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Wie geht es weiter beim TSV Marl-Hüls?

Fußball - die Hülser Krise (Update 20 Uhr)

TSV will in Iserlohn spielen, Rückzug ist nicht ausgeschlossen

MARL - Das muss man dem TSV Marl-Hüls lassen. Es wird nicht langweilig beim Traditionsverein. Ärgerlich für die treuen Fans, dass die Nachrichten derzeit fast ausschließlich negativ ausfallen. Mit dem Rücktritt von Trainer Oliver Ridder am Donnerstagabend hat die Krise am Loekamp einen neuen Höhepunkt erreicht.

Und diese könnte nun auch Konsequenzen für den Spielbetrieb in der Westfalenliga 2: Angesichts der Turbulenzen im Verein war beim TSV Marl-Hüls am Freitagabend noch nicht zu 100 Prozent gesichert, dass die Blau-Weißen zum Auswärtsspiel in Iserlohn am Sonntag antreten (15 Uhr, Willi-Vieler-Stadion, Schleddestraße).

Sebastian Nowak, 2. Vorsitzende der Fußball-Abteilung, der über die notwendige Lizenz verfügt, sagte zu, sich auf die Bank zu setzen: „Wir tun alles dafür, eine Mannschaft zusammenzubekommen.“ Dazu wollte der TSV am Freitagabend noch A-Junioren und Kicker der zweiten Mannschaft aktivieren.

Der Personalmangel hat nicht nur mit Verletzungspech (Töppler, Thomaszik, Niedrig) und Frust über die sportliche Entwicklung zu tun, sondern mit der Lage des Vereins: Seit der Klub im Januar einen Insolvenzantrag gestellt hat, sind keine Aufwandsentschädigungen an Trainer oder Spieler geflossen. Die zahlen für den Hülser Spielbetrieb quasi drauf.

Angesichts der allgemeinen Ungewissheit sei die Trainingsgruppe in den vergangenen Tagen deutlich kleiner geworden, gibt Sebastian Nowak, gleichzeitig kommissarischer Jugendleiter, zu.

Dazu kommt: Der TSV kann dem aktuellen Kader keine verlässliche Auskunft darüber geben, für welche Liga die finanziellen Voraussetzungen in der kommenden Saison reichen. „Das kann die Landesliga sein, das kann auch nur die Kreisliga sein“, sagt Nowak. Diese Ungewissheit mochte der Trainer Oliver Ridder nicht länger mittragen.

Er habe im Dezember unter anderen Voraussetzungen zugesagt. Vor einer Woche habe er bei einem Termin mit dem Insolvenzverwalter erfahren, dass der Etat für die kommende Saison doch nicht stehe.

„Dadurch wurde meiner Arbeit die Perspektive genommen. Die Zusagen von Spielern aus unserem Kader und von potenziellen Neuzugängen sind mit meinem Namen verbunden. Das möchte ich angesichts der aktuellen Situation nicht“, erklärte Ridder. Seine Entscheidung sei von den Spielern bei der Verabschiedung akzeptiert worden. „Die Jungs können das nachvollziehen. Viele haben sich sehr positiv über unsere gemeinsame Zeit geäußert. Aber ich konnte sie unter diesen Voraussetzungen nicht mehr motivieren.“

„Haben gehofft, dass Olli das durchzieht“

Der Waltroper hat schnell einen neuen Trainerjob gefunden, er heuert bei der Spvgg. Erkenschwick an. Seine Mission dort wird auch kein Spaziergang: Ridder soll die A-Junioren vom Abstiegsplatz zum Klassenerhalt in der Landesliga führen.

Der Seitenwechsel Ridders trifft den TSV ins Mark. „Wir haben gehofft, dass Olli bis zum Ende durchzieht. Er hat das super gemacht“, sagt Sebastian Nowak. „Aber die Lage ist eben heikel, weil die Zukunft auf wackeligen Beinen steht.“ Über die Konsequenzen will die Führung des Westfalenligisten in den kommenden Tagen beraten.

Vorsitzender Udo Lichtenstein hofft zwar, dass es weitergeht und der Klub die Saison regulär zu Ende spielt. Aber ausgeschlossen scheint nichts, auch nicht eine Abmeldung der ersten Mannschaft vom Spielbetrieb.

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