz einfach Verschwendung von Ressourcen, wenn wir Strukturen für Frauenfußball entwickeln, das Team aber nach ein oder zwei Jahren abmelden müssten. Der Markt ist zu rückläufig.“

Auch der TSV zeigt momentan keine Ambitionen, eine Abteilung für Frauenfußball aufzubauen. Am Loekamp ist man nach der Neuformierung voll und ganz damit beschäftigt, mit Schwung in die Westfalenliga-Spielzeit zu starten.

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