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Tritt nach 43 Jahren im Vorstand ins zweite Glied zurück: Der SuS Polsum ist Hauptkassierer Martin Halbeisen zu großem Dank verpflichtet.

Fußball

Martin Halbeisen hört nach 43 Jahren auf

MARL - Der 74-Jährige ist seit 1976 der „Herr der Zahlen“ beim SuS Polsum. Beim Umdrehen jedes Cents hat er bisher immer einen Grundatz befolgt.

In der Rangliste der dienstältesten Sportfunktionäre gebührt Martin Halbeisen ein Ehrenplatz! Seit 1976 ist der „Herr der Zahlen“ für die Finanzen des SuS Polsum 1927 verantwortlich. Bei der Jahreshauptsammlung wird der 74-jährige Vorstandsdino sein Amt in jüngere Hände legen.

„Wir können Martin gar nicht genug danken für seinen Einsatz“, verbeugt sich SuS-Geschäftsführer Volker Kriegel vor seinem Hauptkassierer und spricht von der „längsten Vorstandsära in der Geschichte unseres Vereins“. Sportlich haben die Dorfkicker in der langen Zeit gute und schlechte Zeiten erlebt; finanziell waren sie immer solide aufgestellt.

Vereinsmitglied ist Martin Halbeisen schon seit 44 Jahren. Anfang 1975 trat er dem Verein bei – wegen der Geselligkeit und nicht aus sportlichen Ambitionen. In seiner Jugend war er bei der DJK SF Buer (einem Vorläuferverein der SSV Buer) wegen der großen Konkurrenz bei den Fußballern zu den Leichtathleten gewechselt.

Nach dem Umzug von Gelsenkirchen-Buer ins Dorf lockte Johannes Röll den Betriebswirt zum SuS. Röll, der 1927 zu den Vereinsgründern gehört hatte, schwärmte seinem Arbeitskollegen bei den Chemischen Werken Hüls vom Zusammenhalt der Polsumer Kicker vor. Nicht ohne Hintergedanken, denn schon am 1. April 1976 wurde Halbeisen in den Vorstand gewählt.

Wolfgang Symanski ist Halbeisens Lehrmeister

Sein kaufmännischer Sachverstand half Martin Halbeisen, sich schnell als Kassierer zurechtzufinden. Bei den fußballspezifischen Besonderheiten hatte er einen guten Lehrmeister: „Mein Nachbar Wolfgang Symanski, damals Jugendleiter des SuS, hat mir viele Türen geöffnet.“

Allerdings fehlte im Klub damals noch eine richtige Führungsstruktur. Deshalb hält es der Hauptkassierer für eine seiner wichtigsten Leistungen, „dass ich Volker Kriegel Anfang der Achtzigerjahre für die Mitarbeit im Vorstand gewinnen konnte“.

Beide drehten über die Jahrzehnte erst jeden Pfennig und dann jeden Cent zwei Mal um, damit der Dorfverein auf einer gesunden Grundlage wirtschaften konnte. Bis heute gilt der Grundsatz: „Übungsleiter werden für ihre Arbeit entschädigt, kein Spieler erhält irgendwelche finanziellen Zuwendungen.“

Über die Kreisliga A ist der Klub ob dieser anachronistisch wirkenden Philosophie nie hinausgekommen, funkte aber stets mit dem Finanzamt auf einer Wellenlänge. Dass die Bürokratie im Laufe der Zeit nicht gerade kleiner geworden ist, gesteht Martin Halbeisen gern ein. Die Korrespondenz mit Ämtern und Behörden geht ihm durch seinen beruflichen Hintergrund jedoch leicht von der Hand.

„Mir wird sicher etwas fehlen“, ahnt der der Träger des FLVW-Verdienstnadel in Silber. Seinem Nachfolger sichert er zu, für alle Fragen zur Verfügung zu stehen. Am Platz wird er sich bei den Spielern der 1. Mannschaft sehen lassen. „Ob sie in der Kreisliga A oder B spielen, ist nicht entscheidend. Die gute Gemeinschaft zählt mehr.“

Für das Gelingen einer Gruppe ist es wichtig, dass sich Einzelne besonders engagieren. Martin Halbeisen nennt zwei Beispiele, denen der SuS viel zu verdanken habe. „Walter Büning hat für die Infrastruktur eine Menge bewegt und fehlt uns heute. Auch ein Günter Eiterich hatte durch seine ständige Präsenz im Sportzentrum eine ganz wichtige Bedeutung.

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