Vor 20 Jahren untröstlich: Ayhan Toplu erinnert sich an das unglückliche Ende einer überragenden Oberliga-Saison beim VfB Hüls.
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Vor 20 Jahren untröstlich: Ayhan Toplu erinnert sich an das unglückliche Ende einer überragenden Oberliga-Saison beim VfB Hüls.

Fussball

"Die Kumpels von früher erinnern mich immer wieder dran"

Vor 20 Jahren feiert der VfB Hüls den größten Erfolg seiner Geschichte: Der Klub wird mit zehn Punkten Vorsprung Westfalenmeister. Den Aufstieg in die 3. Liga verhindert am Ende auch ein Eigentor...

  • 2000 spielte der VfB Hüls eine überragende Oberliga-Saison und wurde überlegen Westfalenmeister.
  • In der Aufstiegsrunde zur zweigleisigen Regionalliga (damals die dritte Liga) scheitert der VfB knapp.
  • Grund: eine unglückliche 1:2-Niederlage gegen den SV Elversberg am Badeweiher.

Ayhan Toplu, einer der herausragenden Spieler der Hülser Meistersaison 1999/2000, avancierte am Ende zum Pechvogel: Dem Mittelfeldspieler unterlief im Relegationsspiel zur 3. Liga gegen die SV Elversberg  vor 2200 Zuschauern am Badeweiher ein Eigentor zum 1:2. Der Favorit qualifizierte sich für die neue, zweigleisigeRegionalliga, der VfB blieb Oberligist. 

Zwei Jahrzehnte nach dem Missgeschick hat der gebürtige Recklinghäuser Ayhan Toplu nicht mehr viel mit dem Fußball zu schaffen. An das Spiel gegen Elversberg im Juni 2000 erinnert sich der 47-Jährige aber genau.

Hallo Ayhan Toplu, träumen Sie nach zwei Jahrzehnten immer noch von dem legendären Eigentor? 

Nein, ich habe das abgehakt. Die Kumpels von früher erinnern mich aber immer wieder dran, wenn sie über das Tor frotzeln. 

Haben Sie die Szene, die zum 1:2 führte, noch vor Augen? 

So ziemlich! Wir befreien uns auf der rechten Seite, ich rücke von links in die Mitte. Der Ball wird abgefangen. Ich will ihn mit dem Außenrist zur Ecke befördern, treffe den Ball aber nicht richtig, sodass er an unserem verdutzten Torwart vorbei über die Linie fliegt, und das nicht einmal fest. 

Gab es hinterher Vorwürfe von den Kollegen? 

Nein, bis heute nicht. Ich selbst war todtraurig, weil ich den Jungs den erhofften Erfolg verbaut habe. Wir hätten es damals verdient aufzusteigen. Das war eine Supertruppe. Jeder kannte auf dem Platz seine Aufgabe. 

Sie arbeiten im Chemiepark: Ist die Verbindung zum Meisterteam von 2000 und zum VfB Hüls immer noch eng? 

Weniger. Den einen oder anderen Mannschaftskameraden treffe ich auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Weil ich nach der Zeit beim VfB für YEG Hassel gespielt habe, ist der Kontakt zum Verein auch eher sporadisch. 

Sind Sie über den Fußball zum Werk gekommen? 

Nein. Meine Ausbildung hatte ich schon begonnen, als ich noch für Hochlar 28 gespielt habe. Während meiner Hülser Zeit passte das super, auch wenn es in der Wechselschicht schon mal ganz schön hart war. 

In Ihrer Laufbahn haben Sie zwischendurch auch noch mal für den FC Epe gekickt? 

Ja, als Marco Jedlicka dort Trainer war. Er hat mich angesprochen, und wir haben eine Fahrgemeinschaft gebildet. 

Der Fußball spielte in Ihrer Freizeit eine sehr wichtige Rolle. Das ist nicht mehr so, oder? 

Richtig, für Fußball fehlt mir ganz einfach die Zeit. Die Familie ist immer wichtiger geworden. Sie steht an erster Stelle. 

Treten Ihre Söhne in die Fußstapfen des Vaters? 

Die Zwillinge sind 26, haben für den VfB Hüls und für den FC Marl gespielt. Aber ihnen fehlte der letzte Ehrgeiz. Suat hat sich für die neue Saison bei Fenerbahce Istanbul Marl angemeldet.

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