+
Theresa Mudlaff gewinnt die kombinierte Einzelwertung und erhält die Auszeichnung vom Präsidenten des Pferdesportverbandes Westfalen, Herzog Rudolph von Croy.

Reiten - Jugend-Provinzialmeisterschaft

Theresa Mudlaff verteidigt ihren Titel

MARL - Als Theresa Mudlaff im Sattel ihrer Stute Candela den letzten Sprung gemeistert hat, als der Vorsitzende Hubertus Overbeck die Arme in die Luft reißt und als es tosenden Applaus gibt, da schien sie ihr Glück kaum zu fassen: Die 20 Jahre junge Marlerin hatte beim Provinzialturnier den Titel in der Einzelwertung verteidigt.

2016 hatten Mudlaff und Candela bereits die goldene Schleife und die Siegerschärpe erhalten, jetzt auch noch ein „Heimspiel“ in Frentrop: Da konnte doch nichts schiefgehen, oder? „Oh doch“, entgegnet Mudlaff. „Es sah lange nicht gut aus.“

Aufs Provinzialturnier auf heimischer Anlage hatte sich die Auszubildende zur Industriekauffrau gefreut wie keine zweite. „Hier den Titel zu verteidigen, war natürlich mein großes Saisonziel“, so Mudlaff. Sie reitet das letzte Jahr bei den Jungen Reitern, St. Georg war damit ihr letztes Jugend-Provinzialturnier.

Jedoch: Ausgerechnet ihre Stute Candela war über viele Wochen nicht fit, wann und wie sie in die Saison finden würde, war lange offen. „Ehrlich gesagt, war die Zeit ein wenig knapp geworden“, so die Reiterin, die damit schon ihr großes Ziel aus den Augen verlieren sah.

Aber Candela ist ein spezielles „Mädchen“, die erst zehnjährige Stute wird seit je her vielseitig geritten. Die bange Frage angesichts von vier Teilprüfungen in drei Tagen – zwei Dressuraufgaben, dem Geländeritt und der Springprüfung zum Abschluss – war aber: Würde Candelas Kraft reichen? Sie tat es. „Als ich spürte, sie ist wieder fit, sind wir ganz kurzfristig eine Vielseitigkeit in Rhede gegangen. Da haben wir gleich gewonnen und ich dachte: Jetzt kann’s noch was werden mit dem Provinzialturnier“, so die Reiterin.

Ganz früh mussten Mudlaff und Candela am Samstag ins Gelände. Die Richter waren in der Wertung, bei der auch der Stil benotet wird, auf ihrer Seite: 8,6. Keine kamen flüssiger, geschmeidiger durchs Gelände als Mudlaff und Candela. „Das hätte ich nie erwartet“, gibt die Amazone zu. Die erst im Nachhinein von ihrer Note wusste: „Im Ziel war ich noch so fokussiert, da habe ich nichts anderes wahrgenommen.“

Als Führende ging Mudlaff am Sonntag ins abschließende Springen. Die Verfolgerinnen lagen dichtauf, Candela und die Marlerin mussten fehlerfrei bleiben. Das taten sie – auch wenn sie es so spannend machten, dass so ziemlich jeder im Verein mehrfach Schnappatmung vor Nervenkitzel bekam. Gleich zweimal wackelten die Stangen, stets blieben sie aber liegen. Dieses Glück hatten sich Theresa Mudlaff und Candela nach dem schwierigen Start ins Jahr erarbeitet – und mit der Titelverteidigung auch verdient.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Auf dem Weihnachtsmarkt in Marl-Polsum sind Staus normal und gemütlich
Auf dem Weihnachtsmarkt in Marl-Polsum sind Staus normal und gemütlich
Schwerer Unfall in Datteln: Mann wird aus Fahrzeug geschleudert und verstirbt
Schwerer Unfall in Datteln: Mann wird aus Fahrzeug geschleudert und verstirbt
Der "Süder Advent" - beliebt in Herten, einzigartig im Ruhrgebiet
Der "Süder Advent" - beliebt in Herten, einzigartig im Ruhrgebiet
"Olaf" lässt grüßen: Das ist der Sieger-Schneemann bei der Winterwelt am Rathaus Herten
"Olaf" lässt grüßen: Das ist der Sieger-Schneemann bei der Winterwelt am Rathaus Herten
Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?
Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?

Kommentare