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Bei der Kreis-Schiedsrichter Tagung wurde Johannes Westermann (2. v. r.) gemeinsam mit Dieter Dittrich (SW Meckinghoven, 2. v. l.) durch Harald Woller (l.) und Hans-Otto Matthey (r.) geehrt.

Schiedsrichter

Johannes Westermann denkt noch nicht ans Aufhören

MARL - Johannes Westermann ist seit bald 45 Jahren Schiedsrichter. Der 59-Jährige leitet am liebsten Jugendspiele. Und das hat seine Gründe.

Für Fußball hatte sich Johannes Westermann schon immer interessiert und selbst auch gekickt. Das war bei SuS Drewer-Süd, einem der Vorgängervereine des VfB Hüls.

Dass der Verteidiger umschwenkte zur Schiedsrichterei, hatte Hans Wahmann, ehemaliger Marler Bundesliga-Referee, zu verantworten. „Er war ein Bekannter meines Vaters“, erinnert sich Johannes Westermann. „Und er hat mir das schmackhaft gemacht.“

So kam es, dass Westermann selbst nicht mehr als Spieler auflief, aber dafür ab 1975 mit der Pfeife im Mund Partien leitete. Zunächst bei den Jugendlichen, später bei den Erwachsenen bis zur Landesliga hoch. An der Seitenlinie als Assistent hat er es noch deutlich weiter geschafft, bis in die Oberliga. „Das hatte ich Ralf Späker zu verdanken“, sagt Westermann. Späker pfiff bis in die 2. Bundesliga und nahm Westermann öfter mit in sein Gespann.

So kam Westermann auch zu seinen sportlichen Höhepunkten als Schiedsrichter, manchmal erfüllte sich dabei auch noch ein Traum. „Einmal stand ich bei einem Jugend-Pokalfinale zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund an der Linie, und einmal in einem Testspiel im Ruhrstadion zwischen dem VfL Bochum und der iranischen Nationalmannschaft. Ich selbst bin glühender Fan des Wuppertaler SV und war auch bei Spielen des WSV im Kreis dabei.“

Die Schiedsrichterei, das ist für den 59-jährigen Sozialpädagogen, der für den FC Marl pfeift, aber weit mehr als trockenes Regelwerk und sportliche Erfolge. Westermann, der auch Lehrwart im Fußballkreis ist, schätzt die Kommunikation. Er engagiert sich auch politisch, war zweimal Bürgermeisterkandidat in Marl für die Wählergemeinschaft Die Grünen und hat die Veränderung der Gesellschaft im Fußball quasi wie durch ein Brennglas beobachtet. „Früher herrschte erheblich mehr Respekt vor dem Schiedsrichter, das hat stark abgenommen“, sagt er. „Die Meckerei hat dafür zugenommen, sei es von Spielern oder aus dem Umfeld.“ Am liebsten pfeife er selbst Jugendspiele, sagt Johannes Westermann. „Da kann man noch mehr laufenlassen.“ Zu alt für den Schiedsrichter-Job fühlt sich Johannes Westermann trotz seiner bald 45-jährigen Laufbahn aber noch lange nicht. „Solange ich noch fit genug bin und ich überall freundschaftlich begrüßt werde, möchte ich das machen“, sagt er.

„Sicher braucht man eine entsprechende Kondition – aber wenn man die nicht mehr hat, merkt man das eigentlich. Ans Aufhören habe ich jedenfalls noch nicht gedacht.“ Und selbst wenn, wäre das nicht das Ende des Engagements. „Ich hätte immer noch die Ausbildung von jungen Schiedsrichtern, das macht mir großen Spaß“, sagt der 59-Jährige.

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