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Vier Treffer markierte Westerholts Jan Schröder (M.). Foto: Michael Steyski

Motorsport

Handballer mit Bleifuß

Marl - Durchaus ist sich Kevin Tischner bewusst, dass er zwei gänzlich verschiedene Hobbys versucht, in seinen Zeitplan zu packen. „Ich möchte so erfolgreich wie möglich sein“, sagt der 24-Jährige, der nun in den Kader des Handball-Bezirksligisten der SG Suderwich aufgerückt ist und in jüngerer Vergangenheit seinen ausgeprägten Bleifuß unter Beweis stellte.

Der Marler siegte bereits bei der Deutschen Amateur-Meisterschaft der Tourenwagen – in der Klasse IV (Hubraum 2500 ccm), die mit umgebauten Straßenwagen ausgefahren wird. „Das war schon der Hit“, erinnert er sich an sein

Angefangen hat Tischner – wie in der Branche eigentlich üblich – mit Kartfahren im Teenager-Alter. „Aber hobbymäßig, Wettkämpfe kamen für mich nicht in Frage.“ Vater Matthias drängte seinen Sprössling im Erwachsenenalter etwas zum Umstieg in den Rennwagen. „Vor knapp drei Jahren“, erinnert sich Tischner, erfolgte die erste Teilnahme am Wettkampf. Selbst scherzt der 24-Jährige: „Ich bin ein Spätzünder.“ Und als sich schnell Erfolge einstellten, „bin ich dabei geblieben.“ Zudem ist der Marler vom Fach. Tischner ist Kfz-Mechatroniker und kommt aus einer rennsport-verrückten Familie. Vater Matthias und Onkel Michael sind seit 25 Jahren im Rennsport aktiv, betreiben an der Marler Hülsbergstraße eine Werkstatt. Für das zeit- und kostenintensive Hobby des Motorsports eine große Hilfe. „Ohne meine Familie würde ich das alles gar nicht schaffen“, sagt Kevin Tischner.

Ebenfalls spielt der Marler seit längerer Zeit Handball: 2007 fing er als D-Jugendlicher bei der SGS an. „Handball macht mir sehr viel Spaß, es ist ein geiler Sport. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt sind großartig.“

Doch wie bringt man eine Sportart mit 30 Spieltagen im Jahr und seine Leidenschaft mit sechs bis acht Renn-Wochenenden in ganz Deutschland und sogar der Tschechischen Republik unter einem Hut? „Gar nicht“, lacht Tischner. „Wenn ein Rennen in Oschersleben oder in Tschechien anstand, sind wir mit der ganzen Familie mit dem Wohnwagen zur Strecke gefahren. Da stand der Handball schon mal hinten an.“

In diesem Jahr nicht. „Ich pausiere“, sagt Tischner über seine Motorsport-Auszeit. „Es ist zu zeitintensiv“, so Tischner. „Ich habe jetzt den Fokus auf den Handball gelegt.“ Im letzten Jahrzehnt durchlief Tischner alle Junioren-Mannschaften und spielte zuletzt für die zweite Mannschaft. Nach Gesprächen mit Cheftrainer Alexander Gerdes machte der gelernte Außenspieler die Vorbereitung mit, gehört nun fest zum Bezirksliga-Kader.

Ansprüche stellt er nicht. „Ich muss natürlich in die Rolle hineinwachsen“, sagt Tischner über das Experiment auf der mittleren Rückraumposition. „Die Minuten, die ich bekomme, will ich nutzen und mich in den Dienst der Mannschaft stellen.“ Beim 32:22 gegen den TuS Bommern II bekam Tischner „seine Minuten“ auf der Platte.

Eine Rückkehr in den Tourenwagen schließt Tischner nicht aus. „In dieser Saison liegt der Fokus erst einmal auf dem Handball.“

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