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Möchte möglichst schnell von der Reservebank aufs Spielfeld: Maurice Rottenberg (M.), DM-Dritter über 400 Meter, kickt jetzt für die A-Junioren des TSV Marl-Hüls.

Fußball

Medaillengewinner wagt den Neustart

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MARL - Mit Maurice Rottenberg wechselt ein hoch dekorierter Leichtathlet zum Fußball. Er steht im U19-Kader des TSV Marl-Hüls.

Als es am schönsten war, hat Maurice Rottenberg Schluss gemacht. Der Gewinn der Bronze-Medaille über 400 Meter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften war sein vorerst letzter Leichtathletik-Wettkampf – jetzt gehört der Schüler des Gymnasiums im Loekamp zum Kader der A-Junioren-Fußballer des TSV Marl-Hüls. Rottenberg erfüllt sich damit einen Traum. „Ich wollte schon immer Fußball im Verein spielen“, erinnert er sich am Rande des Saisonstarts seiner Mannschaft gegen Westfalia Rhynern. Seine Erfolge in der Leichtathletik sorgten aber dafür, dass er verhältnismäßig spät mit der Verwirklichung seines Wunsches beginnt.

Leicht ist ihm der Schritt nicht gefallen nach zwölf Jahren. „In meinem Alter gibt es aber auch beim TuS 09 Erkenschwick nur noch wenige Athleten. Mannschaftssport ist mir wichtig“, erklärt Maurice Rottenberg, der sich mit einer Empfehlung aus berufenem Munde beim TSV vorstellte.

„An der Ernst-Immel-Realschule war Thomas Oenning mein Sportlehrer. Er hat meine Entscheidung unterstützt, es mit dem Fußball zu versuchen“, berichtet der schnelle Marler. Der frühere Coach von Germania Lenkerbeck fühlte bei seinem alten Kumpel Josef Ovelhey vor, der wiederum den Coach der Landesliga-A-Junioren, Jörg Breski, um ein Probetraining für Rottenberg bat.

„Die Rückmeldung war positiv. Der Coach hat mir gesagt, dass ich beim Training mitmachen darf. Mir fehlt die Erfahrung, aber ich bin gut aufgenommen worden und lerne dazu“, sieht Maurice, der nach der Fachoberschulreife aufs Loekamp-Gymnasium gewechselt ist, keinen Grund, seine Entscheidung zu bereuen. Besonders freut er sich im Training immer aufs Abschlussspiel. „Das Niveau ist hoch“, hat der Neuling sofort erkannt. Der Respekt lähmt ihn nicht, sondern spornt an: „Ich bekomme viele Tipps und kann mich schnell weiterentwickeln.“

Trainer Breski gibt die Komplimente gern zurück: „Die Qualität in unserem Kader hilft ihm. Maurice hat einen guten Charakter. Ihm fehlt aber die Spielpraxis.“ Dass der „Neue“ sie vorerst nicht in der Meisterschaft erhält, versteht sich.

„Das ist noch zu riskant. Wir werden Maurice in den Testspielen bringen. Dann sehen wir weiter“, sagt der Coach, der den flinken Ex-Leichtathleten vermutlich auf der Außenbahn einsetzen wird. „Da hat er die meisten Räume und kann seine Schnelligkeit einsetzen.“

Möglicherweise wäre Maurice Rottenberg schon weiter, wenn er die komplette Vorbereitung am Loekamp absolviert hätte. Doch die Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock hatten zunächst Vorrang. Mit Platz drei bei den U18 und einer Verbesserung der persönlichen Bestleistung auf 49,76 Sekunden über 400 Meter gelang ein hervorragendes Finale.

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