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Übung macht den Meister: Dr. Ferdi Stebner beim Abschlag auf der Driving Range (großes Bild), beim Spielen des Balles aus dem Sandbunker (links) sowie beim Putten auf dem Green. Dieser Put passt übrigens genau.

Golf

Ein Mann mit Ballgefühl

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HERTEN/MARL. - Volleyball ist sein Sport, oder besser gesagt, war sein Sport. Nun ist es Golf – und das nach einem Jahr schon mit einem Handicap von 6,7. Dr. Ferdi Stebner kann eben mit Bällen umgehen, egal wie groß die sind.

Volleyball hat der 35-Jährige auch in der Regionalliga beim VC Marl gespielt, ehe er in die Bundesliga zum Moerser SC und VC Bottrop wechselte. Überall stand er pritschend und baggernd seinen Mann.

Mit 27 Jahren war jedoch gesundheitsbedingt Schluss mit lustig mit Volleyball in der Bundesliga. Bis dahin hatte Stebner sportlich viel erreicht. Im Studium sogar festgestellt, dass „ich für Turnen und die Leichtathletik vielleicht sogar talentierter war als für Volleyball“.

Dennoch gehörte er mit Julius Brink – Olympiasieger 2012 in London – zum Beachvolleyball-Perspektivkader für Olympia 2004.

In der Halle ging‘s über TuS Herten und VC Marl (Regionalliga) für Ferdi Stebner zum Moerser SC, der ersten Bundesliga-Station mit folgendem Aufstieg in die Erstklassigkeit.

Mit dem Beginn des Studiums wechselte der Hertener – er spielte Annahme und Außenangreifer – zum VC Bottrop. Dort spielte er sechs Jahre lang.

Nach der aktiven Volleyball-Zeit gönnte sich Ferdi Stebner nur eine kurze Auszeit.

Dann übernahm er als Trainer die Volleyball-Damenmannschaft des TuS Herten, führte diese Truppe mit drei Aufstiegen in Folge von der Landes- bis in die Regionalliga, weckte diesen Klub also quasi aus dem „Dornröschenschlaf“ – und baute ganz nebenbei beim TuS ein Projekt auf, das seinesgleichen sucht im Westdeutschen Volleyball-Verband.

Volleyball war über viele Jahre Stebners Leidenschaft: „Wenn wir trainiert und gespielt haben, war ich in einem Tunnel.“ Ähnlich sei es aktuell beim Golf: „Ich genieße die Natur, bleibe trotzdem fokussiert aufs Spiel."

Mit 14 Jahren schnupperte Ferdi Stebner erstmals Golfsport-Luft. „Rosy von Westerholt hatte meine Mama, meine jüngere Schwester Anne und mich zum Golf eingeladen – eine Woche später spielte ich beim Golfclub Schloss Westerholt im Jugendteam", blickte Stebner zurück.

Im Jahr 1999 siegte Volleyball gegen Golf. Erst 2017 nahm der Hertener wieder Golfschläger in die Hand. Für diese kurze Zeit ist ein Handicap von 6,7 fast schon sensationell.

Soll heißen: Stebner benötigt zwischen 78 oder 79 Schläge, um die 18 Löcher auf einem Par-72-Kurs abzuhaken.

Und auch neben dem Sport lief bei Ferdi Stebner alles schnellstens geradeaus mit Gymnasium, Studium (Sport und Geografie), Doktorarbeit, Lehrstuhl für Lehr- und Lernforschung an der Ruhr-Universität Bochum.

Also: Alles richtig gemacht im Leben? „Wohl nicht ganz. Im Nachhinein hätte ich mir beim beruflichen Weg mehr Zeit lassen sollen für das Leben eines Jugendlichen.“

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