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Eine neue Aufgabe: Daniel Koseler (li.) in seiner Funktion als Mitglied des Trainerteams bei der U19 des TSV.

Fußball

Erste Schritte in der Trainerkarriere

MARL - Nach einer schweren Verletzung ist unklar, ob der 22-jährige Daniel Koseler seine aktive Karriere fortsetzen kann. Jetzt ist er im U19-Trainerteam des TSV.

Auf der Bank der A-Junioren des TSV Marl-Hüls sitzt ein Deutscher Meister. Mit der U19 des FC Schalke 04 hat Daniel Koseler 2015 den Titel gewonnen. Im Endspiel gegen die TSG Hoffenheim (3:1) wirkte der drahtige Verteidiger von der ersten bis zur 90. Minute mit. Jetzt sammelt der 22-Jährige seine ersten Erfahrungen im Trainerbereich.

Das Engagement beschere allen Beteiligten eine „Win-win-Situation“, findet Koseler. Er selbst kann den erfahrenen Übungsleitern Jörg Breski und Peter Tudyka über die Schulter schauen. Angesichts seiner schweren Verletzung steht es nämlich in den Sternen, ob der gebürtige Marler noch einmal selbst auf höherem Niveau spielen kann.

Viel mitgenommen aus der Schalker Zeit

Auf der anderen Seite vermittelt der ehemalige Schalker den Hülser Spielern, wie es funktioniert, ein ambitioniertes Ziel im Team zu verfolgen und mit einem Titel zu krönen. „Ich habe aus dieser Zeit so viel mitgenommen, sportlich und auch menschlich. Das möchte ich gern weitergeben“, erklärt Daniel Koseler.

Als Minikicker hat er am Loekamp mit dem Fußball angefangen. In der U13 wechselte er in die Nachwuchsabteilung der Königsblauen. „Ich habe das Teilinternat besucht. Das heißt: Ich wurde um 6.30 Uhr morgens zu Hause abgeholt und bin um 19.30 Uhr zurückgebracht worden“, erinnert sich Koseler.

Während seine Mannschaftskameraden Leroy Sane, mit dem er auch gemeinsam die Schulbank gedrückt hatte, und Thilo Kehrer direkt den Sprung in den Bundesligakader schafften, wollte sich der Marler über die U23 der Knappen für höhere Aufgaben empfehlen. „Vielleicht hätte ich damals ein Angebot aus der 2. oder 3. Liga annehmen sollen“, sagt Daniel Koseler beim Blick in den Rückspiegel.

In der ersten Regionalliga-Saison hatte der junge Abwehrmann seine Einsätze; in der zweiten Spielzeit saß er nach einem Trainerwechsel fast nur noch draußen. Dazu der Abstieg und die Entscheidung, zum TSV zurückzukehren.

Es folgten die turbulenten Hülser Wochen mit den Vorstandsquerelen, dem Rücktritt von Trainer Michael Schrank und der Abmeldung vom Spielbetrieb nach dem Match gegen den TuS Haltern. Zu dem Zeitpunkt war Pechvogel Koseler schon aus dem Rennen.

Der Traum vom großen Fußball ist vorbei

Im Heimspiel gegen den FC Eintracht Rheine hatte sich der Verteidiger zehn Minuten vor dem Abpfiff eine folgenschwere Verletzung zugezogen. Er blieb im Kunstrasen hängen, riss sich am rechten Bein die Kreuz- und Innenbänder, erlitt dazu einen Knorpelschaden und eine Schienbeinfraktur. Von einem Moment auf den anderen war der Traum vom großen Fußball geplatzt.

Das Praktikum, das er gerade im Chemiepark angetreten hatte, musste Daniel Koseler auch abbrechen, um die umfangreiche Rehabilitation über sich ergehen zu lassen. Noch heute ist er Stammgast im „Medicos“ auf Schalke. Das Trainer-Engagement empfindet er als beste Therapie gegen die psychischen Schmerzen. „Es tut weh, nicht mehr spielen zu können.“

Auch wenn die Hoffnung noch lebt, dass es irgendwann eine Rückkehr auf den Platz gibt, beginnt Koseler lieber schon jetzt mit dem Perspektivwechsel. Die kurze Zeit mit dem Kader des Spitzenreiters der A-Junioren-Landesliga machen ihm Appetit auf mehr: „Das ist eine geile Truppe.“

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