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Nach langer Pause wieder am Ball: Lutz Blesel (r.) ist nach einem Schlüsselbeinbruch wieder im Training.

Fußball

Das kleine Polsumer Fußballwunder

MARL - Eine solide Fußballmannschaft plus Ersatzspieler könnte der SuS Polsum mit den Spielern aufbieten, die in der Hinrunde der laufenden Saison verletzungsbedingt mittel- bis langfristig nicht zur Verfügung gestanden haben. „So etwas habe noch nie erlebt“, stöhnt Peter Kappert, der den Dorfverein in der elften Saison trainiert.

Klar: Der Coach musste in der Vergangenheit immer wieder improvisieren, weil einzelne Akteure ausfielen. Sei es durchs Studium, den Beruf, Urlaub oder weil sie verletzt waren. Aber in dieser Spielzeit kam es knüppeldick. Dass der SuS trotzdem Herbstmeister in der Kreisliga B 2 wurde, ist ein kleines Fußballwunder.

Das Außergewöhnliche an den zwölf Ausfällen: Es ist nur eine einzige Muskelverletzung dabei gewesen. „Am Training kann es also nicht liegen“, betont Peter Kappert, der es für eine „billige Ausrede“ hält, das gravierende Pech auf den antiquierten Polsumer Aschenplatz zu schieben. „Es ist überall passiert: Beim Aufwärmen, auf gegnerischen Plätzen, im Training“, berichtet der Übungsleiter, der die Ausfälle mit Galgenhumor nimmt. „Wir hatten einmal vier Brüderpaare in der Mannschaft. Von den Heitkamps hat einer aufgehört, der andere ist verletzt. Die beiden Mengedes und die beiden Strothottes fallen aus. Dazu muss Miguel Fahrenhorst aussetzen. Bleibt also nur noch Ramon Fahrenhorst übrig.“

Polsum hat die schwierige Situation nur überstanden, weil sich einige Haudegen, die eigentlich schon zurückgetreten waren, zum Comeback überreden ließen: Peter Pulina und Gunnar van Geldern helfen aus, Robert Kubitsch sowieso. „Beim Durchschnittsalter lagen wir zu Saisonbeginn weit unten. Mittlerweile dürfte es wieder bei 26 Jahren liegen“, erläutert der Trainer.

Drei Mal hat der SuS in den vergangenen Wochen nicht gespielt. RW Dorsten II und der SV Altendorf II sind nicht angetreten, das Match in Hullern fiel der Witterung zum Opfer. „Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, kommentiert Kappert. Angesichts der Ausfälle kamen die Absagen nicht ungelegen, aber von einem vernünftigen Rhythmus könne schon seit Anfang November nicht mehr die Rede sein. Am Sonntag kommt der FC Marl II zum Derby ins Dorf; am Donnerstag danach soll das Match in Hullern nachgeholt werden. Angesichts der Wettervorhersagen sind Zweifel angebracht, ob es mit dem zweiten Anlauf klappt.

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